Prüfet alles, behaltet das Gute: Die Bibliothek inmitten der Digitalen Gesellschaft

Vorneweg eingeräumt: Es wäre unrichtig von DER Bibliothek zu reden, weil es DIE Bibliothek nicht gibt. Es gibt zwar eine Urform, ein Gebäude, eine Institution, es gibt eine Idee, eine Vision, aber es gibt nicht DIE Bibliothek an sich; es gibt eine Vielzahl von Bibliotheken. Jede Stadt bekommt die Bibliothek, die sie verdient. Denn Bibliotheken sind inmitten der Stadt zwar verortet, doch die Bedürfnisse des Bürgers sind nicht in jeder Stadt gleich.

Allerdings jedoch: In Zeiten, in denen es um Digitalisierung, in denen es um das Vermitteln von Wissen geht und auch in Zeiten, in denen wir vermehrt wirtschaftlichen Organisationen unterworfen sind, wenn es die Beschaffung von Wissen angelangt braucht es eine starke öffentlich geführte Bibliothek. Was Wissen und wirtschaftlichen Organisationen belangt: Google Books mag als zwiespältiges Beispiel dafür dienen, einerseits betont man seitens Googles, man würde mit Google Books kein Geschäft betreiben wollen, andererseits landet das Wissen der Welt auf den Servern einer nach wirtschaftlichen Interessen geführten Firma und wer weiß, was die Zeit bringt. Also gerade in diesen Zeiten sollte die Bibliothek ihre Stimme erheben. Eine Stimme für einen Ort, an dem Wissen vermittelt wird, an dem die Stadtgesellschaft sich treffen kann, ein Ort, an der als Ideenlabor ebenso fungiert wie in der traditionellen Rolle des Verleihers von Medien – ja, Bibliotheken sollten inmitten der digitalen Revolution geschlossen auftreten und betonen, dass sie ein zentraler Bestandteil der Gesellschaft sind. Sie sollten wie eine Plattform Optionen für die Bedürfnisse der Gesellschaft und vor Ort anbieten.

Allerdings treten Bibliotheken in Debatten um gesellschaftliche Teilhabe in der digitalen Welt nicht auf. Sie erheben ihre Stimme nicht. Ihre Vertreter sitzen nicht in Talkshows, sie sind nicht auf Podien zu Gast. Wenn auf politischer Ebene in der Grundschule das Grundfach Programmieren gefordert wird, sind Bibliotheken nicht da um anzumahnen, dass vielleicht die Leseförderung genauso wichtig in Schulen sein sollte. Wenn Politiker die Gründung von Start-Ups fördern, sollten Bibliotheken zur Stelle sein und darauf hinweisen, dass sie ebenfalls Inkubatoren und Hebammen für Ideen sind. Und Bibliotheken sind Orte, an denen Menschen zusammen kommen, sie sind Orte, die für den Austausch von Gedanken, Worten und Taten wichtig sind. Das waren sie schon immer, aber der Umschwung von dem reinen Verleihen von Medien zum Kommunikationsort, dieser Umschwung hat in den Köpfen der Politik und der Wirtschaft nicht ausreichend stattgefunden. Bibliotheken bieten den Zugang nicht nur zu den Medien an – sie bieten auch das Wissen an, wie moderne Technik genutzt wird. Auch wenn nicht in jeder Bibliothek des Landes ein 3D-Drucker steht oder ein modernes Podcast-Studio.

Die Bibliothek als Agora

Inmitten der digitalen Gesellschaft brauchen wir eine Agora – nicht nur für den Body Electric sondern auch für das Fleisch. Wir brauchen einen zentralen Platz, eine Anlaufstelle in diesem Land der Ideen, auf dem wir als Menschen uns austauschen können, einen Ort, an dem wir debattieren können. Von Angesicht zu Angesicht. Wir brauchen als Gegengewicht zu Facebook und Twitter, brauchen neben diesen Angeboten auch Orte, an denen wir von wirtschaftlichen Interessen, der „Shopping is Freedom“-Mentalität – Marcus John Henry Brown – unbehelligt sein können und dürfen. Das Eine sollte – und muss! – neben dem Anderen existieren; man darf Facebook und Twitter jedoch nicht per se verteufeln, man sollte die geschäftlichen Aspekte im Blick haben. Einen gewissen Pragmatismus bewahren.

