Chefkoch.de wird zum Print

Viel aufregender als der Launch der Huffington Post – über die ich nichts schreiben werde, vielleicht in 100 Tagen etwa – ist ja das Vorgehen welches Gruner und Jahr mit Chefkoch.de macht. Die extrahieren aus der Community online jetzt nämlich ein Print-Magazin, das es erstmal in diesem und nächsten Monat geben wird – läuft alles gut, dann wohl auch für länger.

Spannend ist das deswegen weil es hier mal den umgekehrten Weg gibt: Inhalte, die bisher originär nur fürs Netz gedacht waren finden sich – nach einer Kuration und einem Nachkochen durch Profis – im Print wieder.

Also Inhalte, die wirklich ihren Ursprung im Netz haben.

Die Community gibt’s seit 1998. Gruner und Jahr hat diese dann vor sechs Jahren übernommen. Jetzt wagt sich Gruner und Jahr – die das Männerkochmagazin „Beef“ im Sortiment haben, das sich tatsächlich nur an Männer und ihre Kochbedürfnisse richtet, ich habs allerdings nie gekauft – auf die Transferierung der Rezepte in ein Magazin. In der letzten Zeit gabs sowas eigentlich eher nur selten und entsprechend gespannt sein darf man auf die Aufarbeitung. Normalerweise hatten wir ja das meistens umgekehrt im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt: Printartikel werden online gestellt und weniges was Online erscheint geht dann wieder zurück in die Printausgabe. Hierzulande jedenfalls.

Wer sowas braucht wenn eh alles online steht? Meine Oma.

Das ist nicht abwertend gemeint, weil die Zielgruppe wohl tatsächlich bis 69 Jahren gedacht ist und ja, es gibt tatsächlich Leute dort draußen in der normalen Welt, die NICHT online sind. Oder Zugang zum Netz haben. Im Zeitalter der zurückgehenden Werbung in Zeitschriften ist ein neues Magazin mutig. Ob sich nämlich die Community an sich rechnet ist die Frage – kann sein, dass die Querfinanzierung hier dann doch funktioniert. Aber: Es ist ein sehr interessanter Schritt, der hier gewagt wird. Und es ist noch interessanter zu sehen ob die Community das Magazin nun mittragen wird. Immerhin: Es gibt QR-Codes, mit denen die Zutaten für die Rezepte direkt aufs Smartphone gelangen sollen. Wird spannend. Ganz im Ernst.