Archiv der Kategorie: Phantastik

Dellamorte, Dellamore auf ARTE!

Einer der besten Zombiefilme aller Zeiten läuft am 01.11.2011 ab 00:10 auf ARTE – ich fasse es immer noch nicht so ganz, denn anscheinend ist der ungeschnitten der Länge der Laufzeit nach zu urteilen. Rupert Everett als Friedhofswärter, der ein kleines Problem hat – nach sieben Tagen werden die Leichen auf seinem Friedhof wieder lebendig. Aber die ganze Geschichte zu erzählen, die man ohnehin in der Wikipedia nachschlagen kann, wäre hier ja langweilig.

Deswegen: Ja, der Film hat etliche blutige Szenen, deswegen ist der ja auch ab 18. Und es gibt Erotik und sogar Sex, deswegen ist der Film ja ab 18. Aber der Film hat auch sehr schwarzen Humor und das Ende ist alles andere als vorhersehbar. Zudem man über den Film doch etwas nachdenken muss wenn man ihn gesehen hat – denn die Handlung sieht zu Beginn recht simpel ist, aber einfach ist das Handlungsgeflecht dann doch nicht so ganz. Und das Ende ist halt – aber am Besten selber anschauen, morgen abend bei ARTE. Und am Besten aufnehmen. Die DVD ist nicht so einfach zu bekommen… (Jedenfalls brauche ich allmählich eine neue und hatte bisher kein Glück, aber ich sollte mal wieder auf Filmbörsen gehen, da findet man sowas ja eher als im Netz.)

Und da der Trailer ausnahmsweise mal bis auf eine Szene keine Highlights an sich verrät – bitteschön.

Rocky Horror Show in Duisburg – Aufwärm-Veranstaltung

So ganz habe ich das Konzept nicht verstanden: Man macht sozusagen drei Warm-Up-Shows als Generalprobe, nimmt dafür dann aber Eintritt – wenngleich auch weniger als normal? Preview – okay – Sneak-Preview – auch in Ordnung, kennt man aus dem Kino – Warm-Up-Shows bei Musicals? Was kommt als nächstes?

Wie dem auch sei, The Rocky Horror Show also zu Gast im TAM. Perfekter Ort dafür, denn das Ganze ist ja für „Les Miserables“ – oh, der Musical-Boom der frühen Jahre, ja, ja – gebaut worden. Zwischenzeitlich war mein Orchester darin beheimatet, momentan dient das Ganze als Veranstaltungshalle für Diverses. Zukunft: Ungewiß. (Eine Studie aus Gelsenkirchen – den Auftraggeber habe ich leider nicht ermitteln können, den braucht man eigentlich um beurteilen zu können ob die wirklich valide ist – soll ja positive Effekte des TAMs für Duisburg ausgemacht haben. Online habe ich die nicht gefunden. Schade.) Von daher: Optimale Bedingungen für Darsteller und Musiker. Und ja, die waren echt großartig. Überhaupt die Inszenierung an sich war toll.

Es ist natürlich schwer den Reiz des Musicals zu beschreiben und zu erklären, warum Erwachsene sich benehmen als wäre Kindergeburtstag. Es gibt bestimmte Traditionen bei dem Stück – Konfetti oder Reis werfen, Toilettenpapier, Plastikhandschuhe anziehen, Karten schmeißen – es wäre mal interessant zu erfahren woher diese Dinge eigentlich kommen, 1973 war das bestimmt noch nicht der Fall, das muss mit dem Film von 1975 eingesetzt haben so nach und nach. Usus ist es eigentlich auch den Film verkleidet zu besuchen – wir Deutschen sind da ja immer etwas zögerlich, ich habe nur zwei oder drei Besucher in kompletten Kostümen gesehen, immerhin auch einige nur mit Federboas und Glitzerhüten.