Die digitale Gesellschaft besteht nicht nur aus vernetzten Computern, Cloud-Technologien, aus VPN-Verbindungen. Die Ideen für die digitale Gesellschaft entspringen nicht ALEXA und SIRI, (oder noch nicht?), sie werden im menschlichen Austausch geboren. Dazu braucht es allerdings auch einen Ort, an dem Ideen nicht nur geduldet werden, an dem Ideen wertgeschätzt werden nicht nur, weil sie wirtschaftlich das Land voranbringen könnten – die Annahme, dass durch das Grundschulfach Programmieren kleine deutsche Zuckerbergs entstehen werden ist ebenso abstrus wie die Idee, dass man durch das permanente Auswendiglernen von Tonleitern geniale Komponisten hervorbringt. Wer den Slogan des „Lands der Ideen“ ernst nimmt, der sollte dafür sorgen, dass Ideen auch ein Zuhause bekommen. Einen Ort, an dem sie sich weiter verbreiten können, ein Ort, an dem über sie debattiert werden darf.

Die Bibliothek als Plattform

Bibliotheken gestalten und beeinflussen Leben. Bibliotheken beeinflussen Leben von Menschen. Das Leben von Menschen aber verändert sich aktuell so fließend-rasant, dass wir selbst kaum dazu kommen innezuhalten und uns zu fragen, was wir eigentlich momentan leben oder wann. Nicht jeder denkt darüber nach, was für Auswirkungen Algorithmen auf uns haben können. Wenn Bibliotheken allerdings in der digitalen Gesellschaft eines könnten, dann dies: Das Nachdenken fördern. Nicht nur im Anbieten von Medien, die sich mit einigen Themen der Welt kritisch befassen. Sie könnten Ideenlabore sein, in denen kritische Stimmen ebenso gehört werden wie positive Stimmen, wenn es um die digitalen Auswirkungen des Lebens im Futur geht. Neue Formate ins Leben rufen, neue Wege gehen, Anstoßgeber ebenso sein wie Vermittler.

Bibliotheken sollten wach und zur Stelle sein, wenn es in der Politik und der Gesellschaft  um die Digitale Revolution geht. Dabei geht es auch Inklusion – wohlgemerkt, nicht nur darum, wie wir Menschen aus anderen Kulturen in unserer Gesellschaft aufnehmen oder diese als Teilhaber stärken können. Wobei auch dies eine Aufgabe ist, die eine Bibliothek stets geleistet hat und stets leisten wird. Die Frage der Inklusion ist auch digital zu stellen: Wie schaffen wir es, diejenigen mit dem notwendigem Rüstzeug zu versorgen, die in einer Zeit ohne Internet und ohne Smartphone aufgewachsen sind? In einer Gesellschaft, die immer älter wird, können Bibliotheken Hilfestellungen zum Umgang mit Technologien geben, die es gestern noch gar nicht gab. Dabei ist gestern durchaus im Sinne von 24 Stunden gemeint. Schon heute sind Kurse für den Umgang mit dem Smartphone auch in Bibliotheken heimisch – sogar Smartphone-Rallyes werden angeboten. Weiterdenken lässt sich dies in Hinblick auf den Umgang mit Augmentierter Realität oder Virtueller Realität. Allein schon die Frage, wie man die Geräte zu Hause anschließt und was man dann damit in Bibliotheken zukünftig machen kann – schon diese Frage zielt ja nicht nur unbedingt auf die ältere Generation ab.

Prüfet alles – behaltet das Gute

Doch neben all diesen Dingen ist und bleibt Eines: Aktiv sein. Kontinuierlich sichtbar im gesellschaftlichen Dialog bleiben. Die eigenen Stärken ins Spiel bringen. Aufmerksam sein. „Alles prüfen und das Gute behalten.“ (1. Thessalonicher 5, 21) Vielleicht nicht immer sofort jeden Vero-Trend nachvollziehen, aber mit einem guten Auge, einem Gespür für die digitalen Themen sich als Ansprechpartner auf Augenhöhe bewegen. Die Bedürfnisse der digitalen Bewohner der Stadt, des Landes ebenso wahrnehmen wie die Bedürfnisse derjenigen, die sich nicht als Bewohner des Internets verstehen. Und vielleicht auch manchmal sich schwungvoll aus der eigenen Komfortzone bewegen, die Glieder recken und strecken und mit neuen Erkenntnissen auf die eigene Arbeit sehen.

