Wer viel weiß, ist weise? – Teil 2 des Gesprächs zwischen Heidlinde Tiger und Dr. Andrea Vierle

Dies ist ein Beitrag in der Reihe “SIO für Kepia” – alle gesammelten Artikel finden sich auf der Übersichtsseite hier im Blog.

Vierle: Und so stellen wir uns unter einem weisen Menschen auch einen lebensklugen, gerecht urteilenden, authentischen und auch glücklichen Menschen vor.

Tiger: Und ein solcher Typus wäre dann ein Philosoph?

Vierle: Nicht unbedingt. Philosophie bedeutet ja Suche nach Weisheit, was zugleich heißt, daß die Philosophierenden selbst (noch) nicht weise sind. Aber sie sehnen sich danach und versuchen mit allen Mitteln, dem näher zu kommen. Und das heißt: den Dingen auf den Grund zu gehen, Zusammenhänge klarer zu verstehen, zu hinterfragen, welche Ursachen den Phänomenen zugrunde liegen und…

Tiger: Und das soll auch bei der Tagung geschehen? Es soll also theoretisch geklärt werden, was Wissen und Weisheit eigentlich bedeuten?

Vierle: Auch, aber nicht nur. Darüber hinaus geht es darum, wie immer im philosophischen Diskurs, uns selbst besser zu verstehen, Orientierung zu finden für unseren Umgang mit Wissensverarbeitung, mit Lernen und auch Lehren; denn ebenso, wie wir lebenslang
Lernende sind, stehen wir auch immer in lehrenden Kontexten, mit unsern Kindern, Auszubildenden, Freunden, und allem, denen wir über etwas erzählen, was uns wichtig ist.

Tiger: Was heißt das jetzt konkret?

Vierle: Das heißt, daß die Frage nach Wissen und Weisheit tief in unserer Wirklichkeit verwurzelt ist. Sie betrifft die unterschiedlichsten Lebensbereiche:

– Unser beständiges Bemühen um mehr Information und Austausch

– Entwicklungsprozesse in unserem Leben

– Die Diskussion um die richtige (Schul)Bildung,

– Frage nach dem Sinn all dessen, was wir tun und wonach wir streben.

Programm, Kosten und Anmeldungsmöglichkeit für die 1. Philosophische Tagung finden sich im Kepia-Blog