Das war die Woche, die gewesen sein wird – 5/16

cropped-img_0204.jpg

Die Nummerierung dieser Linkfreisetzungs-Kolumne erfolgt rein willkürlich nach der Anzahl der bisherigen Kolumnen und ist daher eher Numerus Curens als einem Datum verpflichtet.

Thema der Woche:

Es ist zuviel Content in der Welt! Sagt Karl Kratz, dessen Beitrag in seinem Blog irritieren könnte. (Zumindest bestimmt irritiert das die Leser, die später aus Gründen auf diesen Beitrag stoßen und erstmal einen komplett anderen Beitrag lesen werden, ich verspreche, in einer Woche bestimmt die gültige URL für länger nachzufüllen.)

Ich sehe Blogger unglaubliche Mengen an Inhalten erstellen, die allesamt nur für einen Bruchteil eines Lebens überhaupt eine Resonanz erzeugen und dann aufgrund der schieren Menge in der Irrelevanz verschwinden. Wozu? Relevanz bedeutet immer 1/n. Je mehr Durchschnittliches produziert wird, umso irrelevanter wird das Einzelne – abgesehen vom Umstand, dass besagtes Einzelne ohnehin nur eine beschränkte Anzahl von Menschen zur Laufzeit erreicht.

Nun, da schlagen bei mir gerade zwei Herzen in einer Brust, aber klar – er hat Recht. Einerseits weiß ich natürlich, dass meine wöchentliche Kolumne in einem SF-Fanzine über Social, Internet und so vermutlich nur wenige Leser erreicht. Gut, ich WEISS das, weil ich die Zugriffszahlen kenne, aber wenn schon die Zukunft nichts mit Internet und Co. am Hut hat, welches Thema passt dann denn perfekt? Dystopien liegen mir nicht so. Dafür dürfte sie aber durchaus gerade für diese Leser doch relevant sein. Gerade weil es nicht üblich ist Kolumnen über Social Web, Facebook etc. pp. in SF-Fanzines zu veröffentlichen. Insofern… Aber Themen als seine eigenen zu identifizieren und sie dann zu verfolgen – auf Dauer – zustimm.

Die Forderung „Hör auf zu bloggen“ ist dann natürlich erstmal Schrecksekunde – aber Karl  sagt eher: Mach nicht jedes Thema, nur weil du ein Blog füllen musst. (Ein Problem wäre natürlich, du hast einen Kunden, der unbedingt das möchte. Und du brauchst das Geld des Kunden. Hmm.) Sprich: Sei nicht beliebig. Hab Ecken und Kanten. Verfolge ausdauernd ein Thema – bei mir im Blog hat sich auf Dauer halt Storytelling und Kultur und Web herauskristallisiert, manchmal irre ich auch ein wenig vom Weg ab, aber klar sind das Herzensthemen.

Wobei: Kulturmenschen haben auch nie das Problem mit Inhalten. Oh, INHALTE haben wir. Die Szene am Ende des ersten Indiana Jones? Die mit der Kiste und dem Warenhaus? Genau: INHALTE sind kein Problem für uns. Kulturschaffende haben eher das Problem mit der Definition von Bedarfsgruppen – meistens sind das ja „ALLE!“ Und dementsprechend haben wir einen Kramerbauchladen, in dem dann alles und nichts zu finden ist, weil man als Institution von der 100jährigen Oma bis zum Baby ansprechen muss. (Und auch, wenn ich die Arbeit mit Orchestern liebe, aber mittlerweile haben ALLE Babykonzerte, Angebote für Junge Leute und alle haben irgendeine Form von Seniorenkonzert. Das ist nichts Falsches und total super, aber bringt das uns weiter?)

Zur Ergänzung des obigen Artikels dann noch zu lesen Karls Artikel über keine Hyper-Super-Marketing-Trends.  Auch für Kulturschaffende anempfohlen. Und ein Text über Bubble-Gum von Klaus Eckert.

Undsonstso-Links:

Der Anti-Diät-Tag fand statt. Daher ein Artikel über Körper und Einstellungen aus der ZEIT. 

Viel wichtiger natürlich: Kriegsende. 2. Weltkrieg.

Herzlichen Glückwunsch, Mathematiker! Ihr seid die Bedrohung der Sicherheit Nummer Eins – seid stolz auf euch. Oder seufzt, weil normale Menschen offenbar nicht zwischen Arabisch und Formeln unterscheiden können.

Balls and Dicks.

Video der Woche:

„Bei YouTube ist das mittlerweile so – man kann nicht mehr das machen, was man machen möchte, sondern man macht das, was die Zuschauer sowieso sehen wollen.“ (Nein, das ist nicht das Video der Woche, guckt aber trotzdem rein…) So ist das halt, wenn man dauernd wachsen, wachsen und wachsen muss, weil man Geld mit YouTube verdient: Aber hey, moment mal, das hatten wir doch alles schon mal…

Wie, kein Link zu 2016? Nein, weil ich zwar auch wie immer Duecks prägnant-witzige Themenbälle mochte – auch wenn mancher behauptet, er würde nichts Neues erzählen, das tut Sascha Lobo nun auch nicht wirklich, oder? Viel Wichtiger: Eine Stunde Zeit nehmen für diesen Vortrag von 2013. Danach guckt ihr keine Talkshows mehr. Versprochen.