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Blogposting 01/31/2018

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Blogposting 01/27/2018

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Frohe Weihnachten und auf ein interessantes und spannendes Jahr 2018

„Mit Freude antworten wir sofort und auf die in ihrer Weise herausragende Mitteilung unten und drücken gleichzeitig unsere große Befriedigung aus, dass ihr gewissenhafter Autor zu den Freunden der Sun zählt:

Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, das für ihre kleinen Geister unfassbar ist. Alle Geister, Virginia, seien sie nun von Erwachsenen oder Kindern, sind klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebensogut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen, oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinander reißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinander reißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gottseidank! Er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

Leitartikel aus der New York Sun vom 21. September 1897.
Quelle: Wikipedia

Wie immer am 24.12. seit es das Blog in den verschiedenen Varianten gibt drucke ich erneut den Brief der kleinen Virginia ab. Ich wünsche euch damit ein frohes Fest, schönes Festivus, happy Hanukkah, fröhliche Ahnenfeier und was es sonst noch für Feste gibt, die man um diese Zeit feiern kann.

David gegen Goliath – der Gerechte Inhaberladen gegen den Riesen Amazon

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Passt als Sinnspruch für die Debatte Einzelhandel gegen Onlinehändler.

Es ist eine alte Geschichte und eine, die sofort unsere Sympathien genau definiert und teilt: Auf der einen Seite ist der Underdog, der kleine Mann, der kleine inhabergeführte Einzelhandelsladen, das Familiengeschäft. Auf der anderen Seite steht die Bedrohung: Der große Riese Amazon, der Onlinehandel, das Internet, das die Innenstadt kaputt macht auf Dauer. Ganz klar: Wir fiebern für den Underdog mit und wir freuen uns, wenn der kleine Mann gegen die große Industrie einen Sieg erringt. Das ist die Macht einer guten Geschichte.

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Doch eine Geschichte spiegelt nicht immer die Wirklichkeit wieder. Und auch der nebenstehend Appel der Buchhandlung BuchundCafeLentner aus München reduziert die komplexe Wirklichkeit auf das Schema des „Wir sind die Guten“ und des „Wer nicht mit uns ist, der ist gegen uns“.

Es ist ja nicht so, als ob wir nicht auch wüßten, dass Amazon nicht unbedingt eine gemeinnützige Organisation ist, die das Gute und Hehre im Leben der Menschheit fördern möchte. Von „Weltherrschaft“ zu reden ist allerdings ein wenig übertrieben, das haben Apple und Microsoft schon versucht und ist denen nicht gelungen. Amazon hat sicherlich Kritikpunkte – wie jedes andere größere Unternehmen, das sich am Markt behauptet nun allerdings auch. Die Sache mit den Steuern – und da ist Amazon nicht der einzige größere Betrieb, der Gesetzeslücken oder nicht durchsetzungswillige Politiker ausnutzt, IKEA oder auch Apple gehören genau so dazu – ist allerdings etwas, was komplizierter ist. Und was die Journalisten der WELT besser aufdröseln können als ich. Sagen wir mal: Wenn gewisse EU-Länder nicht so tolerant gegenüber den Konzernen wären – hüstel, Luxemburg, hüstel – dann wäre die Steuergeschichte ja auch durchaus regelbar. Und die EU sitzt ja schon dahinter, dass ex cathedra zu regeln. Aber wie das immer so ist: Das kann dauern. Es ist kompliziert und natürlich kann man Amazon wie anderen Betrieben anlasten, da Lücken auszunutzen. Es ist nun kein Argument, aber spitzbübisch müsste man dann auch fragen, welcher Betrieb denn nun bitte in Deutschland, welche Privatperson denn bitte in Deutschland nicht ebenfalls Lücken im Gesetz ausnutzt oder wer wirklich immer ehrlich und brav seine Steuererklärung ausfüllt…

