Eine Hammer-Geschichte: Großtun im Internet

„Ich mag es ja nicht, wenn Menschen im Internet sich so großtun“, murmelte er am Ende unseres Gespräches. Ich war ein wenig verblüfft darüber, konnte aber auch nicht nachhaken weil er sich mit einem dringenden Termin verabschiedete und aus meiner Gedankenwelt entschwandt. Was in aller Welt war denn das jetzt? habe ich mich später gefragt. Eine Bemerkung, die gegen mich gerichtet war?

Gute Frage. Vielleicht nur eine allgemeine Feststellung, vielleicht bezog sich das auch darauf, dass ich – wie jeder, der im und mit dem Internet arbeitet – natürlich seine bisherigen Projekte online auflistet. Das könnte ich jetzt vermuten, denn im Gespräch haben wir uns auch über Berufe und Dinge unterhalten, die man im Lebens schon erreicht hat. Ob das aber wirklich der Ausschlag war? Oder war mein Gesprächspartner nur generell über irgendwas gestolpert an dem Tag? Hatte einiger dieser Internetberühmtheiten mal wieder mit ihrem Po versucht das Internet zu sprengen? Gabs mal wieder eine Meldung über den Erfinder eines sozialen Netzwerkes und was der sonst noch in seiner Freizeit so tut?

Ich weiß es nicht. Vielleicht messe ich der Sache auch wirklich zu viel Bedeutung bei. Nun: Bemerkungen, die nicht direkt an mich gerichtet sind und zur Seite gesprochen werden haben keinen großen Stellenwert. Das zeugt nämlich – so denke ich – davon, dass man nicht die Courage hat, Kritik oder die Ansichten von einer Person persönlich zu äußern sondern man muss dass ja dann entweder beiläufig tun oder über Bande. Und das sagt eigentlich mehr über den Anderen aus als der Andere sich denken könnte.

Aber daraus hätte sich jetzt wirklich leicht eine Hammer-Geschichte a la Watzlawick entwickeln können. Ich finde, man kann den Begründer der Kommunikationstheorie nicht hoch genug preisen.😉