Blogposting 03/10/2017

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Ich mach mich vom Acker, liebe Kirchengemeinde

Liebe Gemeinde Neudorf-West,

man sollte nicht einfach so gehen ohne vielleicht ein paar Worte zu verlieren. Ich möchte die Zeit mit dir nicht missen, im Gegenteil ist haben wir wirklich eine schöne Zeit gehabt. Bis zu dem Zeitpunkt, wo du mich im Regen hast stehen lassen. Und von daher: Ich habe jetzt noch ein Jahr versucht, mit dir auszukommen. Ich muss gestehen, es geht nicht.

Das Vertrauensverhältnis zwischen den Pfarrern und mir ist extrem erschüttert worden. Das klingt jetzt dramatisch, ist es nicht. Es ist einfach nur eine Feststellung. Es ist halt so, dass wenn man für eine bestimmte Aufgabe sich anbietet und dann genommen wird, man diese Aufgabe so gut wie möglich erledigen können möchte. Ich habe die Webseite der Gemeinde gern gemacht, ich habe das Grundlagenwerk – die Präsentation zu Beginn war knapp 30 Folien stark – euch ausgestellt, ich war immer ansprechbar, ich habe nur einmal – EIN EINZIGES MAL – ein Treffen mit euch versäumt. Aber schon das war Grund genug offenbar zu meinen, ich sei unzuverlässig.

Aber: Ihr habt das ja so geplant. Ja, ich glaube, ihr habt mich bewußt vor eine Wand laufen lassen. Erstens habt ihr schon gefragt, ob die Webseite online sei während sie noch von einem Server auf dem anderen umzog. Ein Prozeß, der dauerte. Geduld hattet ihr nicht. Und dann habt ihr mich alleine gelassen. Ihr habt mir nie gesagt, was ihr für die Webseite wirklich haben wollt. Alles, was ich nachträglich installier habe war anscheinend nicht gut genug.

Ja, ihr habt mich bewußt vor die Wand laufen lassen, liebe Presbyter, das sehe ich jetzt ein. Weil ich nämlich nicht in eure kleingeistige Welt passe, in eure Politik des „Inneren Kreises des Inneren Kreises“, in eure Seilschaften. Ihr habt es euch so bequem gemacht, habt eure Aufgaben aufgeteilt und klar: Für euch ist alles super. Für einen Außenstehenden wie mich, der mit Elan bei euch arbeiten wollte, der immer offen dokumentierte was los war – und der nichts dafür kann, wenn der Server, auf dem die Webseite lief nun einige Male nicht erreichbar war und im Quellcode Fummelei war – aber das habt ihr nicht verstanden. Ihr habt ja sogar Mails mit Fragen an mich geschickt, ohne dass ich in der Mail richtig adressiert worden wäre. (Ich habs nur über Umwege erfahren, später.)

Und dann habt ihr eines Tages euch wohl gedacht: Der Junge ist lästig. Der denkt selbstständig. Der fragt. Der kann was – auch wenn wir das noch so oft bezweifelt, ich habe euch so oft meine Referenzen um die Ohren gehauen, ihr wolltet die nicht lesen oder verstehen. Das Internet ist euch lästig. Das muss man halt so machen, aber Schaukästen sind doch auch wirklich noch topaktuell als Medium. Ihr habt eine Informationspolitik, die wirklich zum Kotzen ist. Auf Fragen von mir kam teilweise gar keine Antwort. Also hab ich entschieden, was das Beste wäre. Und das war natürlich falsch, weil es nicht von euch abgesegnet gewesen ist.