Sehr schöner Einfall zu Beginn jedenfalls: Trailer zu B-Schinken wie „Tarantula“ zu zeigen. „The Unearthly“ – da spielt dieser grobschlächtige Mensch aus „Plan 9“ mit! Yay! – oder „Village of the Damned“. Was ja Sinn hat, da der Prolog-Song sich ja genau auf diese B-Movies bezieht. Und Rocky Horror ja selbst eine Mischung aus all den bekannten Elementen ist: Verrückter Wissenschaftler baut Kreatur, Aliens aus dem All haben nach acht Plänen die Nase … ups, anderes Stück. Immerhin ist The Rocky Horror Show von der Handlung her etwas logischer als „Plan 9“ – aber jeder Film ist logischer als der. Echt. :-) Überhaupt macht die Inszenierung viel Spaß – da geht Frank N. Furter elgant wie Fay Wray gekleidet eine Treppe hinunter, im Hintergrund New York und der Stuhl war wie eine riesige Gorilla-Hand geformt. („King Kong“? Klar.) Die Transsylvanier sind nicht so schrill wie im Film, sie erinnern eher an Gothics, Großartige Show-Nummer übrigens mit Federfächern im zweiten Teil bei „Don’t Dream It“. Sänger machten Spaß, einige Stellen hätten vielleicht etwas bissiger sein können – aber okay.

Ein bißchen kurz ist der Beginn. Kaum hat man das Konfetti oder den Reis rausgekramt, kann man den schon wieder einpacken. Der ganze Dialog vor dem Song im Film ist komplett raus. Schade. Allerdings gibts einige Textstellen, die man nicht unbedingt kennt wenn man nur den Film zur Hand hat. Gabs auch was Negatives?

Ja.

Sky DuMont.

Als Erzähler.

Eigentlich eine ziemlich coole Geschichte, den „Santa Maria“ mal live zu sehen. Allerdings: Irgendwie war der nicht mit dem Herzen dabei. Der kann natürlich gut Texte ablesen – und hat auch schlagfertig die Zwischenrufe aus dem Publikum gekonntert – das kann ic nicht erklären, nehmts einfach mal hin dass es Zwischenrufe gibt ;-). Allerdings – als prägende Figur oder Charakter wie im Film ist der nicht hängengeblieben. Vielleicht liegts darin, dass sämtlich Erzählertexte auf Deutsch gesprochen werden. Sämtliche. Also auch die Einwürfe, die bei den Songs vom Erzähler zu hören sind. Na gut, wer kein Englisch kann, kann der Handlung damit irgendwie schon so folgen – ich bezweifle allerdings, dass das möglich ist ohne sich vorher zu informieren – aber warum in aller Welt wird sowas wie „And then she cried out“ übersetzt? Hat das Sinn? Eigentlich nicht. Und dann ist die Übersetzung auch noch so – also – humpf.

Pluspunkt aber: Der fette deutsche Akzent des Dr. Everett Scott. Boooh! :-) Insgesamt hats Spaß gemacht, kann ich nur empfehlen und wenn ihr Glück habt, erwischt ihr nicht Sky DuMont als Erzähler sondern den anderen – wie heißt er noch gleich… Ach, Google ist euer Freund.

Und bei der Pressekonferenz gabs einige erklärende Worte von der Produzentin:

Doctor Who – Staffel 6 so bisher: Whow!

Zu sagen wir hätten momentan die Halbzeit bei der aktuellen Doctor-Who-Staffel erreicht wäre etwas übertrieben – der zweite Teil des traditionell in der Mitte der Staffel liegenden – ähm – Zweiteilers, also Folge 6, steht uns noch bevor und bei 13 Folgen pro Staffel eine Mitte zu finden ist auch so eine Sache. Aber was Steven Moffat da als Produzent momentan auf die Beine stellt ist – mit Verlaub – ganz große Unterhaltung und stellenweise auch wirklich ganz großes Kino. (Na ja, ein paar Folgen hängen halt immer etwas durch.) Ich versuche so spoilerfrei wie möglich zu bleiben.

