Kirche, Instagram, Corporate Influencer*innen und Öffentlichkeitsarbeit

Kirche und Instagram wirken immer noch nicht wie eine natürliche Verbindung.

Ein Zitat aus dem Artikel, der einen Sinnfluencer vorstellt. Dabei bin ich mir gar nicht so sicher, denn Instagram liegt Kirchen eher als andere Plattformen.

Es liegt vielleicht daran, dass Kirche viel Erfahrung mit Bildern hat. Altarbilder, Darstellungen der Kreuzigung, Heiligenbilder und Ikonen – das ist in der DNA der Kirche vorhanden. Propaganda damit hat Kirche auch gemacht – zudem: Was wäre die protestantische Kirche ohne die vielen Flugblätter aus Martin Luthers Zeiten? Damals war es halt die Druckerpresse, die das Evangelium transportierte. Heute sind es die sozialen Medien.

Sicherlich klicke ich dann auch Bilder an, die gut gemacht sind. Videos, bei denen ich sehe, dass sich jemand Mühe gemacht hat. Besonders bei Instagram ist es wichtig, das Bild passend zu präsentieren. Denn gerade auf Instagram ist das Bild der erste Eindruck. Die Bildbeschreibung wird manchmal gar nicht erst gelesen. Und gerade hier wird der Spagat zwischen Glanz und Authentizität spürbar.

Denn nicht alle Kirchengemeinden haben professionelle Teams. Manchmal ist es auch nur ein Einzelner, der in der Gemeinde etwas macht. Wenn der Pfarrer also einen Schaukasten photographiert, dann ist das erstmal ästhetisch nicht so prall, aber erstmal ist das ein Mehrwert für alle die, die nicht Schaukästen anschauen. Wer tut das denn noch bewußt? Eben. Schließlich entscheidet auch immer noch der Nutzer, was er anklickt oder auch nicht.

Zudem ist die Frage: Ab wann wird die Ästhetik so, dass sie wieder den werbenden Charakter annimmt? Möchte man von Menschen, denen man folgt, wirklich Glanzbilder haben, die den eleganten, easy Kirchen-Lifestyle verkörpern? Damit würden wir in die Oberflächlichkeit von Instagram einsteigen und das kann bei aller Liebe nicht das sein, was Kirche als Auftrag hat.

Kirche verkündet das Evangelium. Dazu nutzt Kirche Soziale Medien und nutzt sie so, wie es die Möglichkeiten vor Ort zulassen. Unterscheiden muss man dann auch noch zwischen der Ästhetik von Influencer*innen und der Gemeinde. Es mag sein, dass ein*e Influencer*in auch Öffentlichkeitsarbeit für die Gemeinde – analog Firma – betreibt. Aber das sind dann zwei paar Schuhe.