Kritik und Gedanken

Schadet der letzte Blogeintrag meiner Karriere in der Kirche?

Diese Frage steht natürlich im Raum, wenn es um das Drama – im Nachhinein müsste ich Anführungszeichen einfügen, Kindergarten eigentlich, aber klar, wenn man verletzt ist, zornig ist und wütend und es einem nicht gegeben ist, Dinge abzuschließen, weil die Gegenseite einen hängen lässt, wächst der Groll und die Ausbrüche werden größer, weil man sich hilflos fühlt – kurzum die Antwort:

Keine Ahnung. Ist mir aber auch egal, denn unkorrektes Verhalten soll und muss ans Licht und an den Tag gebracht werden. Und bisher hat das Presbyterium in keinster Weise auf das, was passiert ist irgendwie auch nur annähernd reagiert. Denen ist also egal, wie sich ein ehrenamtlicher Mitarbeiter fühlt, denen sind die zahlreichen netten, freundlichen Schreiben von mir egal, die reagieren nicht mal, wenn ich die Faust auf den Tisch haue – dann sind mir die Konsequenzen auch egal. In diesem Falle schon.

Was definitiv unterschieden werden muss: Zwar bin ich bei der EKIR angestellt, aber nicht in der Gemeinde Neudorf-West. Pfarrer Nadolny und Pfarrerin Krüger sind nicht meine Vorgesetzten. Die Zeit, die ich in der Gemeinde in den Chor und den Posaunenchor stecke – da ich mich jetzt Umgemeinden lasse, werde ich Vertretungen eh nicht mehr machen – ist meine Freizeit. Das sind Sachen, die ich gerne mache. Das andere ist Dienst. Und in meinem Vertrag steht, dass über Interna was den DIENST anbelangt natürlich Stillschweigen gehalten werden soll.

Wäre das Presbyterium klug gewesen, sie hätten mit mir auch einen Vertrag ähnlicher Art geschlossen. Haben sie nicht und sofern ich Meinungen äußere, die weder Verleumden noch irgendwie sonst aus dem gesetzlichen Rahmen fallen… Denn – und das habe ich abschließend so ähnlich auch in einer Mail geschrieben – das wäre noch schöner, wenn keine Kritik geäußert werden dürfte bei Dingen, die in meinen Freizeitbereich fallen. Aber denen ist das eh egal anscheinend. Das Internet ist halt böse, eine Webseite, die auch, und ja, man hat mich offenbar bewußt ausgebootet.

Dass dieser an sich interne Konflikt nicht direkt beendet wurde kreide ich den Verantwortlichen an. Es gehört zu der Verantwortung eines Chefs – und das sind Pfarrer nun mal auch – sich auch um die Mitarbeiter zu kümmern, die ehrenamtlich tätig sind. Und zu vermitteln, wenn hauptamtliche Mitarbeiter und ehrenamtliche – wie in meinem Fall – aneinandergeraten. In der freien Wirtschaft hätten wir uns sofort irgendwie an einen Tisch gesetzt, vermutlich hätte ich eine Abmahnung bekommen, aber auch mein Gegenüber wäre nicht glimpflich davongekommen und das wäre geklärt worden.

Das ist es aber nie.

Und jetzt, nach knapp einem halben Jahr und einer Mail später ein Gesprächsangebot zu schicken ist – nach reiflicher Überlegung meinerseits – verschenkte Lebenszeit. Ich steige nicht mehr in die Rechtfertigungsarena hinab, aus der ich jetzt mit diesem Beitrag emporsteige.

Es ist aber schon witzig: Karriere. Streben. Kirche. Als ob ich Karriere in der Kirche hätten machen wollen. Was sollte mir daran liegen? Ich brenne für die Musik, nicht für die Politik. Ich brenne für Kooperationen, nicht für Machtspielchen. In Neudorf-West habe ich mich leider verbrannt, weil die internen Strukturen dieser Gemeinde so undurchsichtig sind, weil mein Ansprechpartner nie ernsthaft sich mit mir beschäftigte, weil Anforderungen nie gestellt wurden und auch, weil ein hauptamtlicher Mitarbeiter sich – verzeihen Sie mein Französisch – sich in einer Mail aufgeführt hat, als wäre er Napoleon höchstpersönlich.

Ich jedenfalls bin raus, Neudorf-West. Spielt eure beschissenen Machtspielchen doch alleine. Macht, was ihr wollt. Lasst die Kirche verkommen – den Verdacht, dass da hinter Absicht steckt, den bin ich nie ganz losgeworden, Sinn und Zweck würden mir sofort auch einfallen, aber das schreibe ich mal besser nicht – lasst die Orgel verrotten. Erfolgreich den Küster verjagt habt ihr und ob ihr mit einem Neuen glücklich werden werdet – sicherlich nicht, weil ihr dauernd und immer was zu meckern habt.

Ich bin froh, eure Gesichter, euch selbst und die Gemeinde nicht mehr sehen zu müssen. Vertretungen werde ich für Neudorf-West in Zukunft konsequent ablehnen, aber lasst euch sagen: Wenn ihr demnächst nach Ost müsst, weil die das bessere Gemeindehaus haben, dann jammert nicht rum…

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