Gestiefelter Kater oder Zeitungen und Werbebanner

Erinnern Sie sich noch an den Gestiefelten Kater aus „Shrek“? Im Original von Antonio Banderas gesprochen? Erinnern Sie sich auch noch an die Szene als der Kater mehrere Wachen aufhalten soll? Irgendwie fühle ich mich an diese Haltung des Gestiefelten Katers bei Zeitungen momentan enorm erinnert – nein, nicht weil ich glaube dass hinter dem süßen Äußeren eine knallharte Kampfstrategie folgt. Unwahrscheinlich. Nein, diese Bettel-Haltung erinnert enorm an das Verhalten, was Zeitungen jetzt an den Tag legen in Bezug auf Adblock. Nach dem Leistungsschutzrecht also jetzt das Betteln bei Internetusern.

Was die t3n also schon seit einiger Zeit macht, machen jetzt also auch einige Zeitungen: Sie werden wenn man das Programm Adblock benutzt einen penetrant damit nerven, dass man bitte die Software gegen Werbeeinblendungen doch abschalten möge. Denn – so stehts in der Pressemitteilung zur Kampagne, die ab dem 13. Mai startet – „Gegenwärtig verwenden jedoch etliche Nutzer Adblocker-Dienste. Dabei handelt es sich um Programme oder Programmzusätze zum Internetbrowser, die bei rund 25 Prozent aller Seitenaufrufe verhindern, dass Werbung ausgeliefert wird. Diese Werbeanzeigen sind jedoch die wichtigste Einnahmequelle von Nachrichten-Websites.

Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte…

Zeitungen – pardon, Newswebsites, Golem gehört ja auch dazu –  muss das Wasser bis an Unterkante Oberlippe stehen wenn sie es wirklich nötig haben Bettelbriefe zu schreiben. Wie der Gestiefelte Kater stehen sie da und gucken einen irgendwie unschuldig-süss an in der Hoffnung, dass auf sie gehört wird. Dabei hat Deuschland schon ein Leistungsschutzrecht, von dem in der Praxis aber bisher nicht so richtig etwas zu hören war in Bezug auf größere Abmahnungen, aufregende Prozesse oder Durchsetzung durch die Verlage generell. Das mag allerdings noch kommen. Nein, ein solcher Bettelbrief wirft natürlich kein gutes Licht. Dabei ist die Werbung an sich vermutlich gar nicht das Problem – es ist die Art und Weise wie sie eingesetzt wird. Nämlich alles andere als intelligent.

Momentan nervt penetrant eingesetzte Werbung den Nutzer im Netz halt. Er empfindet es nicht als Service sondern als Belästigung. Wenn man einmal den Adblocker abschaltet und sich Internetseiten mal beim normalen Surfen anschaut wird auch schnell verstehen warum. Manche Webseiten sind einfach nicht mehr bedienbar weil die Macher es einfach übertrieben haben. Intelligente Ansätze für Werbung oder Product Placement sind irgendwie Fehlanzeige – wir werden im Netz von Bannern niedergebrüllt, stumpfen ab und sind froh über Adblocker und Konsorten.

Mehrwert!

Dabei zeigt Buzzfeed doch auch, wie intelligente Einbindung von Werbung geht – wer dort wirbt, der muss Inhalte liefern, die beim Nutzer ankommen. In Form von kleinen Geschichten, die man sich gerne anschaut, in Form von einem Mehrwert für den Nutzer. Wir sind nicht mehr in der Mad-Men-Ära. Wir haben uns längst weiterentwickelt. Auch wenn Zeitungen und die Newswebseiten das ignorieren: Wir mögen Werbung – wir hassen es aber uns anschreien zu lassen. Vielleicht sollte man besser über neue intelligente Werbekonzepte nachdenken bevor man sich in die Verliererpose des Bittstellers begibt?

One thought on “Gestiefelter Kater oder Zeitungen und Werbebanner

  1. Online-Portale wie z.B. Chip.de, Golem und Teit.de fordern uns uns auf den Werbeblocker Adblock Plus auszuschalten.
    Ich werde das nur tun, wenn es nicht anders geht. Denn wenn sich Werbung penetrant über die Seite stülpt wie z.B. bei Focus.de dann geht mir das mächtig auf den Senkel. Außerdem lasse ich NoScipt zu meiner Sicherheit trotzdem eingeschaltet.
    Sollen es doch die Verlage so machen wie die taz.de
    Wenn einem ein Artikel gefällt kann man freiwillig mehr oder weniger (je nach Geldbeutel) zahlen.

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