Ihr hättet das alles persönlich und besser klären können, hättet mich einladen können in eine Sitzung, hättet mir genau sagen können was ihr wolltet. Das wolltet ihr aber nicht, ihr wolltet, dass ich scheitere. Und dann habt ihr vielleicht gedacht, ihr könntet die Früchte meiner Arbeit einfach so übernehmen… Was ich euch nicht unterstelle, aber natürlich läge das Nahe. Aufbauarbeiten sind immer doof. Machen Mühe. Schweißtreibend. Und ihr, die ihr nicht wisst wie das Internet geht, die ihr auf nichts reagiert außer auf böse Mails von mir, die aber böse sein müssen, weil ich keine Lust auf ein Schwarzes Loch habe…

Aber egal. Ihr werdet das hier eh nicht lesen, werdet nicht verstehen, dass man mit ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht so umgehen kann, wie ihr denkt, dass man das könnte.  Ich freue mich euch mitteilen zu können: Ich gehe. Ich lasse mich Umgemeinden. Ich habe ein Jahr noch versucht was zu bewegen, erst jetzt kommt ihr auf die Idee mit mir zu reden? DER ZUG IST ABGEFAHREN! Und setzt sich in Richtung Beeck-Bruckhausen in Bewegung. Mag sein, dass dort nicht alles eitel Harmonie ist – aber dort schätzt man meine Arbeit und man redet mit mir. Oder um es mit Mark Foster zu singen:

„Es gibt nichts, was mich hält, au revoir
Vergesst, wer ich war
Vergesst meinen Nam’n
Es wird nie mehr sein, wie es war
Ich bin weg, au au
Au, au, au revoir
Au revoir“

Euer Christian Spließ

Was das Dortmunder U in Zukunft plant: Edwin Jacobs beim Social Media Walk

Gestern fand der zweite Social Media Walk Dortmunds statt. Veranstaltet von der Stadt Dortmund waren um die 30 Leute dabei um das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, das Deutsche Fußballmuseum und das Dortmunder U zu erkunden. Edwin Jacobs, der neue Leiter des Dortmunder Us, nahm sich die Zeit, begrüßte die Teilnehmer und erklärte, was das U genau ist und macht.

(Disclaimer: Ich arbeite beim Dortmunder U als Social Media Manager.)

Blogposting 03/09/2017

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Blogposting 03/08/2017

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Ruhrort, RUHR:HUB und Social-StartUps

Wenn Dirk Sanders in einem Interview zum Thema StartUp-Szene Pott – und dann den Duisburger Stadtteil Ruhrort erwähnt, dann hab ich so ein gemischtes Gefühl. Einerseits, weil ich den Optimismus der Social-Impact-Macher durchaus schätze – und irgendjemand muss in dieser Stadt ab und an auch mal das Positive betonen. Andererseits aber habe ich so meine Erfahrungen mit dieser Stadt gemacht und irgendwie… Ich weiß es nicht.

Und auch, wenn es dem Macher des RUHR:HUB nicht passt erwähnt zu werden – an anderem Ort verbat man sich einfach eine weitere Kommentierung des Projektes, was natürlich vollkommen bescheuert ist, um es mal so zu sagen. Wenn ich nicht kommentiere, wird es jemand anders tun und nicht alle Kritik wird so freundlich und nett formuliert sein wie die meine. Aber der RUHR:HUB möchte ja Teil der StartUp-Szene des Ruhrgebietes sein. Für drei bzw. fünf Jahre sollen Gründer gefördert werden. Und dazu werden halt diese Campi bei den Partnerstädten gebildet. Für Duisburg ist das momentan offenbar in der Planung. Wer im Team sein wird – das bleibt abzuwarten. Ich tippe auf Leute, die bei GRIID mitmachen werden. Und es wäre schon schön, wenn – wie bisher auf der Facebookseite des RUHR:HUBs sichtbar – dieser nicht nur Dortmund und Essen im Fokus hat. Aber bevor wieder der GF einen bösen Kommentar schreibt… (Warum kann man auf der Seite eigentlich nicht sehen, an welchen Events die teilnehmen? Und warum kann man einige Punkte nicht anklicken, so wie die „Pitch-Events“. Momentan sind da keine geplant offenbar, aber… Ach, egal.)

