SIO: Zieldatum – 16. März

Dies ist ein Beitrag in der Reihe “SIO für Kepia” – alle gesammelten Artikel finden sich auf der Übersichtsseite hier im Blog.

Der Weg ist das Ziel. Für SIO mag das auch gelten, sonst würde ich hier keine fortlaufende Dokumentation anfertigen, aber in der Regel hat ein Projekt ja ein festgelegtes Ziel auf das alle Aktivitäten hinzielen. Das Ziel für das SIO-Projekt ist der 16.03:

„Wer viel weiß, ist weise?“

„Wir alle sind Lernende, und zwar lebenslang, indem wir ständig neue Dinge und Aspekte aufnehmen, verarbeiten, einordnen und ins Bewußtsein nehmen müssen,“ so Andre Vierle. Ein Motto welches auch gut über dem SIO-Projekt stehen kann. Aber eigentlich ist das Zitat für die 1. Philosophische Tagung passender, die wir als abschließenden Höhepunkt des Projektes festgelegt haben. Eigentlich hätten auch die anderen Angebote von Kepia gut gepasst, so etwa die Philosophische Tafel im Februar, allerdings wäre dafür die Zeit zu knapp gewesen.

Kurzgefasst geht es bei der Tagung um das Treffen von Sokrates mit der Wikipedia. Schließlich steht Big Data vor der Tür und bringt die Frage mit ob dies der endgültige Schritt hin zum Big Brother ist – wie ethisch ist diese neue Form der Datenauswertung? Wie kühn ist es eigentlich in Zeiten des Aufschreis zu fragen, ob Frauen anders denken? Und warum kommen sie eigentlich in der Geschichte der Philosphie so gut wie gar nicht vor? Bildung wird immer mehr ökonomisiert – welche Chancen und Gefahren bietet das? Und: Wie kommt eigentlich ein Gedanke in die Welt? Vier Vorträge, vier Referenten, die am Schluss miteinander über Sokrates und Wikipedia reden werden.

Philosophie trifft Internet trifft das Real Life

Wer Facebook, Twitter und Co. nutzt, auf Webseiten surft hinterlässt Daten für die Unternehmen – insofern scheint das Thema Big Data zwar etwas für Eingeweihte zu sein, aber es geht eigentlich jeden an. Ebenso die Frage welches Menschenbild hinter der Umstellung des Studiums auf Bachelor/Master steckt. Schüler haben heutzutage durch G8 weniger Freizeit, Studenten können sich nicht mehr jenseits des straffen Stundenplans ergänzendes Wissen aneignen. Hat man heute noch die Zeit wirklich weise zu werden? Es scheint jedenfalls im Studium dafür keine Zeit mehr vorhanden zu sein.
Ob Philosophen nun alle nur Machos waren oder Frauen wirklich anders denken? Provozierende Frage eigentlich. Wenn ja, was folgt daraus in den Zeiten der gesellschaftlichen Debatte um den Stellenwert der Frau an sich? Und selbst wenn man Sokrates Hebammenkunst bei neuen Gedanken auf den ersten Blick nicht unbedingt alltagstauglich finden mag – die Frage wie neue Gedanken in die Welt kommen, wie Weisheit entsteht – diese Frage ist auch im Alltagsleben relevant. Alles in allem wird die 1. Philosophische Tagung ein Autausch werden: Zwischen Internetbenutzern und Philosophen, zwischen Alltagsgedanken und Wissenschaft, zwischen Oberhausen und Athen. Ich freue mich sehr darauf . (Und den versprochenen Beitrag über Facebook hole ich im nächsten Posting nach.)