Das ist elitärer Kram also weg damit

Die Tatsache, dass das von vielen Vollpfosten derzeit wiederholt wird macht die Behauptung nun nicht besser: Wenn die Stadt Duisburg kein Geld hat, dann schaffe man doch am Besten alles ab, was irgendwie elitär ist – gerne genannt Oper und Orchester, weil da eh nur der vernobte Kunstgenießer hingeht, der Schönbergs Reihen auch im Krebsgang noch erkennt – und man baue die Mercatorhalle um zu mehr Mainstream und schon ist alles gut.

Klar.

Mit genau dem gleichen Recht kann ich fordern, dass es eine Schlechte-Geschmack-Steuer auf Schlagerpartys gibt und dazu dann bitte auch noch ein Karnevalsaufschlag in Kombination mit einer Mainstreamabgabe. Tue ich aber nicht.

Weil:

Wenn wir damit anfangen Kunst gegeneinander auszuspielen hat die Gesellschaft verloren. Es mag sein dass Oper nicht den Geschmack von jedem trifft und ja, die Duisburger Philharmoniker kosten Geld. Es geht aber um die Attraktivität von Duisburg als Stadt an sich und um die Lebensqualität. Die elitäre Kunst ist mit ein Grund dafür in der Stadt zu wohnen genauso wie die Eröffnung der nächsten McDonalds-Filiale in Fußläufigkeit. Die Deutsche Oper am Rhein ist zudem ja schon ein Joint-Venture – zwei Spielstätten, eine Oper. Mag sein dass ein Philharmonisches Konzert nur eine bestimmte Zielgruppe erreicht – wobei diese in den letzten Jahren auf jeden Fall jünger geworden ist, aber das ist eine andere Geschichte – aber auch Mainstream erreicht nun nicht jeden. Insofern ist das Argument, man könne Geld sparen in dem man elitäre Kunst – wie man auch immer diese definiert – eines, dass zu kurz greift. Was kommt als nächstes? Das Lehmbruck dichtmachen weil es zu wenig Besucher hat und sich diese Kunst eh nur die Bildungsbürger angucken? Na Mahlzeit…

Advertisements

Ein Gedanke zu „Das ist elitärer Kram also weg damit

  1. Vielleicht solltest Du besser argumentieren, warum die Leute zu Oper, Orchester und Co. hingehen sollten!
    Dann müsste man den Wert solcher Einrichtungen auch nicht groß erklären und verteidigen.
    Der Vergleich mit einer Steuer auf Schlagerparties hinkt – die tragen sich ja in der Regel selber und müssen nicht mit Steuergeldern finanziert werden.

Kommentare sind geschlossen.