#ChorfestStuttgart – Vom Regen in die Sonne am Freitag

Kaum hat die Sekretärin von Petrus Urlaub erreichen ihn offenbar die Wetterwünsche für die Tage nicht mehr. Oder die Vertretung hat die Zettel vertauscht. Jedenfalls war heute von Sonne bis Regen alles dabei. Pitschnass durch Pfützen traben macht Kindern garantiert Spaß – bei mir hält sich das echt in Grenzen.

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Zwei unterschiedliche Türme aber eine Kirche: Die Stiftskirche in Stuttgart.

Dabei fing der Tag doch – wie oben zu sehen – so schön an. Wolken, Sonne, Singen: Beim Singalong in der Stiftskirche hatte ich eigentlich auf Mendelssohn gehofft, aber Schütz und Bruckner waren auch schön. Für so mal eben vom Blatt ging das sogar erstaunlich gut. (Mendelssohn kam dann noch etwas später als Mitsing-Lied „Verleih uns Frieden“ am Abend.) Warum die Kirchen zwei unterschiedliche Türme hat – das müsste ich mal ergründen, wenn ich Zeit habe. Habe ich allerdings eher nicht so die nächsten Tage, denn heute schon war das Schedule an Arbeit recht – sagen wir – gut geplant.

Also eigentlich. Und bis zum ersten Einsatz am Nachmittag war ja alles super: Sonne! Chor auf der Bühne gut drauf! Und dann: Erste Regentropfen. Macht nichts. Man hat Schirme. Ich nicht. Weil das auf die Wetter-App-Gucken hab ich natürlich nicht gemacht. Warum auch. Stärker Tropfen. Noch – stärkere – bis schließlich eine Ansage kam: „Wir brechen jetzt erstmal die Veranstaltung ab, setzen sie fort wenns besser wird.“ Blitz, Donner, fluchtartiges Suchen eines trockenen Unterstandes – nun ja – und abwarten.

Und warten. Nass werden. Und warten.

Durchnässt und tapfer dann gehts weiter vor der Bühne des Schlosses. Beim Platz passt das Theater von Duisburg übrigens doppelt und dreinfach, diese gigantischen Ausmaße der Innenstadt sind schon beeindruckend. Allerdings ist mir das manchmal ein bißchen zu groß und weiträumig – was mich an Berlin erinnert: Große Plätze, weite Alleen, aber so richtig Wohlfühlen, hmmm.

Da wir spontan sind, darf ich zwei Fragen an einen Chorleiter stellen. Was dann prompt auch bei Facebook hochgeladen wird. Und ich ertappe mich, eine Frage mit „Ja….“ einzuleiten. Was ich eigentlich beim Radio verlernt haben sollte, aber nun ja, alte Trachten sterben halt selten aus. Oder wie war das Sprichwort? Egal. Nach dem Cup-Song – ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht, das muss ich nochmal hören, also werde ich auch morgen noch mal – war ich auch nicht unbedingt kreativ. Dafür hat das Beatles-Singalong Spaß gemacht.

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Es scheint wieder die Sonne und es wird wieder warm. Ich bin allerdings in der Liederhalle. Und hingerissen von der Bearbeitung der Mahler-Stücke. Ja, das sind natürlich alles Profis. Die sind natürlich auch Weltklasse – die haben einen Grammy bekommen für die Messe vom Bruckner, die sie nochmal gespielt haben heute – aber ein zartes Schweben bei „Ich bin der Welt abhanden“ gekommen, dass sich steigert bis ins Paradies. Und dann – der Ligeti. DER LIGETI! Nee, da fehlen einem die Worte. Bruckner fand ich jetzt von der Besetzung interessant, aber Bruckner ist nicht so mein Komponist. Da fehlt mir der Zugang irgendwie.

Zurück zur Schlossbühne, die SLIXS rufen – Acapella mal wieder, das scheint ein neuer Trend zu sein obwohl die SLIXS es schon länger gibt; zwei Prince Songs: „Sometimes it’s raining in April“ und „Sign of Times“ – aber mich berührt dann seltsamerweise eher TLCs „Waterfalls“. Immer noch ein toller Song. Eine Bearbeitung des Themas der Goldbäergvariationen, was Französisches… Hätte ich stundenlang zuhören können, aber nun ja – nächster Termin drängt.

Wiegenlieder. Mit dem Deutschen Jugendkammerchor. Nett und so, da man auch mitsingen darf bei einigen Sachen schläft man auch nicht ein. Damit endet ein Tag in Stuttgart. (Über „Mir im Süden“, die inoffizielle Schwabenhymne, möchte ich an dieser Stelle einen freundlichen Mantel des Schweigens decken…)