Tag 3: Drinnen und Draußen

Im Rahmen des 2. White Ravens Festival 2012 entsteht hier eine kleine Seitenblick-Reihe mit persönlichen An- und Einsichten. Meine Hauptimpressionen finden sich im Festivalblog der White Ravens.

Wildgänse, Raben, Schwäne und Enten landen regelmäßig im Teich neben dem Schloss. Dieser ist der Schlusspunkt der Würm, deren Quelle ich allerdings jetzt nicht verorten kann. Immerhin: Wenn man sich verläuft und zum Schloss Blutenburg will folge man einfach der Würm. Von Pasing aus geht das auch recht einfach, man folge dem Hinweisschild und einfach der Nase nach. Durch Felder, Wiesen, an Wäldern vorbei im Zwielicht des zu Ende gehenden Tages – oh selig, wie selig ein Kind hier zu sein. Gut, meldet sich dann der Pragmatismus, denk daran: Jugendlicher in einer Idylle ist toll wenn man ein Auto hat aber wenn dann Nachts kein Bus mehr fährt sind an die 1,5 Kilometer zu Fuß nun auch nicht so prickelnd. Obwohl…

Eine gewisse Ländlichkeit zeichnet auch den Sprengel – ein Wort, das man wohl nur im Bürodeutsch verwendet, wohl ein Gegenstück zum Kreis in NRW – aus, in dem das Michaeli-Gymnasium liegt. Zusammen mit Rabe 2 und dem Autor Nils Mohr durch den Park strollen hat einen Hauch von Ungebundenheit. Ziel: Die Lesung der Autorin Suzan Geridönmez. Wir landen schließlich im – Musiksaal. Auf einen Blick kann ich sämtliche an der Wand gehängten Flöten einordnen, weiß natürlich welche historischen Ereignisse während des Barocks und der Wiener Klassik stattfanden – gut, es gibt auch Poster an der Wand darüber – und staune: „Round Midnight“-Cover als Plakat zwischen Mozart und Beethoven. Und: Coole Deckenlichter mit Hebevorrichtung!

A propos Hebevorrichtung: Die U-Bahnen hier in München sehen noch so aus, als hätten sie diese als Standard unter sich eingebaut. Immerhin haben sie keine buntgemustertgeschmacksverwirrten Sitze sondern nur solche aus reinem Plastik. Dafür ist das restliche Innendekor auch wirklich – braun. Yepp. Braun. Kurz fühle ich mich irritiert und in die 70ger Jahre versetzt: HILFE! ERDFARBEN! Ein Blick auf die Mitreisenden rückt das allerdings wieder gerade. Uff. Glück gehabt.

Und durch das Tor der Burg schimmert Licht vom Innenhof als ich am Abend vorbeigehe. Durch die Fenster sehe ich noch Leute debattieren, diskutieren, vermutlich noch Vorbereitungen für Morgen treffen. Wahnsinnig gerne würde ich jetzt reinschlüpfen, den Schlüssel ins Gewölbe stecken und dort auf die – hmm – haben wir das mit den Gespenstern eigentlich schon geklärt?

Advertisements