Alles ist Rhizom

Visualization of the various routes through a ...
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Als mir Gilles Deleuze damals im Studium begegnete, Herr Volpers mochte den sehr ebenso wie er „Oh wie schön ist Panama“ unter konstruktivistischen Gesichtspunkten betrachtete, was ja bei dem Buch auch eine Heransgehensweise ist – jedenfalls, als ich Gilles Deleuze das erste Mal las, verstand ich – nichts. Auch nicht beim zweiten, dritten und vierten Mal. Die Hausarbeit in dem Fach blieb also ungeschrieben, was aber nicht wesentlich war.

Deleuzes Forderung, dass wir gefälligst weg von den Bäumen sollen ist ja auch nicht so ohne weiteres verständlich. Mittlerweile aber – und dank einiger guter Einführungen, „Das Universum des Gilles Deleuze“ ist hilfreich – verstehe ich, was er mit dem Denken in rhizomatischen Dingen und der Forderung des Baumabhackens meinte. Deleuze hätte sicherlich das Internet begeistert begrüßt. Für ihn ist das Rhizom ein Denkansatz: Alles ist mit allem verbunden, ein unendliches Gewirr aus miteinanderverbundenen Fäden, unordentlich aber Sinn habend und stiftend. Die normale Welt denkt eher in Baumstrukturen: Organigrammen, Flussdiagrammen, Prozessen. Wenn ich dies tue, dann folgt das, aber irgendwann ist die Krone erreicht.

Deleuze dagegen setzt eher auf das Rhizom als Denkansatz – und wenn ich mich so umschaue in meinem Leben stelle ich fest, dass ich – nicht nur per Sozialer Netzwerke – unendlich viele Verbindungsknoten zu unendlich vielen Personen habe, die wiederum ihrerseits verbunden sind und manchmal überrascht davon, was für Querverbindungen da entstehen. Nun bin ich kein Experte, aber dies und die Formulierung, dass wir alle unsere kleinen Maschinen füttern – das haut mich immer wieder als Erkenntnis vom Stuhl…

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