Sicher wissen wir auch alle, dass mit dem Onlineversandhandel die Belastung des Post- und Paketzusteller zugenommen hat. Es ist sogar von einer Überlastung die Rede, von schlecht bezahlten Löhnen. Nun sind schlecht bezahlte Löhne und die Überlastung von Mitarbeitern sicherlich auch ein Amazon-Problem. Schönreden muss man das nicht. Die Zahlen von Glasdoor sind sicherlich mit Vorsicht zu genießen, VERDI fordert seit Jahren einen Tarifvertrag, der letzte Streik war im November des Jahres, noch nicht so lange her. Sicherlich besteht hier eindeutig ein Malus, der in einen Bonus umgewandelt werden müsste. Das aber betrifft nun nur die Mitarbeiter von Amazon – die andere Hälfte des Problems liegt bei Firmen wie DHL, HERMES und anderen. Diese nutzen gerne aus Kostenersparnissen Subunternehmen. Und bei denen sieht das nun auch wenn DHL und HERMES gerne versichern, die Unternehme würden sich natürlich an Recht und Gesetz und Moral halten, alles andere als menschlich aus. „Die Deutsche Post hat das Land in rund 40.000 Bezirke eingeteilt, in denen sie Pakete ausliefert. Davon darf sie 990 an Subunternehmer vergeben, so hat sie es mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vereinbart. „Nach unseren Beobachtungen werden diejenigen Bezirke fremdvergeben, die eine hohe Belieferungsdichte haben: wo man schnell und flexibel auf das hohe Paketaufkommen reagieren muss“, sagt Jan Jurczyk, der als ver.di-Sprecher die Paketdienste seit vielen Jahren beobachtet.“ Die ZEIT hat eine lesenswerten Artikel darüber und verschweigt auch nicht, dass Zalando und Amazon und wie sie alle heißen die Preise für Pakete drücken, wo sie nur können. Es ist also nicht nur die Schuld von Amazon alleine, was häufig vergessen wird. Und: Diese Subunternehmen nutzt auch unfreiwillig der Buchhändler vor Ort, der als Service die kostenlose Lieferung per Post oder Paket zusichert. Wenn er nicht gerade mit Fahrradboten oder ähnlichen Alternativen arbeitet. Hier ist der Buchhändler um die Ecke leider ein Teil des Problems und nicht der Lösung. Die Politik? Ja, die müsste was tun. Sie müsste.

Das Argument, man müsse doch nicht bei Amazon kaufen kann allerdings auch nur ein Händler sagen, der in einer Stadt wie München sitzt. Wer jemals weiter südlich von München aufs Land raus ist, der wird die kleineren Orte kennen, Orte, in denen oftmals sogar nur drei oder vier Häuser zusammenstehen. Landschaft ist schön – ein Buchladen aber in einem kleinen Örtchen so zu führen, dass er wirklich am Leben bleibt ist eine Kunst für sich. Nicht jeder Ort hat eine schnelle Internetverbindung (aber er hat immerhin eventuell eine), nicht jeder hat einen Buchladen um die Ecke, aber die Post liefert an jede Haustür. Wer keine andere Alternative hat, der sollte eigentlich nicht mit der moralischen Keule einen auf den Detz bekommen. Zudem: Englische Bücher sind NICHT preisgebunden. Und häufig bei Onlinebuchhandlungen durchaus billiger.  Warum beklagen sich Buchhändler eigentlich nicht über Online-Antiquariate – ach so, die sind ja bei Amazon auch schon mit drin. Man müsste ja eigentlich den Handel mit gebrauchten Büchern dann auch verbieten, damit der Einzelhandel überlegt. Erzählen Sie, lieber Leser, das aber bloß nicht als Idee der Politik…

Zudem sind Innenstädte ein kompliziertes soziales Konstrukt. Innenstädte, die kein soziales sondern einfach nur ein Konstrukt sind nennt man Outletcenter. Deren Aussehen imitiert die Stadt – vor allem imitiert sie ein heiteres, freundliches, klinisch sauberes Bild von Stadt – aber Outletcenter werden zu Recht nicht als Städte bezeichnet. Sondern als Konsumtempel. Was durchaus auch auf die Malls auf der grünen Wiese zutrifft – all die Centros, Zentren, Industrie-Kaufgebiete dieser Republik. Diese haben am Niedergang der Innenstadt natürlich keinen Anteil und fließen in die Argumentation der Gegner gegen den Onlinehandel, den Riesen Goliath, nun nicht ein. Warum eigentlich nicht? Sind doch die Auswirkungen seit Anfang der 70ger Jahre definitiv zu sehen, werden immer noch neue Zentren geplant. Aber Goliath mit dem Namen Amazon ist einfach ein zu großes Ziel und überdeckt die anderen Probleme, die beim Niedergang von Innenstädten mit reinspielen. Oberhausen kann ein Lied singen, ein garstig Lied, ein Lied, das politisch ist, weil die Politik 1996 – vor knapp 20 Jahren, so lange ist das gar nicht her – dort eine Neue Mitte wollte. Das Ergebnis: „Eine ganze Innenstadt als B-Lage. (…) „Seit dem Start des Centro hat es hier keine Neueröffnung von Fachgeschäften mehr gegeben.“ Mehr dazu im Handelsblatt. Wer nach Duisburg blickt, wo zwei Malls die City verschönern, wird begreifen warum die Altstadt dort so ist, wie sie ist.

