Die SPD und das #digitalleben

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Digitales Büro: New Work ist da, wo WLAN und Kaffee ist.

Politik spielt in diesem Blog ja eigentlich nicht so die große Rolle. Wenn aber die SPD zum Thema #digitalleben eine Blogparade startet, dann gehört das eine schon wohl zum Anderen. Also das Thema Digitales Leben und die SPD.

Vorab aber bevor es die üblichen Frage-Antwort-Spielchen gibt: Es ist das Jahr 2014. In der große Koalition gibt es drei Männer, die sich mit dem Thema Digitalien beschäftigen sollten. Deren Namen hab ich jetzt auch nicht so parat, muss aber auch nicht sein, weil man erstaunlich wenig von denen Aktuelles zum Thema Internet hört. Dabei gibt es da eine Menge, was aufzuarbeiten wäre. Nicht nur, dass das Leistungsschutzgesetz eigentlich eine Lachnummer ist und bisher so gut wie kein Wirkung erzeugt hat. Wir haben immer noch das Thema „Neutralität des Internets“ auf der Agenda. Haben wir eigentlich Fortschritte was das Thema „Vorratsdatenspeicherung“ angelangt? Was ist mit dem Ausbau des Internets? Man könnte unendlich fortfahren, es ist eine breite Themenpalette, die zwar in einer Agenda niedergelegt wurde aber vermutlich wird man wenig davon umsetzen. Sehen wir mal von dem ein oder anderem Fettnäpfchen – gelle, Sigmar? – mal ganz ab. Worte mit F suchen kann ja nicht nur die Kanzlerin.

Kurzum: Liebe SPD, ihr fragt mich also nach meiner Meinung zum Thema #digitalleben und werdet dann vermutlich irgendwie aus dem ganzen Meinungswirrwarr der da anfällt irgendwas basteln – denn es ist ein Tohuwabohu wenn alle durcheinanderreden und keiner wirklich was durchsetzt; filtert ihr also die Meinung der Netzgemeinde – seufz – raus und versucht dann ein ansprechendes politische Programm zu etablieren. DAS hättet ihr allerdings schon seit langem tun können und ja, ihr hättet seit langem konsequenter mal diese Netzpolitik betreiben können. Und damit schau ich auch gewisse Interessenverbände an, von denen man außer einigen wenigen Personen so teilweise gar nichts hört. Ihr verlangt ja im Grunde von mir eine Art Vertrauensvorschuss, damit ihr dann auf dessen Basis handeln könnte. Das Problem, dass ich habe ist allerdings, dass ihr den schon lange hattet aber nichts damit gemacht habt. Bei den entscheidenen Themen der letzten Jahre habt ihr euch so verhalten, dass ich euch einfach nicht mehr vertrauen kann. (Vorrats-Daten-Speich-erung!)

Nicht dass ich glaube, dass ihr wirklich bis 2015 irgendwas habt, was handfest ist – und dann müsst ihr das auch noch umsetzen können, wenn das so gut klappt wie bisher… Aber nichtsdestotrotz wollt ihr ja auch mit mir reden. Zum Thema Digitales Leben. Okay. Dann beuge ich mich den Regeln einer Blogparade. Frage-Antwort-Pingpong.

Die 10 Fragen

  1. In einer digi­ta­len Welt zu leben, bedeu­tet für mich…

Digitale Welt? Ich lebe in einer realdigitalen Cloud in der sich das digitale und das reale vermischen. (Trennt euch bitte von dieser blödsinnigen Idee, ich würde ein reales Leben und ein digitales führen. Ich führe EIN Leben, ich nutze nur die Technologien jeweils anders. Ich sage ja auch nicht ich lebe in einer Autowelt wenn ich in ein Auto einsteige. Obwohl, nun, gewissermaßen schon, aber ihr wißt wie es gemeint ist.) Ich kann produzieren, konsumieren, partizipieren. Leute, die ich noch nie gesehen habe sind Freunde von mir. Ich lebe täglich mit dem Bewusstsein, dass meine digitalen Daten von irgendwelchen Leuten abgegriffen, abgehört und abgefiltert werden, dass Hacker sich in meine Cloud einhaken und Dinge anstellen können, die vermutlich nicht so toll sind. Ich lebe aber täglich auch mit dem Bewusstsein der vielen Vorteile, die diese digitale Welt bringt. Auch wenn das Digitale flüchtig erscheint ist es dennoch eine reale Komponente in meinem Leben. Gebremst nur von einem nichtexistierendem WLAN flächendeckend für Deutschland. (Allerdings: Möchte ich wirklich, dass der Staat dann wenn er das errichtet noch freieren Zugang auf das hat, was ich im Netz treibe?)