Auf enkelfähig – Webseiten gibts… 😉 – wird Dirk Sanders vom Social Impact Hub gefragt, was nach einem Jahr Tätigkeit in Duisburg als Bilanz herauskommt. Als Fazit sozusagen doziert Sanders am Ende des Interviews folgendes:

Ich wünsche mir für die Region, dass wir einen Einfluss auf die Entwicklung haben, von Ruhrort aus über Duisburg bis in den ganzen Pott. Warum soll aus Ruhrort nicht ein Ort werden, wo kreative Geschäftsmodelle an den Start gehen? Es ist ein attraktiver Stadtteil, dafür hat auch Haniel viel getan. Wir haben hier Leerstand, Platz für Pop-up-Stores, also Läden, in denen Unternehmer ihre Idee über einen kurzen Zeitraum testen. Ruhrort könnte ein Spielfeld für angehende Unternehmer sein, wo sie Unternehmertum lernen. Wenn vor Ort eine Gründerkultur entsteht, kommen auch Cafés und Kunden hier hin und die Qualität des Standorts wird verbessert. Meine Vision ist, dass dieser Ruf ins ganze Ruhrgebiet ausstrahlt.  So befeuert ein Prozess den anderen, bis wir hier unser eigenes kleines Silicon Valley haben.

 

Wünschen kann man sich vieles. Es müssen aber die Umstände und die Dinge so geordnet sein, dass man Wünsche auch umsetzen kann. In einer Stadt, die im Schatten der Kreativwirtschafts-Szene von Düsseldorf und Essen liegt, in solch einer Stadt ist das schwer – Düsseldorf hat die Hipster, Essen hat das UPH und damit die Gelegenheit für wenig Geld kreative Dinge dort zu inszenieren und Stammtische zu Themen wie SEO und Social und Web und so zu veranstalten. (Ich persönlich vermeide das UPH, Wiesemann hat sehr seltsame politische Ansichten entwickelt, aber das könnte ihr googlen.)

Was das hippe Düsseldorf und das schicke Berlin haben ist auch: Atmosphäre. Und eine Politik, die gewillt ist in der Kreativwirtschaft einen Motor für die Stadtentwicklung zu sehen. Duisburgs Politiker haben die Kreativwirtschaft nicht auf der Kette. Thyssen-Steel, ja. Oder auch Haniel, die den Social Impact Hub fördern, ja. Aber die Künstler, die wirklich was machen können möchten werden bisher ignoriert und ich glaube nicht, dass der Entwicklungsplan – immerhin wurde er beschlossen – wirklich so in die Tat umgesetzt wird. Dazu hätten jetzt schon erste Anzeichen sichtbar sein müssen, aber es ist nichts zu sehen. Dabei bemüht sich die GfW ja durchaus, so ist das nicht. Die Mentalität im Kopf der Rathauspolitiker sieht in Duisburg aber eher den Logport, die Wissenschaft, die Logistik. Zwar gibts auch bestimmt hier zündende Ideen. Doch wie verortet man die in der bestehenden Bestimmung des Begriffs Kreativwirtschaft? Logistik kommt eigentlich nicht vor, Wissenschaft auch nicht…

Pop-Up-Stores sind eine uralte Forderung auch von mir. Aber das wird nicht passieren, solange die Vermieter der Räume nicht überzeugend von der Notwendigkeit des Laden-Experiments überzeugt werden können. Dazu bedarf es nun wiederum Anregungen aus der Politik, nettes, freundliches Einreden und permanentes Netzwerken. Da ist Duisburg leider hinterher.

Duisburg hat keine Gründermentalität. Das ist das Problem mit der Atmosphäre und den Bedingungen der Umwelt. Man muss Gründungskultur auch WOLLEN. Bewußt Anreize, Möglichkeiten und Bedingungen schaffen. Leider reicht da ein Social Impact Lab nicht alleine aus. (Und soweit ich das weiß, ist das ja auch nicht unbedingt von der Stadt mit Anreizen herangelockt worden.) Man müsste hierfür schon ein Netzwerk schaffen, das gemeinsam mit Politikern, Machern und Verantwortlichen zusammen etwas anschiebt. – Was praktisch wohl wieder aussehen werden wird, dass es irgendwelche Bürgerbeteiligungsforen geben wird, in der alle was sagen dürfen, dann gibts total positive Beiträge und am Ende geht das an die Politik, die das Ganze ignoriert. Oder es kommt ein komischer Kompromiss heraus…