Ungewöhnlich: Die Staffel beginnt mit einem Zweiteiler. Einem, der den definitiven McGuffin überhaupt anstößt – ähm – also eigentlich zwei – und dessen zweiter Teil, The Day of the Moon, meines Erachtens etwas zu wirr geraten ist – das wollte Moffat wohl ein bißchen zu viel des Rätselratens anstoßen und die Gegner sind auch irgendwie zu nebulös. Die sind also auf der Erde um – aha – und weil – na ja, aber widerspricht das nicht eigentlich dem Finale der Staffel 1? Ach so, okay, doch nicht. Allerdings: So allmählich wird das mit den Tunneln unter der Erde ja auch überstrapaziert – ähm – Racnoss?
Insgesamt aber ein sehr atmospärisch dichter Zweiteiler, der packend ist und neben den beiden Rätseln für die Staffel auch einige wunderschöne Dialoge hat. (Was im Nachhinein auch das Verhalten von River in Staffel 4 erklärt. Aber okay, das ist ja nicht zu schwierig zu schreiben so im Nachhinein. Also in der aktuellen Staffel.)
Bei der dritten Folge habe ich nichts erwartet und bin gut unterhalten worden. Piraten, Fluch, digitales Segelschiff auf digitalem Wasser… Und am Ende halt wieder die klassische Erklärung für die Geschichtsfolgen. Also ihr wißt schon, immer wenn der Doctor zuletzt in der Geschichte unterwegs war, waren es am Ende – genau…

Neil Gaiman! Schreibt! Folge! Atmosphärisch total toll – die Anfangsszenen und zwischendrin auch verflixt gruselig. Von der Handlung her – da bin ich mir nicht so sicher. Sicher ist die Folge gut gemacht und Spannungsbögen sind auch jede Menge drin – im Endeffekt ist das aber eher so eine Art „Wagenklau“-Geschichte. Da hätte ich von Gaiman etwas mehr erwartet, aber na schön – Punkte gibts halt für die diversen skurrilen Ideen in der Folge. Zwei linke Füße. Oh, und O. natürlich.

Und die aktuelle Folge – warum denke ich da an eine Spezies, die man in der ersten Staffel der neuen Serie zu sehen bekommt? Jedenfalls ist das offenbar eine Folge, bei der man mit dem Etat etwas sparsamer umgehen musste… ;-) Von der Handlung her ist das leider das Übliche bei sowas – na ja. Aber immerhin vom Autor von „Life on Mars“. Mit einigen netten Ideen, doch. Und jetzt bin ich gespannt, was in dieser Woche passiert – wobei der Cliffhanger ja eigentlich kein Cliffhanger in dem Sinne ist… (Hmm, ich tippe ja immer noch auf die Anfangsentwicklung von Plastic People…)

Pratchett, Terry: Unseen Academicals

Traditionen sind Traditionen weil… Nach logischen Gründen muss man die Zauberer der Unsichtbaren Universität nicht fragen, wenns darum geht. Traditionen muss man einhalten. Dummerweise stolpert Ponder Stibbons beim Lesen über eine Tradition, nach der die Universität ein Fußballteam zusammenstellen muss – ansonsten müssten die Zauberer mangels Budget mit drei Mahlzeiten am Tag und einem verminderten Käse-Trolley-Angebot auskommen. Also stellt man ein Team zusammen und glücklicherweise hat man kurz zuvor noch eine Urne mit uralten Regeln gefunden, die das – an den Vorläufer des eigentlichen Sports erinnerndes und heute noch in einer Variante „Dorf gegen Dorf“ in England gespielten Spieles, ähm, also sprich: Da ist der Ball, hau drauf, egal wie! – erinnernde Teamspiel einigermaßen modernisiert.
Während die Zauberer damit beschäftigt sind, braut sich in der Night Kitchen eine Romanze zwischen Jools – pardon, Jewels – pardon Juliet Stools und Trevor Likely an. Fans von gegnerischen Teams können die sich zuerst nicht ausstehen, aber dann… Was deren Freundin Glenda gar nicht gefällt. Gleichzeitig hat aber Glenda Sugarbeans, Leiterin der Night Kitchen, die Bekanntschaft mit Mr. Nutt geschlossen. Einem bemerkenswerten Nichtmenschen, einem Goblin, der erstaunliche Kenntnisse hat – und den ein Geheimnis umweht. Alle Hauptstränge laufen schließlich beim finalen Match um das Budget fürs Essen der Uni zusammen…

Was ich sehr selten tue ist, einen Pratchett nicht als Hardcover-Band zu kaufen. In diesem Fall habe ich es tatsächlich getan – schließlich habe ich auch „Den fünften Elefanten“ signiert zu Hause stehen und man lernt ja immer dazu, der Roman ist echt total wirr. Bei den Unseen Academicals gehts mir fast genauso: Zwar hat man hier mehrere Handlungsstränge, wie man das bei Pratchett gewohnt ist, die alle erstmal nichts miteinander zu tun haben. Anders als in anderen Bänden zerfasern diese aber und kommen im Laufe des Romans nicht recht zusammen.