  1. Mein Com­pu­ter ist für mich…

Arbeitsplatz. Lebensplatz. Werkzeug.

  1. Wirk­lich gut! Die größte Chance durch die Digi­ta­li­sie­rung ist…

Wissensaustausch über Grenzen hinweg.

  1. Bedroh­lich! Wir müs­sen auf­pas­sen, dass…

der Staat nicht meine Daten abhört und sie an die NSA… Mist. ist schon passiert.

  1. Die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert mein Leben durch…

eine Verbreiterung meiner Möglichkeiten.

  1. Chat­ten mit den Enkeln, Ein­kau­fen per Maus­klick, Arbei­ten ohne feste Büro­zei­ten. Was bringt die Digi­ta­li­sie­rung für Fami­lien und Ältere?

Darüber reden wir mal wenn das Thema New Work in Deutschland wirklich angekommen ist. Und machen wir uns nichts vor: Es wird immer Bereiche geben in denen die Vorteile von Fernarbeitsplätzen – so hießen die mal – oder flexiblen papierlosen Büros nicht greifen werden weil die Müllabfuhr, die Stahlindustrie oder die Hersteller dieser niedlich kleinen Putzlappen für die Monitore halt nicht den Vorteil dann produzieren zu können oder dann den Müll abholen zu können wenn sie wollen. Und Ältere – ich glaube wenn ich später mal im Heim bin werde ich vehement auf mein WLAN bestehen, aber momentan haben ältere Schichten der Bevölkerung andere Sorgen. Und bis zur Singularität wird’s noch etwas dauern.

1. Pro­gram­mie­ren in der Grund­schule, das gesamte Fak­ten­wis­sen der Welt in der Such­ma­schine. Wie sollte Bil­dung der Zukunft aussehen?

Schule ist Sache der Länder und eigentlich müsste das bei den SPD-regierten Ländern doch schon längst alles implementiert sein: Eine gute Ausstattung der Schulen mit guter Hardware, Lehrkräften die was vom Fach verstehen, eine Sensibilisierung für das Thema Daten. Dass ich alle Fakten der Welt in einer Suchmaschine finde heißt nicht, dass das humane Ideal der Bildung jetzt nicht mehr gilt. Ich muss ja schließlich auch all die Fakten umsetzen können und verinnerlichen. Programmieren in der Grundschule gut und schön – aber ohne die Förderung von Kreativität kann ich kein Programmierer werden. Denn dafür brauche ich Wissen, Geist und Witz. (Im alten Wortsinne. Also Witz. Danke.) Wer sich also permament nur auf MINT versteift und Musik, Kunst und Kultur darben lässt wird nicht unbedingt der Wirtschaftstandort der Zukunft sein.

  1. An jedem Ort arbei­ten kön­nen und stän­dig erreich­bar sein. Was bedeu­tet das für Arbeit im Digi­ta­len Zeitalter?

Ähm – genau das? An jedem Ort – sofern WLAN vorhanden ist – arbeiten können und ständig erreichbar sein? Das Thema New Work ist echt noch nicht diskutiert worden bei euch, oder? Seufz.

  1. Was müs­sen wir im digi­ta­len Zeit­al­ter tun, damit unsere Wirt­schaft erfolg­reich bleibt?

Keine Ahnung. Ich bin kein Wirtschaftpolitikzukunftsexperte. Aber das mit dem Ausbau des Breitbandes, der Abschaffung der Störerhaftung und der Frage wie man das Urheberrechtsgesetz endlich den neuen Medien anpasst wären aber schon mal irgendwie passend – ich will nicht alle zwei Monate wieder ein Urteil darüber lesen müssen, was ich jetzt schon wieder in irgendwelchen Impressums in sozialen Netzwerken umstellen muss…

  1. Die Digi­ta­li­sie­rung schafft Chan­cen und birgt Risi­ken. Von der SPD erwarte ich, dass…

Ehrlich gesagt: DAS habe ich oben schon beantwortet.