Innenstädte sind ein sehr kompliziertes Konstrukt. Menschen leben und wohnen dort und deren Bedürfnisse müssen natürlich durch Läden gedeckt werden. Aber wenn Menschen, deren Gehälter mit dem Mindestlohn so knapp noch eben für alles reichen, bei Discountern einkaufen gehen und nicht mehr beim luxuriösen Whiskyladen um die Ecke, dann ist der Untergang des Whiskyladens nun nicht die Schuld des Onlinehandels. Wenn der Laden um die Ecke aufgrund der hohen Mieten Pleite geht ist dies auch nicht die Schuld des Onlinehandels. Wenn aufgrund der fehlenden Parkplätze oder der hohen Gebühren für diese Menschen zu Outletcentern fahren, weil es Parkplätze dort gratis gibt, dann ist das nicht die Schuld des Onlinehandels. Wenn Senioren mit Bus und Bahn nur ungünstig in die Stadt kommen und man die ganzen Einkäufe nicht nach Hause bekommt, nicht jeder Laden liefert direkt bis vor die Haustür – ebenfalls keine Schuld des Onlinehandels. Die demographische Entwicklung wird aber gerne ebenfalls übersehen: Es ist nicht so, dass Städte generell jünger werden, sondern eher älter. Wer seine Mitarbeiter nicht ständig fortbildet oder gut ausbildet, wer daher den Kern des stationären Ladenangebots – nämlich genau das soziologische Interagieren mit dem Anderen als wesentliche Komponente des Handels – vernachlässigt, der kann nicht dem Onlinebuchhandel die Schuld geben. Öffnungszeiten, die nicht dem Arbeitsleben des normalen Menschen angepasst sind? Wessen Schuld ist das denn nun wieder? Das des Onlinehandels?

Jedoch, um das in Erinnerung zu rufen: Innenstädte sind keine reinen Konsumstätten. Auch wenn die Betreiber von Malls argumentieren, das Besuchen ebenjener würde zur Freizeitaktivität gehören; womit man insgeheim gegen das Verbot der Sonntagöffnung schießt und Shania Twain hofiert, die schon allerdings sarkastisch sang: „Unsere Religion besteht darin, das Geld aus dem Fenster zu werfen. Daher sind wir jeden Sonntag in der Mall.“
Auch der Buchhändler um die Ecke ist auf die Gewinnmaximierung angewiesen, die ständigen Kosten und die flexiblen Kosten müssen ja bezahlt und der Kühlschrank auch gefüllt werden. Nichts Verwerfliches. Doch diese Konzentration nur auf das Argument des Konsums und des Shoppings verengt das, was eine Innenstadt eben ist. „Das, was die Verödung ausmacht, ist die Reduktion der Idee von Stadt auf Shopping und Restaurants“, sagt Christine Hannemann, Professorin für Architektur- und Wohnsoziologie an der Universität Stuttgart“ im DLF. Womit sie Recht hat, zudem merkt sie auch noch das Problem der Uniformität an, da ständig die gleichen Filialen in den Städten zu sehen sind. Was natürlich nur eine Folge allein des Online-Versandhandels sein kann. Oder vielleicht auch nicht: „Hanebüchene kommunale Gewerbepolitik, gepaart mit einer enormen Behäbigkeit der stationären Händler bzw. Handelsstrukturen haben verlässlich dafür gesorgt die Innenstadt als Einkaufsort überflüssig zu machen. Dass in den hier betrachteten Kommentaren die bisher kommunizierte Stärke des stationären Handels „Sozialer Mittelpunkt“, „Kontakt mit Menschen“ als Schwäche, und zwar als allerschlimmste Schwäche aufgezeigt wird, sollte zu denken geben.“ So Alexander Graf in seinem Blog Kassenzone, der Kommentare der WELT zu einem der typischen apokalyptischen Innenstadtsterben-Artikel untersucht hat.

