Patreons Durchbruch in Deutschland?

Schöne Neuigkeiten: Nach dem Ende des gebührenfinanzierten Nerdscope1080 machen die Macher munter weiter. Wer Nerdscope nicht kennt: Es ist ein Format für und über Videospiele und eigentlich auch über die Webkultur an sich, moderiert von Rob Bubble, Lefloid und Frodoapparat. Könnte man kennen, wenn man sich bei YouTube etwas umschaut…

Das Besonderes aber – neben dem Schalten von Werbung, wie das bei YouTube ja ähnlich ist: Die Macher setzen auf Patreon für die Finanzierung. Crowdfunding ist nun nichts Neues, aber Patreon bietet die Möglichkeit eines Abonnements an – also man zahlt dann freiwillig pro Monat einen bestimmten Betrag im Monat.

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Wie immer gibt es auch Prämien, wenn man spendet – aber Patreon fokussiert sich tatsächlich auf das gute alte Abo-Modell: Wenn einem Inhalte von einem Produzenten oder Anbieter – und das kann ein Webcomic-Autor ebenso sein wie halt Nerdscope –  gefallen, dann zahlt man freiwillig dafür. Die Produzenten haben ein stetiges Einkommen, die Fans bekommen regelmäßig Inhalte. Wie geschrieben: Neu ist das Modell nicht. Und der Anbieter sackt halt 5% Provision ein.

Allerdings ist Patreon in Deutschland nicht so bekannt, aber in den USA bei Youtubern durchaus beliebt – und der Dienst scheint immer mehr und mehr Zulauf zu bekommen. Dabei funktionieren andere Dienste doch ähnlich? Warum klappt das offenbar bei Patreon so gut, obwohl die Webseite nun neben dem Blog nicht unbedingt so verrät, was sie treibt – bis man sich eine eigene Seite anlegen möchte.

Vielleicht, weil Patreon neben dem Bezahlen per Kreditkarte auch eine Paypal-Möglichkeit anbietet. Und gerade deswegen könnte der Dienst in Deutschland – wir sind keine Kreditkartennation – eventuell jetzt auf dem Weg zum Durchbruch sein. Abgesehen davon, dass die Seite sich selbst auch sehr intuitiv bedienen lässt. Wenn man sich zuerst mal registriert hat, das ist leider der Haken, aber Leute, die unbedingt ihre Lieblings-Produzenten unterstützen möchten werden das sicherlich tun.

Da die Nerdscope-Macher jetzt genau diesen Weg genommen haben – im Grunde ist das eine Art GEMA der Fans nur ohne Zwang und Mindestbeitrag – wir Patreon sicherlich nicht mehr lange ein unbekannter Name in Deutschland bleiben. Und vielleicht setzt sich dieses Modell dann in Deutschland mal durch – aber wenn Zeitungsabos online funktionieren, dann auch wohl Patreon. Zeitungsabos funktionieren doch online, oder?