Ohne Rauch und Spiegel: #Orgelmaus Organisation

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Es gibt im englischen Sprachgebrauch eine Redewendung für die ich irgendwie nie ein passendes Äquivalent für die deutsche Sprache gefunden habe. Wenn jemand Zauberkunststücke vorführt so arbeitet derjenige gerne mit „Smoke and Mirrors“ – ein Sprichwort, dass seine Wurzeln tatsächlich in einer Zeit hat in der man mit Spiegeln im Variete Geistererscheinungen tätigte und mit Rauch den Auf- und Abgang des Zauberers verhüllte. Das mit dem Rauch ist bis heute so geblieben und eventuell arbeitet man auch heute man noch mit Spiegeln. Vielleicht ist der Begriff „die Sicht versperren“ etwas, dass dem englischen Sprichwort nahe kommt. Was das jetzt mit meinem aktuellen Projekt namens #Orgelmaus zu tun hat? Eine Menge. (Wer sich über die Hintergründe informieren möchte, im Blog des Projekts gibts diese natürlich.)

Wenn man wie ich schon diverse Projekte zum Thema Storytelling durchgeführt hat gibts gewisse Routinen. Ganz wichtig im Vorfeld ist dabei die Analyse der Zielgruppe des Projekts. Wo sitzen die? Was interessiert die? Wie erreicht man diese? Für Holz von Hier etwa habe ich bei Twitter nachgesehen wer von den Holztechnikern, Schreinern, Heimwerkern bei Twitter ist und diese für den Twitteraccount aktiviert. Dann gibts natürlich diverse technische Hilfsmittel – man kann Tweets einplanen, man kann sich bei Hashtags einschalten die aktuell sind, man kann gezielt Leute auf elegante Art und Weise ansprechen für Aktionen, Preisausschreiben veranstalten – es gibt in der Palette des SIO eine ganze Menge von Werkzeugen mit denen man Aufmerksamkeit generieren kann.

Genau das alles machen wir die Orgelmaus nicht. Wir nutzen Twitter, Google+, Facebook und Instagram natürlich. Natürlich gibts einen Redaktionsplan für das Team. Bildschirmfoto 2015-04-13 um 09.55.18Der ist zur Koordinierung einfach unabdingbar und ob man wirklich es so weit treibt wie wir, die wir auch festlegen können ob jetzt ein Tweet, ein Facebook-Posting oder nur eine Anmerkung im Blog geschrieben werden soll hängt vom Projekt selbst ab. Wobei der Redaktionsplan für die Orgelmaus im Vergleich etwa zu Grenzgeschichten – hier waren mehrere Teams und Projekte zu organisieren – sehr übersichtlich ist. Wie man sieht – also wie man es erahnen kann, irgendwie möchte das Screenshotprogramm das jetzt nicht größer haben, seufz – haben wir ja sogar schon die Schlagwörter für die Beiträge im Blog teilweise vorher festgelegt. Insofern: Natürlich ist das Ganze organisiert. Das geht wenn man im Team arbeitet auch nicht anders. Selbst wenn wir vorher schon bei einigen Projekten zusammen gearbeitet haben und wissen, wie das Gegenüber tickt.

Und ganz klar: Irgendwo müssen die Fäden auch zusammenlaufen. Irgendjemand muss notfalls die passenden Daten beschaffen können für die Beiträge beziehungsweise muss dafür sorgen, dass im Blog das passende Bild für den Beitrag ausgewählt wird – für die Meta-Ebene mache ich das, bei der Geschichte hat Wibke freie Hand. Vorab muss natürlich dann ein Photoshooting geplant worden sein, Informationen über die Geschichte der Orgel brauche ich für die Beiträge der Meta-Ebene. Das sind Online-PDFs, das können für die Beiträge über die Orgel und deren Aufbau selbst aber auch Inputs aus Fachbüchern sein. Was natürlich extrem hilfreich ist: Wenn man selber schon mal an einer Orgel gesessen hat oder schon mal bei einer Orgel-Einbau-Aktion dabei war – was bei mir der Fall ist, ich vertrete ab und an den Kirchenmusiker in meiner Gemeinde und natürlich war ich beim Einbau der Orgel der Duisburger Philharmoniker dabei. Wenn man stundenlang zuhört wie Orgelpfeifen gestimmt werden hinterlässt das natürlich einen bleibenden Eindruck. (Und ja, ich finde sowas spannender als jeden Tatort.)

