Blogparade #ccbc14: Barcamps sind toll weil – erstens, zweitens, drittens und dann noch viertens…

Ein Barcamp für die Callcenter-Branche am 05. September – klar, da bin ich dabei, momentan sieht das auch gut aus mit der Terminplanung. Und ich bin auch so waghalsig eine Diskussionsrunde abhalten zu wollen in der ich mal frage wie man die ersten Wochen als Agent so überlebt und was für Erfahrungen so vorhanden sind. Natürlich bin ich als Privatperson anwesend.

Jetzt hat das Blog zum Barcamp eine Blogparade gestartet und drei Fragen gestellt, die man beantworten sollte – ich klinke mich da gerne ein. Die Fragen des Blogs sind diese:

– Welches Barcamp war für Dich das nützlichste?
– Welche Session hat Dir bisher am meisten geholfen?
– Auf welches Barcamp gehst Du als nächstes?

Fies. Doch, die Fragen sind schon fies weil – also – ich kann gar nicht sagen welches Barcamp das Nützlichste für mich war. Kann man das überhaupt sagen? Nun bin ich ja auch ziemlich weit gefächert mit meinen Themen: Foursquare, Social Media, Kultur, Kirche 2.0, Klassik, demnächst das Brickcamp – (womit sich auch schon die Frage Drei erledigt hätte, denn das ist Ende August noch vor dem #ccbc14)  – und nützlich waren die eigentlich alle. Weil man eigentlich von jedem Barcamp irgendwas mitnehmen kann – auch wenn es nicht gerade für den Beruf nützlich sein sollte, so ist es doch für die persönliche Erfahrung ganz gut. Barcamps öffnen Perspektiven und ermöglichen einen Blick über den Tellerrand. Barcamps haben einen Geist in sich, der sich für das Voneinander-Lernen bestens eignet. Ein Barcamp hebt die Grenzen zwischen Vortragenden und Zuhörern auf – es ist nicht unüblich, dass sich bei einem Vortrag Wortmelder einschalten und den Vortragenden ergänzen oder darauf hinweisen – per Twitter sowieso – dass er sich in dem Punkt irrt. Dialog statt Monolog ist dem Barcamps als Format eigen. Glücklicherweise.

Und so ist das auch mit den Sessions: Geholfen haben alle eigentlich. Am meisten aber diejenigen von denen man es gar nicht erwartet hätte. Also die Sessions, die absolut nichts mit dem eigenen Thema zu tun haben. So etwa beim letzten stARTCamp die Session über iBeacons und Co. Oder über Google-Hangouts. Oder über ein neues Blogsystem für den eigenen Server, dass keine Datenbank a la Mysql braucht. (Allerdings: Welches Barcamp war das schon wieder?) Kurz: Hilfreich sind Sessions immer. Sie erweitern den Horizont.

Lassen wir aber die Fragen jetzt mal hinter uns: Barcamps sind toll weil sie

1.) die Gelegenheit geben sich zu vernetzen.

2.) hier die Experten so greifnah sind wie nirgends sonst. Jemanden wie John Marcus Henry Brown, eine Koryphäe des Storytellings, hätte ich nie im Leben normalerweise kennengelernt – beim stARTCamp aber hielt er eine Session und seitdem sind wir miteinander bekannt. (Große Ehre.) Generell ist beim Barcamp das Zugehen und Nachfragen bei den Experten kein Problem. Das ist das schöne daran.

3.) man auf Themen trifft, auf die man sonst nicht kommt. Mal ehrlich: Wir alle haben unsere Echokammern, Facebook filtert eh für uns, selbst auf Twitter kriegen wir ja nur das mit was wir von uns aus als Quelle angeben. Barcamps kommen dann mit Themen um die Ecke, von denen man nie etwas zuvor gehört hat – ich sage nur wieder iBeacons etwa, eine Technik die langsam kommt – und die so faszinierend sind dass man sie glatt in das nächste Konzept einarbeiten kann. Oder zumindest weiß man dann wen man fragen kann wenn das Thema mal relevant sein sollte. Vernetzung halt.

4.) zum Mitmachen anregen. Vergesst den Frontalunterricht! Vergesst alles was ihr über Schule gelernt habt! Klar, bei Barcamps können Vorträge gehalten werden, aber hier sind Fragen ausdrücklich erlaubt und gestattet – und bisweilen kommt man dann vom eigentlichen Vortragsthema ab, aber das macht nichts. So wie beim Vortrag über den Social Impact, bei dem es dann irgendwie dann ja so doch um die Frage nach Tools zur Messung im Social Media Bereich geht obwohl es eigentlich generell um Kultur gehen sollte. Es gibt Diskussionsrunden bei Barcamps, bei denen eine Frage im Mittelpunkt steht und man sein Wissen austauscht – es wurde schon der perfekte Social-Media-Manager gebastelt – ja, GEBASTELT! Es gab Sessions bei denen musiziert wurde. (Das berüchtigte Social Singing beim Kölner stARTCamp gehört nicht dazu, das ist eher das Abschluss-Ritual, aber auch sowas gibts bei Barcamps.) Man kann und darf sich einbringen – das ist bei Barcamps gewollt. Und doofe Fragen gibts eh nicht.

5.) Fortbildung sind, die sich lohnt. Mittlerweile haben das die meisten Firmen wohl verstanden, vor allem im Social-Media-Bereich ist die Erkenntnis angekommen dass Barcamps sich für die Fortbildung der Mitarbeiter lohnen. Andere Branchen fremdeln da noch etwas. Generell kommt man aber nach einem Barcamp mit leeren Energiespeichern aber einer Menge Anregungen und Notizen und Wissen wieder in die Firma. (Deswegen besser einen Tag Pause einlegen, damit es sich setzen kann, zudem wenn man Blogger ist möchte man eh das Material noch für einen Blogbeitrag sortieren… ;-)) Ob das was man gelernt hat nützlich ist? Das stellt sich dann im Alltag heraus. Und wenns auch nicht unbedingt für den Beruf von Nöten war – man hat auf jeden Fall interessante Experten getroffen und weiß, wen man beim nächsten Mal für ein Problem zum Thema XYZ ansprechen kann.

Wobei: Als kürzlich ich in die WLAN-Bredouille kam – Neverending Story – kam dann glatt das Angebot eines „WLAN-Asyls“ von jemanden, den ich beim Barcamp kennengelernt habe. So kanns auch gehen…