WordPress.com – Backend-Verwirrung und kommender Datenschutz

Manche Entscheidungen sind einfach nicht nachvollziehbar und ich behaupte nicht, dass früher alles besser war. Wenn ich mir aber ansehe, was das für eine elende Springerei im Backend von WordPress.com momentan ist, dann frage ich mich wirklich, ob ich nicht mal umziehen sollte.

Dass Automattic, die Firma hinter WordPress.com momentan auch noch nicht zum Thema DSVGO – DVSGO – Datenschutz-EU-Richtline, ab Mai in Kraft tretend – geäussert hat, es noch nicht die notwendigen Formulare gibt, um halt die Auftragsdatenverarbeitung sicher zu gestalten – ja, natürlich liegen die Sachen allesamt auf den Servern von denen – und auch wegen der Kommentare ist demnächst ja Einiges zu beachten bzw. Cookies… Humpf. Wenn die nicht bis Ende Mai in die Pötte kommen, dann muss ich mal überlegen, was ich mit dem Blog hier anstelle. „Du hättest aber doch einen eigenen Server mieten können, oder? Selbst schuld!“ – Moment, wenn eine Firma ein Produkt anbietet und sich die gesetzlichen Regelungen ändern, dann muss die Firma auch dafür sorgen, dass das Produkt den Regelungen entspricht – für viele Blogger ist ein eigener Server bzw. das Installieren von WordPress als System nun nicht unbedingt die Option, weil sie das nicht technisch können, das Geld nicht ausgeben können oder andere Gründe haben. Außerdem bin ich laut Support-Foren nicht der Einzige, der sich momentan sorgt…

Jedenfalls: Es gibt bei WordPress immer noch das klassische Backend, das kennt man von der Software-Variante her, bei WordPress.com hat man aber auch einige Dinge zum „schnellen Bloggen“ eingeführt oder eine Leiste, mit der man Zugriff auf wichtige Funktionen hat. Wohlgemerkt: Nicht alle Funktionen. Nur das, was irgendwie wichtig ist. Wenn ich im Detail etwas ändern möchte, springe ich also zuerst ins Wichtige-Menü, um mit einem Klick dann im klassischen Menü zu landen. Um eventuell dann wieder doch zurückgeführt zu werden, weil… Weil… Ja, weiß ich auch nicht.

Teilweise macht das einfach keinen Sinn.

Und ja, darüber klagen WordPress.com-Nutzer schon seit einigen Jahren, geändert hat sich aber nichts. Eher ist es verschlimmbessert worden, leider.

Wie gesagt: Bis Ende Mai hat Automattic noch Zeit, das WordPress.com-System umzustellen und datensicher zu machen. Momentan etwa wird die Statistik-Funktion im Backend mit Jetpack erzeugt. Ob die Daten anonymisierten sind? Keine Ahnung. Was genau gespeichert wird bei der Analyse? Das müsste eigentlich irgendwo ausgewiesen sein. Plugins wie Shariff kann derjenige, der kein Geld in die Hand nimmt für den Pro-Account – die Frage ist dann auch noch, wie die Werbeanzeigen eingespielt werden, die ab und an hier auftauchen und was da genutzt wird, keine Ahnung – nicht für die Social-Plugins nutzen. Deswegen habe ich die vorerst deaktiviert und eventuell wird auch die Kommentarfunktion dran glauben müssen. Abgesehen vom Anismet-Problem…

Datenschutzerklärung erstellen und so – kein Thema, das muss ich als Betreiber des Blogs natürlich. Aber ich kann keine vernünftige Erklärung erstellen, wenn ich nicht genau weiß, was aufgezeichnet wird und momentan hab ich auch erstmal einen Roh-Entwurf reingeworfen, den ich noch überarbeiten muss – aber dann ist wenigstens schon mal was da. (Beim Verfahrensverzeichnis streiten sich die Anwälte offenbar…) Jedoch: Der Rest liegt beim Anbieter. Und da hat Automattic zwar versichert, man sei dran, aber der letzte Stand dazu war im Februar der Kommentar, man würde an Dingen arbeiten. Auf der offiziellen Webseite steht nichts, da steht nur, was Automattic als Firma beim Erstellen eines .com-Accounts so generell macht und tut.

Ich hoffe, die kriegen das noch gebacken. Wenn nicht, werde ich das Blog wohl oder übel nach dem Export der WP-Dateien schließen müssen…

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2 Antworten zu “WordPress.com – Backend-Verwirrung und kommender Datenschutz

  1. Spricht mir aus der Seele. Nur ich muss meine Hausaufgaben noch (dringend) machen.