#hsbarcamp17: Woher der Hass, Twitterer?

IMG_0049In den letzten Jahren war das Hochschulbarcamp eigentlich eine Veranstaltung, die bei Twitter nicht unbedingt die Spammer anlockte. Deswegen war auch die Media-Wall ja wie immer an diesem ersten Tag des Barcamps nicht moderiert. Weil es bisher einfach nicht nötig war.

Aber dann wurde es heftig: Die obligatorischen Dick-Pics, Bilder, die mit dem Barcamp nichts zu tun hatten, die Aufforderung, man solle sich doch bitte löschen und wehe, es werden Steuergelder verschwendet für sowas… Es ging dann nicht mehr anders, die Wall musste moderiert werden. Man selbst allerdings, der dem Hashtag immer noch folgte – weil, wie sonst soll man mitbekommen was sonst passiert – wurde aber stets immer noch bombardiert.
Woran liegt das? Am Tag? An der Uhrzeit? Sind werktags vormittags nur Twitternutzer aktiv, die wirklich so einen Hass gegen die geballte Akademikerwelt – „Scheiß-Studenten! Halten sich für was Besseres!“ – haben? Kann ich mir nicht vorstellen. Sind das Berufstrolle, die sonst nichts Anderes zu tun haben? Potentielle Ärger-Erreger, die darauf hoffen mit Reaktionen ihr Ego gefüttert zu bekommen? Mann, müssten die aber kleine Egos haben…
Vor allem: Ist der Graben in der Gesellschaft zwischen denen, die offenbar nicht am Arbeiten sind mittlerweile so tief? Ich möchte da nichts unterstellen, vielleicht sinds auch gelangweilte Studenten oder Rentner, aber es war auffällig, dass in den ersten drei Stunden nicht so viel kam, dann aber immer geballter… Wie können Menschen einen derartigen Hass überhaupt entwicklen auf etwas, was sie – wenn sie denn googlen könnten – als reine Fachveranstaltung und damit eigentlich als für sie uninteressant abtun könnten?
Na ja, die üblichen „Das ist ja alles nur wieder so Blase und Geseier“-Postings kommen ja immer mal wieder, dass das für die meisten Teilnehmer eine Fortbildung ist – deswegen liegt das Hochschulbarcamp ja auch IN der Woche und nicht am Wochenende! – und dass in jeder anderen Berufsbranche es selbstverständlich ist sich zu treffen und auszutauschen wird ja gerne dann mal übersehen. Weil: Social Media ist ja nur Killefitz. Trallafitti. Kinkerlitzchen. Glitzerpups. Dass es das nicht ist sondern Arbeit wie jede andere auch scheint bei Einigen nicht angekommen zu sein.
Es ist schade, dass es offenbar in diesen Zeiten nicht mehr möglich ist eine Veranstaltung zu fahren, die einen fruchtbaren und offenen Austausch von Fachkräften untereinander fördert. Was uns aber nicht davon abhalten sollte sowas weiterhin per Twitter zu begleiten. Vielleicht ist das Ganze ja am morgigen zweiten Tag auch weniger schlimm. Wobei, wenn das letzte Wort an einen Troll lautet: „Nee, du legst jetzt auf. Hach.“ – dann ist das auch schon wieder ein Spaßeffekt. Kennt ihr den Begriff der Paradoxen Intervention? Probierts einfach mal demnächst aus. Kicher.
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Ein Gedanke zu „#hsbarcamp17: Woher der Hass, Twitterer?

  1. Interessant, dass euch das auch so passiert ist. Vor ein paar Wochen haben wir beim Fachtag #SozialimNetz ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Vielleicht haben sich Twitterwalls auch einfach überlebt.

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