Lasst uns LAUT werden: #BloggerfuerFluechtlinge

BFF_1508_ButtonSW2-300x3001948 haben sich einige kluge Menschen zusammengesetzt und haben über etwas nachgedacht. Vor drei Jahren ging nämlich der 2. Weltkrieg zu Ende und es kam zu einer Reihe von grauenvollen Taten. Überall auf der Welt. Gut, wir Deutschen haben eine Menge von Menschen auf dem Gewissen und drei Jahre nach Kriegsende haben wir noch nicht mal richtig mit der Aufarbeitung der Ereignisse begonnen. Aber 1948 kamen ein paar Menschen zusammen und haben überlegt: Was sind die Folgen dieses Weltkrieges? Was macht das mit uns?

Sie kamen ins Grübeln. Sie erinnerten sich, dass es Verfassungen gab, die für einzelne Länger schon gewisse Dinge regelten. Etwa, dass Menschen nicht in die Sklaverei verkauft werden sollten. Dass Menschen gewisse Dinge tun dürfen und andere Dinge nun wieder nicht. Allerdings: Was die Menschen in dem einen Staat durften, das durften sie in dem anderen nicht. Auch heute gibt es noch Staaten wie etwas Nordkorea und Kuba, in denen Menschen eingeschränkt leben. In denen Dinge wie das Recht auf freie Meinungsäußerung unterdrückt werden. Oder in des verboten ist seine Religion auszuüben.

1948 war die Welt dahingehend jedoch einfacher: Hier der gute Westen, dort der böse Osten. Heutzutage ist das leider etwas komplizierter – und wir, die wir im Westen auf die Situation in Syrien blicken verstehen die Hintergründe kaum. Unser Interesse erschöpft sich im Ausblicken der Tagesschau, in Bildern von Massenflucht, Elend, Armut und anderen Umständen. 1948 hatten die Menschen all das: Not, Elend, Leid und Hunger entweder noch frisch im Gedächtnis oder standen unter Schock und den Nachwirkungen des Weltkriegs. Und wir Deutschen sollten in den nächsten Jahren auch erstmal genug mit Leid und Hunger zu tun haben als dass wir auf die Idee gekommen wären uns zusammenzusetzen und etwas zu formulieren, was einen Kanon, einen Richtlinie, einen Leitfaden für alle Menschen sein sollte.

Aber gerade gegen die Erfahrungen des 2. Weltkriegs, gegen die Erfahrung des Hungers, des Leides und der Not kamen die Menschen im Dezember des Jahres 1948 zusammen und formulierten etwas, dass wir in Deutschland etwas stärker ins Gedächtnis rufen sollten angesichts der momentan Situation. 1948 entschieden kluge Menschen nämlich: Menschen haben Rechte. Unveräußerliche. Rechte, die nicht gegen ein Linsengericht abgegeben werden können, sondern die der Mensch immer, dauernd und unter allen Umständen hat. Etwas dieses:

Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ätzt uns dies in unsere Köpfe ein: Freiheit und Sicherheit sind Dinge, die den Menschen auszeichnen, sie sind keine Add-Ons, die man nach Belieben verweigern oder gewähren darf. Die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen sind die Voraussetzung für eine menschliche Gemeinschaft. Wo diese Akzeptanz und Anerkennung gebrochen wird, dort hat der Mensch das Recht das Land zu verlassen und Asyl vor Verfolgung zu suchen – und auch zu genießen.

Gerade unserer demokratischen Gesellschaft – deren Verfassung gerade mit dem Satz beginnt, dass die Würde des Menschen unantastbar sei – geziemt es sich daran zu denken, dass auch wir in der Vergangenheit Not, Elend und Leid erlitten haben und dass auch aus unseren Ländern in der Hoffnung auf einen Neubeginn Menschen in andere Länder auswanderten. Sollte unsere Zivilgesellschaft daher nicht gerade aus dem Wissen, wie dreckig es einem selbst gehen kann, jetzt in Not geratenen Menschen helfen?

Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

1948 waren einige kluge Menschen immerhin gedanklich schon viel weiter als wir in Deutschland. Es sollte allmählich genügend Zeit verstrichen sein, dass wir den Abstand aufgeholt haben. Lassen wir diejenigen, die in ihren Köpfen noch das Weltbild der Schergen haben, die damals mit Begeisterung das Land von allen anderen Elementen außer ihnen räumen wollten, nicht die Oberhand gewinnen. Setzen wir gegen die Erzählung, dass der Staat ein volles Boot sei eine, die die Menschen, die aus unwürdigen Bedingungen und unnachvollziehbaren Qualen in unser Land kamen als Bereicherung, als Chance begreift.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?  Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?  Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?  Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Matthäus-Evangelium, 25, 37-40)

Falls ihr vor Ort keine Initiative kennt oder nicht wißt, ob und wer mit Flüchtlingen zusammenarbeitet oder Spenden gebrauchen könnte – dann könnt ihr das an dieser Stelle tun.