Genau dieses Netzwerk zu initiieren – auch wenn mal wieder es passieren wird, dass Leute nicht miteinander arbeiten wollen #ausgründen – und Gründer zu fördern, dazu hat das Land NRW ja diese Hub-Geschichte initiiert. Der RUHR:HUB soll ja auch keine Konkurrenz zu schon vorhandenen Angeboten sein, er soll Gründer generell unterstützen. Egal ob die Sozialgründer sind oder aus der Arbeitslosigkeit gründen oder ob die „normal“ gründen möchten – der HUB soll ja genau hier ansetzen und für die Region Essen, Oberhausen, Duisburg, Krefeld etc. pp. Strahlkraft entwickeln.

Das wird allerdings schwierig, wenn man das Kreativquartier Ruhrort näher betrachtet. Ruhrort hat die Angewohnheit, sich einzuigeln. Manchmal habe ich da einfach das Gefühl, dass Ruhrort für sich wirklich genug sein möchte und den Rest der Stadt ignoriert, weil – weil – das hat was mit Geschichte zu tun und 1975 zu tun. Komplett uninteressante und doofe Gründe, aber der Weg nach Ruhrort führt ja schon über den Strom und wenn man über einen Strom muss, dann ist man ja schon aus der Stadt hinaus und in einem eigenen kleinen Kiez. Und a propos: Der Social Impact Hub ist auf dem Gelände von Haniel. Von hohen Mauern umschlossen, man muss am Pförtner vorbei und wehe, man hat keine Berechtigung im Auge des Durchlassers… Das ist schon sehr symbolisch, hat aber vermutlich nur mit den vorhanden Örtlichkeiten Haniels an sich zu tun.

Ein eigenes kleines Jodel… Pardon. Ein Silicon Valley des Ruhrpotts. Ja. Schön wäre es. Aber es scheitert bisher an der Kleinbürgerhaltung der Politik, an einem kooperativen Netzwerk – das findet halt in Essen statt, sorry, Duisburg – und auch wenn das Glück als „konspirativer Kreativentreff“ gehandelt wird – das Glück ist nicht in Ruhrort. Ich denke auch nicht, dass wir das jemals für die Stadt hinbekommen, dieses Silicon Valley. Duisburg ist halt Logistik. Wissenschaft. Vielleicht noch Architekten. Aber die hippen jungen Designer, die Programmierer, die beim Latte am WLAN hängen und coden – das wirds in Ruhrort nicht so schnell geben. Wenn den Agenturen das alles Ernste wäre, hätten die aus dem Innenhafen wenigstens eine Dependance in Ruhrort. Haben sie nicht. So bleibt also nur der Wunsch, der der Vater des Gedankens ist – leider ist der Vater momentan derart durch Erfahrung gealtert…

Blogposting 03/01/2017

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Lesetipp 1/17

Natürlich gehört Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ zu den Büchern, die den ganzen „Du kannst alles, du musst nur wollen!“-Ratgebern Paroli bieten. In diesem Sinne, wenn auch etwas mehr den Focus auf den Alltag und Tipps gelegt, schrieb auch die Autorin ihr Buch.

Ich bleib so scheiße, wie ich bin

Tolles Buch! Weil es nämlich den Spieß umdreht und die Frage stellt: Wer bestimmt denn eigentlich über das Selbst? Ich? Oder die Anderen? Und wenn ich, warum richte ich mich dauernd nach den Meinungen der Anderen? Bringt mir das was?

„Ich bleib so scheiße wie ich bin“ hilft ein gesundes Selbstvertrauen in sich zu entwicklen. Ein herrliches Werk.

Wie man aus Fischfutter ein Haben-Wollen-Produkt macht

Natürlich kannte ich die Werbung für die Sea-Monkeys. Jedes Yps-Heft, jeder Comic war während meiner Kindheit damit gepflastert – wobei, Werbung für das 6. und 7. Buch Mose war dann eher John-Sinclair-esk. Wie aber die genauen Hintergründe waren, war mir bis heute nicht klar. Die 15-Minuten-Doku blickt auf das Phänomen der Sea-Monkeys und ihren Erfinder.