Das Herzstück: Der Redaktionsplan

Dies ist ein Beitrag in der Reihe “SIO für Kepia” – alle gesammelten Artikel finden sich auf der Übersichtsseite hier im Blog.

Und was kann man zum Thema „Redaktionsplan“ schreiben was nicht schon längst geschrieben wurde? Fest steht doch: Mit einem Plan geht das Publizieren viel leichter. Weder ist er überflüssig noch unterschätzt. Die Grundlagen sollten ja auch schon bekannt sein. Man kann ja auch schon Vorlagen herunterladen wenn man mag. Ein Redaktionsplan gehört einfach dazu. Und wem noch was fehlt, dem helfen 15 Anregungen für den Redaktionsplan an sich. Also eigentlich sollte dieser Blogpost dann ja gar nicht geschrieben worden sein, weil schon alles gesagt ist. Wobei…

Moment – habe ich nicht irgendwas übersehen mag sich der Ein oder Andere fragen? Wie ist das denn mit den Social Web Grundlagen, sollten die nicht geklärt werden bevor Begriffe wie SWCC und Redaktionsplan auftauchen – wer sich an die SIO-Graphik erinnert, wird im ersten Feld noch im Bereich Grundwissen etwas wie „Social Web“, „Mobile User“, „Social Web User“ finden. Sollte man das nicht alles erst klären bevor man an SWCC und Redaktionsplan und Planung überhaupt geht? Natürlich. Falls es das Projekt erfordert wird man sicherlich auch eine Mitarbeiterschulung, die Erstellung von Guidelines ins Auge fassen müssen, über Datenschutz und Urheberrecht aufklären, man wird über das Transmedia Storytelling nachdenken und Social PR und Marketing erklären. Ich habe diese Abteilung allerdings bewußt übersprungen, weil die Grundlagen bei Kepia schon gelegt waren  – ebenso wie die Accounts in den Sozialen Netzwerken. Das wird natürlich nicht bei jedem Projekt so sein.

Zurück zum Thema und einer Frage, die sich stellen mag: Ob es nicht sinnvoller sei zuerst einen Redaktionsplan zu erstellen bevor man das SWCC einrichte?  In der Regel bedingt das Eine das Andere: Habe ich die Keywords fürs SWCC und die Themen festgelegt, kann ich schon gezielt auf die Recherche gehen – wenn ich eine Zeitlang erstmal nur zugehört habe und verstehe, wie meine Zielgruppe spricht und denkt. Habe ich schon feste Ziele für eine Veranstaltung – wie etwa bei der IJB und dem White Ravens Festival – lassen sich daraus natürlich Aufgaben für einen bestimmten Zeitpunkt herauskristallisieren und in einen Kalender eintragen. So ganz kann die Frage also nicht eindeutig mit „Für“ oder „Gegen“ beantwortet werden – es ist mal wieder ein „Es kommt darauf an.“

Das Pferd von hinten aufzäumen

Eine nützliche Gedankenübung für das Erstellen eines Kalenders ist: „Das Projekt ist gescheitert – woran hats gelegen?“ Wer vom Worst Case ausgeht kann in der Regel schon eine Menge für den Kalender ableiten: Die Online-PR hat nicht funktioniert? Dann sollte man rechtzeitig im Kalender vermerken bis wann die Deadline für das Verschicken der digitalen Pressemitteilung fällig ist, wer die schreibt, wer die Recherche für Blogeinträge dazu macht und bis wann, müssen vielleicht vorher noch O-Töne eingefangen werden, wer führt die Interviews und bis wann müssen Termine mit den Interviewenden gemacht werden damit alles bis zur Deadline passt – man muss ja auch noch schneiden und hochladen?

Mit der Zeit wird es in einem laufenden Projekt auch immer wieder sehr feststehende Termine geben – wer in einem Gastrobetrieb tätig ist wird sicherlich daran denken rechtzeitig die Speisekarte online zu stellen, die entsprechenden Pressemitteilungen für kommende Konzerte zu festen Terminen rausschicken. Bei der Aktivität in Sozialen Netzwerken sollte man flexibel sein – Hootsuite kann natürlich auch Tweets und Postings schedulen ebenso wie Buffer oder andere Tools. Hootsuite hat sogar den Anspruch wie Buffer die perfekten Zeiten für ein Posting zu entdecken und damit punktgenau bei den Followern zu landen – meine Erfahrungen damit sind sicherlich einen eigenen Blogbeitrag außerhalb der Projektdokumentation für Kepia wert… Praktisch ist es sicherlich wenn schon vorab Tweets laut Redaktionskalender erstellt werden können – andererseits sollte man sich nicht zu sehr darauf verlassen und es reicht ja oft schon der viel zitierte Flügelschlag eines Schmetterlings um einen ganzen vorab geplanten Tag durcheinanderzubringen. Insofern: Wenn man Automatismen nutzt braucht man die richtige Balance zwischen programmierten und spontanen Beiträgen. Diese findet man letzten Endes durch Geduld, Zeit und durchs Ausprobieren. Spätestens wenn Fragen auftauchen wird man direkt agieren müssen.

Last but not least…

Wie entwickelte sich der Redaktionsplan für Kepia? Die grobe Planung lief tatsächlich von hinten nach vorne ab – es gibt einen klar definierten Zielpunkt auf den die Aktivitäten erstmal zusteuern. Für die Wochen davor gibt es einen Redaktionsplan bei dem feststeht an welchem Tag was passieren soll, was Twitter und Facebook anbelangt sind dort tatsächlich auch schon Aktivitäten definiert – Freiraum ist aber noch genug vorhanden um spontan und flexibel reagieren zu können.