Postludium: Von Raben und der IKIBU

Im Rahmen des 2. White Ravens Festival 2012 entsteht hier eine kleine Seitenblick-Reihe mit persönlichen An- und Einsichten. Meine Hauptimpressionen finden sich im Festivalblog der White Ravens.

An meinen Schuhen klebt noch der Staub von München-Pasing. Das klingt jetzt so nach Klischee-Gedönse, aber der Bahnhof in Pasing wird umgebaut und dieser Schotter-Staub wirbelt durch das Rollen der Koffer halt hoch. Vorher haben wir uns noch von dem Team der IJB verabschiedet, Rabe 1 fährt uns auch zum Bahnhof selbst während im Festzelt noch Mirjam Pressler eine Lesung hat.

Am Abend vorher schrieb ich in einem Tweet etwas von einem Grundvertrauen, dass die Arbeit beim Festival prägte. Jetzt ist das natürlich immer ein wenig geschmäcklerisch wenn man als Mitbeteiligter eines Festivals – der für seine Arbeit bezahlt wird – das Projekt bis in den Himmel lobt. Allerdings wird man mich wohl gut genug kennen hoffe ich um zu wissen, dass ich Lob nicht verteile um zu schmeicheln. So hoffe ich dass man es mir abnimmt wenn ich schreibe, dass ich bisher kaum ein Projekt hatte, bei dem dieses Grundvertrauen dermaßen stark vorhanden war. Die Social Media Policy fürs Festival war einfach das bekannte „Wir vertrauen euch soweit, dass ihr nichts Blödes, Dummes tut.“

Don’t do anything stupid halt – eine Maxime, die bei etlichen Projekten übrigens funktioniert hat. Merkwürdigerweise. Kann doch gar nicht sein, dass das jemand erzählt, der eigentlich immer auch was von „Social Media Guidelines“ schwafelt. Aber jede Institution ist halt anders. Hier war halt das Vertrauen da, dass die externen Experten sowie die eigenen Mitarbeiter nichts tun werden, was schaden könnte. Sehr selten. Wirklich. Auch sehr selten: Dass man sich innerhalb des Teams versteht und – großes Lob an Frau Raabe, Bibliotheksdirektorin  – dass die Leitung tatsächlich auch loslassen kann. Dieses vorhande Grundvertrauen sorgte auch dafür, dass die Arbeit Spaß machte. Und wie ich irgendwann mal gelernt hab: Wenn man das tut, was einem Spaß macht, dann macht man das besonders gut. Wenn man nicht nur selbst das so sieht sondern auch das Internet – nun…

Zurück in Duisburg versuche ich Neuigkeiten über die IKIBU, das ist so die kleine Schwester der Raben, rauszufinden. Was angesichts der schlecht optimierten Webseite der Stadtbibliothek nicht so einfach ist, vor kurzem hatte die einen Relaunch – humpf…  Das White Ravens Festival hat mir deutlich gemacht, dass Duisburg so etwas wie die IKIBU braucht. Momentan steht im Raum, dass die IKIBU eingestampft werden soll, aber Genaueres weiß ich leider auch nicht. Angesichts der Sparliste für den Haushalt – und trotz der Beteuerung, man wolle ja nicht an den Bibliotheken sparen, sorry, ich traue dem Duisburger Rat der Stadt seit dem Gezänk um die Deutsche Oper am Rhein nicht mehr wie ich überhaupt auch sonst nicht mehr voreilig Politikern hier in der Stadt vertraue, was schon bitter ist, aber Erfahrunge lehrt manches – ist das aber wohl eine angedachte Option. Das mit dem Einstampfen. Wer jedoch mal bei einer Lesung dabei war und die Reaktion der Kinder und Jugendlichen gesehen hat – härtestes Publikum der Welt! Wenn denen was nicht passt, sind die nicht nur geistig sondern auch körperlich schnell weg – wer gesehen hat wie fesselnd das Erzählen einer Geschichte sein kann wird den Wert eines Festival wie den White Ravens oder der IKIBU zu schätzen wissen. Wäre schade wenn die IKIBU wegen Kurzsichtigkeit von Politikern eingestellt werden würde. Hoffen wir mal, dass das nicht passiert.

Jedenfalls folgt noch ein abschließendes Posting – sozusagen ein Post-Postludium. Jetzt entschuldigt, ich muss mal zusammenrechnen was die ganzen Bücher die ich bestellen möchte so ingesamt kosten damit ich dann morgen beim Buchhändler meines Vertrauens keinen Schock kriege… 🙂

Advertisements