Bullet Journal – nette Idee

Die ursprüngliche Idee des Bullet Journal ist eine Art von Kalender zu haben, der neben den Monatseinträgen auch komplette Tasks in sich vereint. Mit bestimmten Symbolen kann man dann Sachen abhaken, verschieben oder sonstiges. Man nennt das gemeinhin auch To-Do-Liste. Das Ganze auf Papier. Deswegen ja Journal. Ich habs ausprobiert – wobei ich von der reinen Lehre etwas abgewichen bin. (Und ich muss es wieder reorganisieren, ein Grund warum mir etliches in der letzten Zeit nicht so ganz gelang, abgesehen davon, dass ich einige Wochen nichts tun durfte. Schulter. Krank. Bäh.)

Damit ich hier nicht lange erklären muss, was das eigentlich ist – ein YouTube-Tutorial! Yeah! Wobei ich bei der Durchsicht zu der Erkenntnis gekommen bin, dass es eine Art Richtlinie für die Dinger gibt – der Index zu Beginn, der Monatskalender gehört meistens dazu etwa – aber im Endeffekt dann doch jeder das System so zurechtfeilt wie er es braucht.

Fangen wir man von vorne an: Sehr praktisch ist die Durchnummerieren der Seiten und dann der Index, der nach und nach – bibliothekarisches Fachwort dafür gibts, fällt mir aber nicht ein – sozusagen später entsteht, wenn man auf den Seiten halt seine Ideen für gewisse Dinge einträgt. Man sollte – leidvolle Erfahrung – dann doch einige Seiten mehr vorne Platz lassen als man so gemeinhin denkt… Ich selber trag aber im Index tatsächlich nur die „Projects“ ein bzw. die Gedanken zu oder über ein Projekt. Manche tragen im Index dann auch die To-D0-Liste nach, was ich allerdings für wenig zielführend halte – das schwellt den Index nur an und die Suche erleichtert es eher weniger. Nachteil des Index: Er ist nicht alphabetisch ordentlich sortiert. (Ja, ja, ich weiß, aber wenn der Index etliche Seiten hat und man gerade eine Idee wiederfinden will, das dauert bisweilen.) Dafür scheints aber noch keine richtige Lösung zu geben.

Eigentlich gehört noch ein Jahresplan mit Monaten und ein Plan für den jeweiligen Monat dazu. Und einen für die Woche. Für mich passt das nicht, ich trage Termine digital in die großartige App Calendar 5 ein, die mit allen anderen Kalendern synchronisierfähig ist. (Man führe keine zwei Kalender!) Ich mache auch keine großartigen Farbspiele für irgendwelche wichtigen Sachen oder notiere die nochmal extra auf eine Seite oder so. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Neben den täglichen To-Do-Listen, die mit bestimmten Symbolen arbeiten und bei denen man dann Sachen nach vorne packt, nach hinten, durchstreicht, abhakt, unterstreicht – nee, unterstreichen eher nicht, aber ihr kennt das ja mit To-Do-Listen – ist die Idee der „Container“ für „Projects“ sehr schön. Notizen, die man bei Gesprächen führt, Sachen, die man beim Meeting aufzeichnet – dafür gibts eine eigene Extraseite, die dann vorne in den Index eingetragen wird. Und die Unauffindbarkeit von Ideen hat mich ja schon immer genervt. (Heute kam mal wieder die Anfrage nach irgendwelchen Sachen aus einem Projekt, die garantiert irgendwo niederschrieb, aber welches Notizbuch war das und wo?) Das ist echt praktisch.

Außerdem kann man auch Dinge einkleben – wie in einem Scrapbook. Tickets oder so. Dinge, die für den Tag wichtig waren. Nicht die reine Lehre eigentlich, aber passt schon. Und nein, ich nutze kein Leuchtturm 2017 dafür und keine besondere Ausgabe – ich hab mein Moleskine umfunktioniert. Allerdings hab ich fürs nächste Mal, da sich das Teil dem Ende nähert, dann ein total nettes Notizbuch mit Sprüchen auf dem Cover – fragt nicht. Motivation. Und so.

Alles in allem: Falls wirklich jemand penibel Jahres-, Monats- und Wochentermine da einträgt – Respekt. Für mich digitalen, der eher zum Smartphone zückt wenns bei der Eintragung um Termine und Erinnerungen geht – das verfluchte Gmail in der anderen Oberfläche kann Mails pinnen und hat eine Erinnerungsfunktion und Wiedervorlage! Verdammt, was tauscht man nicht so gegen seine privaten Daten gerne an Bequemlichkeit ein, aber ich finds halt nett – also für jemanden der eher digital lebt ist das Ganze aber zumindest optimal fürs Gedankennotieren und Nachhalten seiner To-Dos. Bei mir klappt das annähernd – ich müsste halt nur jetzt nach der „Nix tun“-Phase wieder in den Flow rein und konsequent To-Dos notieren.