Der Handel und die Innenstädte haben viele Probleme. Einer der davon ist sicherlich der Onlinehandel, was auch nicht zu bestreiten ist. Doch es sind eben vieleProbleme. Es sind nicht allein die Leviathane Zalando, Amazon und eBay. Es ist der demographische Wandel – im Alter wird man vorsichtiger und bequemer. Es ist die Erfahrung, dass man an den Kassen zu lange warten muss. (Schnellkassen helfen da nicht unbedingt, wenn man mehr als die vorgeschriebenen 10 oder 5 Teile im Korb hat.) Dagegen wird ja schon an Mitteln gearbeitet, aber ausgerechnet Amazon legt mit einem Laden vor, bei dem man einfach Dinge in den Korb legt und mit dem Korb den Laden verlässt, der Betrag wird vom Konto abgebucht. Es ist die Erfahrung, dass man etwas braucht, was die Innenstadt einfach nicht hat. Das coole Küchengadget, das mein Lieblingskoch bei YouTube verwendet – das hat kein Laden in der Innenstadt, also muss Amazon ran. Und nein, das kann auch vom Einzelhändler seltsamerweise nicht bestellt werden oder die nächste Lieferung kommt erst nächste Woche. (Was nicht unbedingt ein Problem des Einzelhändlers ist, also eines, was er verursacht, aber es färbt natürlich auch ab.) Und: Es ist eine Frage der Emotionen. Es ist eine Frage des Erlebnisses, das Einkaufen auch ist. Positive Emotionen binden an ein Ladengeschäft. Weswegen Buchhändler ja auch gerne mal Kaffee servieren, Weinproben vornehmen, außergewöhnliche Events organisieren. Es ist also alles komplex und man kann es nicht einfach auf einen einzigen Faktor reduzieren. Doch halt, was sagt eigentlich der Buchhändler, der den Zettel im Schaufenster hängen hat? „Der große Erfolg im Einzelhandelsbereich ist die Fähigkeit, Menschen zu erkennen und ihnen richtig zu begegnen.“ Führwahr. Dummerweise ist das nicht so einfach, wie es gesagt wurde.

Blogposting 12/20/2017

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Blogposting 12/16/2017

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Es ist nicht mehr das Star Wars meiner Jugend, was total in Ordnung ist, aber…

Sagen wir: Star Wars hat mich definitiv mit VII verloren, „Rogue One“ war dann zwar anders und richtig dreckig, aber irgendwie nicht mehr meins. Das Problem ist, dass man irgendwann aus dem Alter rauswächst, in dem man akzeptieren kann, dass Charaktere nur gut oder nur böse sind. Man kann die Geschichte des Guten Imperiums, das sich gegen das Böse Imperium wehrt, natürlich ad infinitum weitererzählen. Und es gibt gute Geschichten, die man aus diesem Konflikt machen könnte. „Star Wars VII“ aber und „Rogue One“ – und gerade „Rogue One“ hätte es ja können, weil der ja anders ist – recycelten im Grunde das, was die Original-Trilogie ausmachte.
 
Ja, sicherlich – Luke Skywalker hat als Charakter in „A New Hope“ nun auch keine ausgefeilte Persönlichkeit gehabt. Eigentlich hatte die gar keiner der Protagonisten, weil die „Flash Gordon“ und die anderen Serials da auch keine hatten. (Dale Arden als Dame in Nöten sag ich nur.) Aber 1977 hatte „Star Wars“ immerhin Glitzer im Haar, die Weitschweifigkeit des Weltraums und verfügte über einen Goldenen-Sonne-über-weitschweifigen-Weizenfeldern-auf-fernen-Planeten-Soundtrack. Ach und über etwas, was „Macht“ genannt wurde. (Und was mit Midichloridingsda später entmystifiziert wurde. Toll, George. Nicht.)
 
Ich habe keine Ahnung, ob der neue Teil – VIII – gut oder schlecht ist. Die Trailer haben bei mir jedenfalls keine Emotionen erweckt, sie waren mir irgendwie egal. Wobei: Boah, Kylo Ren hat mich als weinerlicher Teenager in VII sowas von genervt. Da hatte selbst Darth Vader in den ersten Minuten ja mehr Charisma. Komplett mit Helm und Maske übrigens. (Ich verteidige übrigens immer noch die Stimme von Darth Maul, weil Peter Seraf-, Serafiwo-, na, der Dwayne Bansey aus „Spaced“ einfach eine gigantische Stimme hat. Huh!) Jedenfalls: Ja, da kommt halt jetzt die nächsten Jahre zu Weihnachten immer ein neuer Star-Wars-Film in die Kinos. Filme, in denen neue Charaktere aufgebaut werden – so in fünf Minuten vermutlich – und in denen Charaktere sterben werden. Vermutlich dann auch in fünf Minuten gegen Ende, wenn sie ihre Plot-Relevanz erfüllt haben und die Drehbuchautoren nicht mehr wissen, was man mit den Figuren anstellen soll.
 