Kein Rauch, keine Spiegel

Ich setze tatsächlich keine sonstigen technischen Hilfsmittel für die Steigerung von Followerzahlen bei Twitter oder Facebook ein. Natürlich reagieren wir auf den Kanälen des Social Web wenn wir angesprochen werden, das ist unabdingbar. Ansonsten aber: Kein Rauch, keine Spiegel. Wobei wir allerdings dann doch ein Ass im Ärmel haben – wir alle im Team sind im Social Web gut vernetzt. Wir alle im Team haben schon für Kulturprojekte gearbeitet, wir haben daher auch den Stallgeruch für ein Projekt wie die Orgelmaus. Allerdings jedoch, so führte Wibke Ladwig das auch aus: „Die eigene Reichweite in einem Projekt einzusetzen ergibt nur Sinn, wenn es auch passt – inhaltlich und vom Ton her.“ Elementar, Ladwig!* Bei uns passt das alles perfekt zusammen weil wir im Team unsere Expertise im Bereich Kultur, Musik, Education und Storytelling haben. Wir ergänzen uns daher perfekt, wissen wie der Andere arbeitet.

Ob die Zugriffszahlen auf das Projekt-Blog nun viel oder wenig sind kann ich ebenso wie Wibke (siehe Link oben) nicht genau sagen. Dazu müsste man eigentlich ein ungefähr vergleichbares Projekt haben – derzeit ist das noch nicht so ganz der Fall. Dann müssen die Vergleiche mit der Statistik halt warten bis wir in Zukunft wieder ein ähnliches Projekt durchführen. Wichtiger ist in diesem Fall aber auch: Woher kommen eigentlich die Zugriffe aufs Blog? Finden die Leute das per Google, stoßen sie per Verweise von anderen Quellen – wie Rivva etwa – darauf oder wie verbreitet sich sonst die Geschichte im Internet?
Bildschirmfoto 2015-04-13 um 10.41.04Die nebenstehende Grafik zeigt die Topliste der Referrer für den Monat März. Ganz klar: Wenn man eine Geschichte so anlegt, dass sie über die Sozialen Netzwerke läuft – Transmedia Storytelling bzw. Crossmedia Storytelling – dann rücken diese in den Vordergrund. Ganz klar. Verwunderlich ist daher die Anordnung vielleicht nicht; eine gute Geschichte funktioniert in jedem Medium und mit jedem Medium. Selbst das viel gescholtene Google+ funktioniert bei uns recht gut obwohl man doch allgemein davon ausgeht, dass Google+ eher so für technische Themen relevant ist. Das hat mich bisher jedenfalls überrascht. Instagram an sich lenkt dabei übrigens weitaus weniger Traffic auf die Blogseite, kann ich nachvollziehen: Ich klicke ja auch nie auf URLs in Kommentaren bei Instagram sondern bewerte allenfalls nur die Photos. (Dass eine süsse kleine Maus Instagram rocken wird wussten wir natürlich schon vorher…)

Aber: Ohne diese Begleitung in den Social Medien hätten wir für das Projekt nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die wir erreicht haben. So etwa berichtet die regionale Tagespresse über uns und wir beobachten wie die Geschichte immer weitere Kreise zieht. Ganz ohne Tricks und Ärmel sondern wegen der guten Vernetzung und der Geschichte. Falls man also jetzt schon ein Fazit ziehen möchte: Lineares Storytelling im Internet funktioniert, besser noch funktioniert es wenn man es mit Social Media begleitet; eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte.

Blog: https://orgelmaus.wordpress.com

Alle bisherigen Abenteuer auf einer Seite: https://orgelmaus.wordpress.com/abenteuer
Twitter: https://twitter.com/Orgelmaus
Facebook: https://www.facebook.com/orgelmaus
Instagram: http://instagram.com/projekt_orgelmaus
Hashtag: #orgelmaus

*Endlich darf ich auch mal ein bekanntes Zitat in einem Artikel bringen! So wie Wibke Ladwig das ab und an in der Geschichte selbst macht. Wenngleich dies natürlich auch nicht im Original des Sherlock-Verfassers auftaucht sondern wohl eher aus einem Bühnenstück entlehnt ist…