Österreichische Zeitungsverleger: Ihr werdet um Google und Facebook nicht drumrumkommen

Zeitungsverleger in Österreich, ihr habt auch schon eine komische Einstellung,
jetzt sagt mal ehrlich: Diese Begründung, die ist doch scheiße:

„Ja, der ORF muss aus Facebook raus weil der viel Traffic auf ausländische Seiten zieht“,
„wir müssen auf Facbook mithalten weil der ORF da ja auch ist“
und wenn ein Lemming eine Klippe herunterspringt dann macht ihr das auch oder wie oder was?

Zeitungsverleger in Österreich: Das ist zwar eine Begründung, aber eine die haarsträubend ist.
Und wenn ihr sagt, viel Traffic werde von Google und Facebook abgezogen
dann übersieht ihr dass der Traffic nur einen Umweg geht, weil Leute Links auf interessante Artikel bei Facebook teilen.
Und wenn ihr in Österreich Facebook nicht haben wollt, dann geht doch da nicht rein.

Zeitungsverleger in Österreich: Sagt mal, gehts euch denn noch gut, jetzt aber mal ehrlich, was ist das denn für eine Argumentation?
„Wenn der erste am Markt was macht, dann müssen wir halt nachziehen“
„die inländische Wertschöpfung liegt bei Null weil Facebook und Google alles abgreifen“
„Und wir wollen ja auch nur den Onlinemarkt in Österreich weiterentwickeln“

Zeitungsverleger in Österreich: Das werdet ihr nicht schaffen, glaubt mir, das geht nicht ohne Google und Facebook.
Denn wie sollen Menschen interessante Artikel finden wenn sie bei Google nicht suchen können?
Glaubt ihr etwa BING von Microsoft wäre die viel bessere Alternative dazu?
Und wenn Menschen Artikel nicht finden, dann lesen die sie nicht.
Und wenn Menschen Artikel nicht per Facebook teilen, dann nutzen sie halt Twitter. Oder Emails. Oder Litfassäulen.
Kann auch sein dass sie interessante Inhalte wieder morsen, was macht ihr dann, verbietet ihr etwa auch noch das Morsegerät?

Zeitungsverleger in Österreich: Ihr mögt den ORF nicht mögen, das könnt ihr ja tun, aber bitte intelligenter.
Denn auch wenn man Facebook kritisch gegenübersteht, das geht nicht weg wenn der ORF nicht mehr da ist.
Denn dann machen die Leute sowieso wieder das, was sie sonst machen:
Nämlich Links per Hand in Felder eingeben.
Und das verteilen.
Aber dann müsstet ihr ja auch generell fordern dass Facebook abgeschafft wird in Österreich,
denn auch das ist irgendwie viel zu viel Traffic für andere Seiten. Und die bezahlen nicht mal mehr Steuern ordentlich.
Nicht so wie ihr.

Zeitungsverleger in Österreich: Die Aufklärung meint wir sollten den Verstand kritisch einsetzen.
Ja, den Verstand.
Wirklich den Verstand.
Und falls ihr demnächst wieder über fallende Abonnements klagt, dann wundert euch bitte nicht,
und wenn ihr demnächst wieder sagt: „Die Leute lesen keine Zeitungen mehr“ oder
„Dieses Internet macht unsere Kultur kaputt“
Zeitungsverleger in Österreich: Dann möchte ich nicht der sein
der dann sagen muss
„Ich hab euch gewarnt.“ Nein echt nicht. Aber ihr hört ja sowieso nicht auf mich, also macht ruhig weiter.
R.I.P.

Beruhend auf der Meldung aus dem Standard.

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