Sherlock Holmes 1954

Schon sehr merkwürdig, wenn bei einer DVD der deutsche Ton so klingt, als käme er von einer CD und das Bild eher an 8mm-Film erinnert; offenbar hat man bei den DVDs zur Sherlock-Holmes-Serie von 1954, die Originalfälle mit neu erfundenen mischt – jedenfalls nach der DVD zu urteilen, die ich momentan hier habe (danke Werner!) – den deutschen Ton in der Neuzeit nachsynchronisiert hat. Ich frage mich, warum man das gemacht hat. Für Sherlock-Fans ist die Serie gewiß einen Blick wert, aber ansonsten ist es eher eine amüsante Raritäte, die man da auf DVD sieht.

Und seien wir ehrlich: Der Holmes-Darsteller ist eher Milchbubi als tougher Detektiv. Interessant ist natürlich die Vorgehensweise bei der Adaption von „The Greek Interpreter“ – erstens: Mycroft ist komplett aus der Handlung gestrichen, stattdessen sucht Holmes den Diogenes Club auf. (Zu Beginn wird Watson rausgeworfen, weil er gegen die Regel nicht zu sprechen verstößt.) Und dann wird aus dem Griechen ein Engländer mit französischen Wurzeln – demzufolge der Dialog in der entsprechenden Szene dann tatsächlich auf Französisch geführt wird. (Die Folge heißt dann auch „The French Interpreter“. Griechisch scheint 1954 nicht exotisch genug gewesen zu sein?) Ebenso ist das Ende komplett verändert: Statt den Übersetzer aus dem Kohlenrauch zu retten, gibts erstmal eine Falttür, dann eine Schießerei und dann die Verhaftung des Bösewichts. Na ja, irgendwie muss die Handlung ja in das vorgegebene Minutenformat passen…

Wie schon geschrieben: Sicherlich eine nette Rarität, aber mehr auch nicht. Immerhin: Nettes Titelthema.

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