Achtung, Sie könnten gegooglet werden!

Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich mal meine Neffen beiseite nehmen und mit ihnen ein Gespräch von Mann zu Mann führen. Nein – nicht über das Thema was Sie jetzt gerade im Kopf haben lieber Leser, dazu ist das noch ein bißchen zu früh und außerdem erledigen das am Besten eh die Eltern. Nein, die Tage werde ich mal dafür sorgen dass meine Neffen etwas Content-Strategy lernen. Denn das wird in ein paar Jahren enorm wichtig werden – nämlich dann, wenn der Personaler der Firma bei der Bewerbung doch mal die Suchmaschine der Wahl anschmeißt um zu schauen, was meine Neffen so im Internet treiben…

Ich gestehe: Bis das Gespräch geführt werden wird und bis Personaler so weit sind ist es noch etwas hin. Dennoch wird Content-Strategy nicht nur für Firmen sondern auch für das normale Leben immer wichtiger werden – was glauben Sie denn lieber Leser wie oft nach mir im Netz gegooglet wird? Häufig. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, weil – das schrieb ich aber woanders schon – jemand wie ich der eine laaaannngggeeee Historie im Netz hat und der 1998 noch nicht auf die Idee kam irgendwann mal was Berufliches mit „diesem Internet“ zu machen natürlich auch einen Haufen Unsinn, Mist und Blödsinn in Foren, Blogkommentare, Diskussionen schrieb. Manche meinen, ich täte das auch heute noch.

Zu meiner Verteidigung kann ich aber durchaus einwenden: Ja, damals als die ersten Blogs aufkamen – hui, Blogspot gehörte damals noch nicht zu Google und man brauchte Fremdanbieter für Kommentare, jesses, ich erzähle gerade vom Internet 0.5 glaube ich und irgendwo liegt bestimmt noch meine Geocities-Seite rum, gelle, archive.org – war das Internet für mich ein reines privates Vergnügen. Zudem: Wer in aller Welt hatte denn auch schon damals außer er war an der Uni tatsächlich einen Internetanschluss, der nicht pro Minute abgerechnet wurde? So breit war das Internet nun nicht verbreitet und es gab noch einen gewissen Schutzraum, einen etwas anheimelnden privaten Status.

Der ist aber – auch wenn Twitter, Facebook und andere so tun als ob – vorbei und das nicht erst seit heute sondern eigentlich schon seit den Einführen der Blogs. Schließlich konnte da ja auf einmal Jeder was in dieses Internet schreiben ob es nun toll war oder nicht. Und da Google Blogs liebt – immer noch – gabs auch bald die Erkenntnis: Hmmm, das was ich vor Jahren mal schrieb steht ja immer noch im Netz. Und wird immer noch gefunden. Unangenehm…

Genau deswegen möchte ich auch Sie, werter Leser und werter Leserin mal darauf aufmerksam machen, dass das Internet in der Regel nichts vergißt – außer man vergißt die Updates der früheren Wordpres-Blog-Installationen einzuspielen oder die crashen beim Einspielen, oh ja, öfters bei mir passiert – und dass man sich genau überlegen sollte was man wann wo und warum veröffentlicht. Was ich beizeiten auch meinen Neffen mal beibringen werde, schließlich werden die es in einer Welt mit immer perfekteren Suchwerkzeugen noch viel schwieriger haben wenn sie Unsinn veröffentlichen als ich…