Meinetwegen. Ich möchte ja kein Spaßverderber sein und behaupten, früher war alles total super – weil wir bis auf diese Specialedition, die es nur noch bei eBay gibt, das gar nicht mehr beurteilen können oder hat jemand noch die alten VHS-Kassetten? Also die Hardware zum Abspielen derselben? Tja. Früher war alles halt eine Frage der Perspektive: 1977 kann ich natürlich den ersten Teil nicht im Kino gesehen haben, aber „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schon. Ausgerechnet den Teil mit den Kuddelplüschbären, die irgendwie Krieger sein sollen, aber schön. Früher jedenfalls hat das Gut-Gegen-Böse-Märchenschema ja durchaus funktioniert. Tut es heute auch noch eigentlich, aber wenn eine Filmreihe in die Jahre kommt und offenbar auf Nummer Sicher setzt – wie gerne hätte ich einen grauen Charakter mal gehabt, wie gerne mal Selbstzweifel gesehen. Im Alter lernt man: Die Welt ist nicht nur total gut oder total böse. Die Welt ist grau. Und wenn man dann genügend andere Filme zum Vergleichen hat, die definitiv mehr bieten können als nur Märchen…
Es ist nicht das Star Wars meiner Jugend? Nicht ganz. Es ist halt fast genau wie das Star Wars meiner Jugend. Genau das aber sollte es eigentlich nicht mehr sein. Genau das stört mich momentan allerdings auch an den Marvel-Superhelden-Filmen: Sie wagen nichts mehr. Schön, „Guardians of the Galaxy“ 1 und 2 sind total okay und machen Spaß. Weil sie halt etwas wagten: Eine Gruppe von Superhelden, wir wir total nicht kannten auf irrwitzige Abenteuer zu schicken. (Und im zweiten Teil gabs sogar Charakterenwicklung? Meine Fresse!) Star War setzt momentan alles auf die sichere Karte, VII recycelte eine Menge von alten Plotklischees. Und wenn jemand sagt, dass „Rogue One“ ja durchaus was wagt: Ja. Aber die Charaktere in „Rogue One“ sind mir völlig egal. Und da die am Ende eh alle drauf gehen – ups, Spoiler – investiere ich gegebenenfalls Emotionen, um am Ende dann irgendwie leer aus dem Film rauszugehen.   Weil dieser Film im Grunde nichts bedeutet. Müssen wir um Star Wars zu verstehen wirklich WISSEN, wie die Pläne an die Rebellen gekommen sind? Nö. Ja, der Film schließt eine Lücke und ja, das ist ganz nett aber – er füllt halt seine Zeit mit netten Bildern und einer Geschichte, die man nicht braucht.
Ob VIII genau das auch tun wird, keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht. Ehrlich gestanden freue ich mich weitaus mehr auf „Jumanji“, einem Action-Dschungel-Popcorn-Film. Von dem weiß ich aber unter Garantie, dass der nicht mehr sein möchte als eine unterhaltsame Geschichte. Für Popcorn. Und für Cola. Mir ist ein Film lieber, der weiß, was er ist als einer, der mythisch angehäufte Charaktere hat, die einfach auserzählt sind und der neue Charaktere bringt bei denen die Autoren offenbar nicht so recht wußten, was sie mit ihnen anstellen sollen.
Und jetzt dürft ihr mich gerne einen verbitterten, alten Sack nennen, der keine Ahnung davon hat, wie man ein Franchise angemessen in das Jahr 2017 befördern kann. „Star Trek“, hüstel, aber okay, Serie gegen Film auszuspielen ist wie Orangen mit Zitronen zu kreuzen…

Weihnachtsberufs-Stress

Kirchliche Feiertage werden von Kollegen der Kirchenmusik gerne auch etwas despektierlich als „Kampftage“ bezeichnet. Wenn man sich vergegenwärtigt, wieviele Gottesdienste das sind, die man gegebenenfalls alleine spielen muss – die Choräle sind eigentlich nicht das Problem, das schafft man sich über die Jahre ja drauf, aber jeder Gottesdienst sollte – SOLLTE – nach Möglichkeit ja auch noch ein Vor- und ein Nachspiel haben, von der Begleitung während des Abendmahls mal abgesehen. Da kommt bei vier, fünf oder mehr Gottesdiensten – um Ostern sind das eher mehr wegen der Osternacht meistens, allerdings gibts noch Extraveranstaltungen in den Gemeinden wie Taize-Gottesdienste, Adventsandachten – doch, gibts! – dann die diversen Weihnachtsfeiern, wo man eventuell gebeten wird zu begleiten… Kurz: Schon Ende November ersehnt man den 2. Januar, schließlich ist dann Silvester durch und die Neujahr-Gottesdienste ebenfalls.