Nehmen wir mal das dauernde Gerede von Religion – da wird zu Beginn eine  Urne gefunden mit den alten Regeln für Foot-the-Ball, ständig ist im Roman dann irgendwie die Rede von Religion, am Ende auch noch – aber mehr als ein MacGuffin ist das Ganze nicht. Es hat keine Bedeutung, es bringt die Handlung nicht voran – kurz: Überflüssiger Zinnober.
Dann haben wir das offenkundige – hach, wie lustig – Zitieren der Romeo- und Julia-Geschichte im Fußballmilieu. Das entwickelt sich zwar nicht so wie in der Vorlage, aber dennoch – neeee. Allenfalls interessant ist die Geschichte um Herrn Nutt und Glenda, bei der der Patrizier und Lady Margolotta eine bedeutende Rolle spielen, aber selbst die gewinnt nicht so recht an Fahrt. Uuuh, Herr Nutt hat ein Geheimnis. Uuuh, furchtbares. Meine Güte, wie schrieb Pterry das selbst noch in einem Roman? Richtig: DRAMA! Da-da-dum!

Ja, sicher ist die Persiflage auf das Fußballspiel nett, ja, ab und an auch der Dozent für Necro… – ähm- Postmortal Communication – und die Rivalität zwischen der Uni in Ankh-Morpork und der in Pseudopolis ist auch hybsch. Ansonsten aber: Was möchte uns Terry Pratchett hier eigentlich erzählen? Ich weiß es nicht, da die einzelnen Handlungsfäden am Ende nicht stringent zusammenlaufen. Und wenn man nach dem einen Ende noch zwei, drei nachlegen muss – neeee…

Richtig schlecht ist dieser Roman nicht, aber richtig gut ist auch anders. Leider. Dabei ist das Thema an sich nicht uninteressant. Aber nachdem ich den Roman zweimal gelesen habe, habe ich nicht den Eindruck, dass es an mir liegt – sondern an der Aufmachung des Romans. Na ja. Als nächstes war ja wieder einer der Romane für jüngere Leser angekündigt. Was heißt: Kleine blaue Männchen vermutlich. Och neeeeeeeeeee…

14 Minuten Preview von „A Game of Thrones“

Also entweder seid ihr jetzt ganz stark und wartet, bis die Serie irgendwann mal irgendwo im deutschen Free-TV läuft – oder auf DVD rauskommt – oder ihr könnt wie ich nicht wiederstehen und müsst die ersten 14 Minuten der ersten Folge von „A Game of Thrones“ – wie heißt das nochmal auf Deutsch eigentlich? – anschauen.

Die hat nämlich HBO online gestellt, die amerikanische Presse hat die erste Folge schon komplett gesehen und was ich bisher so lese scheint das eine große Sache zu werden. Und nachdem ich die ersten 14 Minuten, die die ersten Buchseiten behandeln, gesehen habe – du meine Güte – du MEINE Güte – OMG… Stellt euch einfach vor, Peter Jackson hätte den Herrn der Ringe als Serie entwicklen müssen. DAS kommt schon sehr nah an das ran, was man da zu sehen bekommt. Start der Serie ist am 17. April in den USA.

Und bis das Teil in Deutschland landet, könnte man ja die bisherigen Bände von „A Song of Ice and Fire“ – „Das Lied von Eis und Feuer“ – ja nochmal lesen. Und wenn HBO dann beim aktuellen letzten Band angekommen ist, könnten tatsächlich alle geplanten Bände des Werkes vorliegen. ;-) Ich lade mir dann mal die Wetter-Applikation herunter, total unsinnig eigentlich – die zeigt den Wechsel der Jahreszeiten in den Königreichen an. Bekanntlich sind die Jahreszeiten ja da etwas – hmm – anders gestaltet als hier.

Das einzige Problem ist: Da ich die Bücher kenne, weiß ich schon welcher Charakter was erleben wird… Aber ich bin auf die Drachen gespannt. Und vor allem auf Tyrion Lannister. Yeah.