Bei Pressekarten liegt der ROI halt anders

Zugegeben, wenn man zuviele Pressekarten herausgibt könnte man als Veranstaltung ein Problem haben. Deswegen ist die Limitierung von Pressekarten auf ein bestimmtes Kontingent nun nichts Verkehrtes. Aber ab und an frage ich mich doch, ob man wirklich die Rolle der Presse für eine Veranstaltung verstanden hat wenn die Kommunikation mit der Pressestelle der betreffenden zäh wie abgestandenes Leder aus Sibirien ist.

Jede Veranstaltung hat erstmal Promotion nötig. Das ist unabhängig davon ob die momentan in der Gegenwart gut besucht ist oder nicht. Denn auf die Gegenwart kommt es gar nicht an. Schließlich möchte man als Veranstalter ja eine regelmäßige Einnahmequelle haben – legitim, ja – und so sollte eine Veranstaltung auch in Zukunft gut besucht werden. Sonst bricht einem nämlich die Einnahequelle weg und man steht dann da. Und wie immer gilt: Der Mix macht es. Man lädt ein paar Influencer ein – bei den Philharmonikern damals Klassikinteressierte Blogger – verschickt Pressemitteilungen, geht in den persönlichen Kontakt – kurz – Marketing ist ein weites Feld.

Kann ich mir daher als Veranstaltung erlauben, vorab schon die Presse zu verärgern – egal wie groß oder klein das betreffende Medium ist? Natürlich nicht. Denn die Presse sorgt dafür, dass meine Veranstaltung bekannt wird. Ob später negativ oder positiv berichtet wird ist erstmal egal, Hauptsache es wird überhaupt berichtet. Nichts ist schlimmer als eine Veranstaltung, zu der keiner kommt. Insofern sollte einem daran gelegen sein einen guten Kontakt mit der Presse zu halten. Denn der Prozeß, der dahintersteckt sieht ja so aus:

Pressekarte an Journalist = Journalist besucht Veranstaltung = Journalist schreibt Artikel = Artikel erscheint im entsprechenden Medium = Artikel wird gelesen = Verlangen wird geweckt = Kunde bucht Karte oder merkt sich Event fürs nächste Mal vor.

Ohne Presse gibt es keine Berichterstattung und damit fällt man aus dem Radar einfach mal so raus. Bei Pressekarten liegt der ROI halt etwas anders: Sie sind eine Investition. Einerseits in den Journalisten selbst, andererseits auch in die Zukunft. Sollte man mal drüber nachdenken, gelle?

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