Natürlich mache ich den Job gerne. Natürlich entwickelt man sich auch: Choralvorspiele oder Choralbegleitungen mache ich nicht mehr nach irgendwelchen Sätzen aus Büchern, es sei denn, es ist unbedingt für die Weiterbildung, sondern mir reichen Akkord-Angaben mittlerweile und Vorspiele improvisiere ich dann meistens. Das klappt halt mal gut, mal weniger gut, aber immer noch besser als Manches – betonte Großschreibung! – was da einem in den berüchtigten dicken Begleitbüchern für die Orgel vorgeschlagen wird. Da sind manchmal Sätze drin, das glaubt man gar nicht… (Abgesehen davon: Für Neue Geistliche Lieder gibts ab und an auch gar keine Sätze sondern nur Akkorde. Insofern…)

Jedenfalls: Vor lauter Vorbereitungen – und vor lauter Absagen, weil man zu Silvester halt nicht unbedingt größere Strecken zurücklegen kann, wenn man kein Auto hat und dementsprechend größere Familienfeierlichkeiten wegen Silvester- und Neujahrsdienst eher – ähm – schwierig sind, abgesehen davon, dass man ja nicht von der Orgelbank am nächsten Morgen runterfallen möchte… Es ist halt schwierig, die eigene Balance zu wahren und sich nicht vor lauter Arbeit zu verlieren.

Was vermutlich für jeden Beruf gilt. Logisch.

Und Zeiten, in denen die Arbeit auf einen zurollte und man nicht ausweichen kann: Die gibts auch in allen Berufen und zu jeden Zeiten. Da ist der Kirchenmusiker eigentlich ja noch glücklich dran, immerhin weiß er ganz genau, dass regelmäßig diese Zeiten vorkommen und kann dann diese genau planen. Das Programm bis Ostern nächstes Jahr? Steht für meinen Chor schon fest. (Gut, auch damit die Pressestelle rechtzeitig für den Flyer der Kirchenmusik insgesamt die Termine feststehen hat…)

Und es sei auch eingestanden: Natürlich macht es Spaß, wenn an Feiertagen die Kirche voller ist als sonst in der Woche. UND MAN SCHÖN DIE ORGEL LAUTSTELLEN KANN, OHNE DASS SICH SONST JEMAND BESCHWERT, WEIL DAS HALT SO SEIN MUSS AN WEIHNACHTEN! WO IST DAS ZIMBEL-REGISTER?

Insofern: Es hat alles sein Vorteile und seine Nachteile. Und ja, es ist natürlich doof, wenn man am Heiligen-Abend abends nochmal rausmuss und die Familie schnuckelig im Wohnzimmer… MOMENT MAL! DIE WERDEN NATÜRLICH MITGENOMMEN! ALSO WENIGSTENS EINMAL IM JAHR KÖNNEN DIE AUCH MAL EINEN BEI DER AREIT ERLEBEN! SO! 🙂

 

 

Datenschutz versus Kommunikation des Evangeliums?

Ein wichtiger Punkt: Datenschutz und Kirche. Es kann hier eigentlich kein Oder sondern nur ein Und geben. (Wobei den meisten Pfarrern das in der Regel nicht bewußt ist, dass es ein EIGENES Datenschutzgesetz für die Kirche gibt. Dass es da Neuerungen gibt, war mir auch nicht klar…)

Θ TheoNet.de

FireShotCapture002Mutig und pointiert beschreiben die zwei Kollegen und eine Kollegin aus Westfalen, wie der kirchliche Datenschutz ihre Arbeit einschränkt und beklagen, dass ein lebensfremder Datenschutz die Folge sei, wenn man „Juristinnen und Juristen und Techniker(n)“ [sic! Gibt es keine Technikerinnen?] das Feld überlasse:

Eine Kirche, die diesen Auftrag ernst nimmt, tummelt sich auch im Digitalen dort, wo die Menschen unterwegs sind. Sie setzt auf etablierte Plattformen, statt proprietäre Lösungen zu entwickeln, die anschließend im Regal verschimmeln. Sie verbreitet die beste Botschaft der Welt über reichweitenstarke digitale Kanäle.

Es könnte so einfach sein. Wäre da nicht der kirchliche Datenschutz, der diesem Vorhaben einen dicken Knüppel zwischen die Speichen wirft.

Sorry, aber das kommt dabei heraus, wenn Juristinnen und Juristen und Techniker allein die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben determinieren. Und lässt man es zu, dass sie ihre Positionen gegenüber kirchenleitenden Menschen artikulieren, die – mit Verlaub – in der Regel…

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