TwittwochRuhr meets Ideenpark: Hmmmmmm…

Generell – aber das hatte ich Jan auch schon persönlich erzählt, insofern ist das nun zumindes für ihn nichts Neues 🙂 – generell finde ich es gut wenn der TwittwochRuhr neue Dinge ausprobiert und mal aus dem Unperfekthaus raus in die weite Welt geht. Insofern fand ich es eine nette Idee den TwittwochRuhr mit dem Ideenpark zu verbinden und zu schauen, was man da macht. Das Problem mag nun vielleicht auch an mir liegen, so einige Twittwoche Ruhr habe ich schon auf dem Buckel und ich finde die Idee der Wissensvermittlung und des -transfers auch super. Nur: Gerade da geriet der letzte Twittwoch doch enorm aus der Spur, denn die Vorträge waren nicht das, was ich vom Twittwoch NRW kenne. Sondern eher so das, was man auf jeder Messe irgendwie erleben kann – oder wie ich schrieb: „Schon wieder Zahlen, Daten, Fakten, gähn.“

Nun ist der Technologiepark halt eine Messe, offenbar wohl eine sehr gute, informative und sympathische, aber halt eine Messe. Unternehmen, die auf Messen vertreten sind halten dementsprechende Vorträge. Ich habe nichts gegen Produktvorstellungen an sich – aber viermal hintereinander? Musste das sein? Wirklich?

Dabei war der Vortrag über die Serious Games noch einigermaßen spannend, aber ich bin nicht die Zielgruppe für Facebook-Games. Ebenso bezweifele ich auch, dass Serious Games sich für Schulen eignen, aber gut, meine persönliche Perspektive – immerhin habe ich an Schulen gearbeitet. Schön, ich kenne jetzt eine Firma, die Serious Games herstellt und die offen bekundet zumindest bei einem Kunden nicht generell auf Gewinn aus zu sein. (Doch, bei diesem Facebook-Spiel hat er das erwähnt. :-)) Okay, ich bin auch vielleicht etwas durch die Mediendidaktiker vor Ort – hallo @Lernangebote bei Twitter! – verdorben und vielleicht stecke ich da auch zu tief schon drin als dass mir ein Kurzvortrag Neues bringen könnte. Mag sein.

Schade, dass der zweite Vortrag mich dann so ganz und gar nicht vom Hocker riß – na ja, bis auf die Sache mit den Obertönen und der Tatsache, dass wenn schon was grün und identisch sein sollte, dass das dann auch sein sollte, sorry, ein A ist halt kein Gis :-). Da war aber echt das Problem, dass das teilweise über meinen bescheidenen Horizont geht. Ich weiß, wie Musik funktioniert, ich weiß auch, dass das mit Software zur Musikerzeugung nicht so einfach ist – aber wissenschaftliche Fachbegriffe surren einfach an mir vorbei. Da war mir zuviel Fachvokabular drin. You lost me at transkriptionsbasiert… Ich weiß auch nicht, warum alle Welt meint eine Präsentation immer mit Zahlen, Daten und Fakten vollstopfen zu müssen. In diesem Sinne: Eventuell ist die Software ja wirklich super, wenn aber schon bei Nachfragen erwähnt wird, man müsse irgendwas mit eine Latenz beachten und auch auf die Soundkarte… Hmmmjah. Vermutlich nicht meins.

Der gute Norbert Tuschen hat ja schon Recht gehabt beim dritten Vortrag: In wenigen Jahren werden wir alle mit diesen Riesen-Tischen arbeiten, die wie ein iPad funktionieren. Aber nachdem ich schon zwei Produktvorstellungen hatte, war ich nicht mehr ganz so anwesend. PixelSense arbeitet also mit Windows, man kann Dokumente damit verschieben, es ist sicherlich toll für Konferenzen und ganz sicher im Business-Bereich in einigen Jahren Standard. Gut zu wissen. Ach ja, Airhockey kann man damit auch spielen… Oder so.

Schon wieder Zahlen, Daten, Fakten – und das auch noch zum Sozialen Netzwerk Wer-kennt-wen. Das hat, was ich nicht wußte, mittlerweile RTL gekauft. Muss kein Nachteil sein, aber wer „RTL“ und „Bildungsauftrag“ in einem Wort sagt – da sträubt sich schon was in mir. Immerhin Respekt dafür, dass die Vertreterin den Vortrag durchzog, angesichts des Raunens und Gemurmels im Publikum war aber klar, dass das kein Interesse fand. Vor allem, weil auch immer wieder Zahlen, Daten und Fakten durchgenudelt wurden. Dabei wäre es gerade hier einfach gewesen mal ein Beispiel rauszugreifen und anhand einer fiktiven Person durch eine Geschichte zu führen. Wobei: Wer-kennt-Wen hat schon seine Berechtigung ebenso wie das Soziale Netzwerk von Lady Gaga. (Doch, doch, das gibts.) Ich bin allerdings skeptisch ob sich WKW wirklich komplett durch die Anzeigenwerbung finanziert. Punkten kann das Netzwerk sicherlich weil es als deutsches Unternehmen sich ans BDSG zu halten hat – bei der Nachfrage war mir allerdings nicht so ganz klar, wie genau sich das Unternehmen an den deutschen Datenschutz hält. Das war etwas zu unpräzise.

Ein generelles Fazit: Positiv war, dass der Twittwoch sich auch mal außerhalb des UPHs getroffen hat. Die Idee mit dem Ideenpark zusammenzuarbeiten war auch nicht schlecht, einige der Twittwoch-Besucher nutzten die Gelegenheit vorher bei der Messe vorbeizuschauen. Insofern guter Synergie-Effekt und ich bin mir sicher, dass solche Dinge dem Twittwoch Ruhr auch gut tun. Negativ war halt, dass der Messecharakter voll zum Tragen kam und das, was den Twittwoch auch ausmacht – nämlich den Transfern von Wissen oder Aktionen wie „Wir raten mal das Urheberrecht“ – völlig auf der Strecke blieb. Vorstellungen von Produkten oder Events hats beim Twittwoch Ruhr schon immer gegeben, ja, richtig. Ich habe – auch das nochmal nachdrücklich – auch nichts dagegen wenn Produkte vorgestellt werden. Aber der Twittwoch Ruhr schaffte bisher immer die Balance zwischen Produktvorstellung einerseits und Wissenstransfer andererseits. Das war diesmal leider nicht ausbalanciert. Schade eigentlich, aber daran kann man arbeiten.

(Anmerkung: Was mir gerade noch so durch den Kopf geht ist die Frage, ob nicht vielleicht auch eine Kollision von zwei Kulturen zutage trat. Mag sein.)

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2 Gedanken zu „TwittwochRuhr meets Ideenpark: Hmmmmmm…

  1. Pingback: Pottblog
  2. Das hast Du auf jeden Fall sehr freundlich und umsichtig formuliert. es ist ja auch immer schwierig, Interessen von Unterstützern zu berücksichtigen – und dem Publikum trotzdem etwas zu bieten!

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