Ich und mein Gewicht

Ich glaube, ich kenne mich gar nicht als schlanke Person. Ich weiß auch gar nicht, wie sich das anfühlt, schlank und rank zu sein. Habe ich nie so richtig kennengelernt. Seitdem ich klein war schleppe ich Gewicht mit mir rum – und seitdem ich klein war, kenne ich den Jojo-Effekt. Ich war nie so dürr wie mein Vater, nie so schlank wie mein Bruder – ich schlug halt eher zur Seite der Mutter aus.

Kein Wunder, dass man mir immer in den Ohren lag: „Junge, du musst abnehmen.“ Ständig gabe es verschiedene Diätversuche, ständig war man auf der Suche nach der einen, richtigen Methode. Und ständig hieß es: „Aber die Anderen, die nehmen doch auch so toll ab damit. Warum du nicht?“

Es hat etwas gedauert, bis ich die Antwort auf die Frage gefunden habe: Ganz einfach – die Anderen sind nicht ich. Klar ist das toll wenn man innerhalb einer Woche viele Kilos verliert, aber ich bin doch kein Sportler auf Medaillienjagd. Das ewige Gehetze, das Drängeln nach „Wer verliert denn heute am meisten die Kilos“ hat mich nicht im Geringsten motiviert. Eher das Gegenteil. Je besser die Anderen bei den Diätversuchen waren, desto blöder kam ich mir vor. Bis ich mich ein wenig mehr mit dem Thema beschäftigte. Stichwort: Grundumsatz.

Heute weiß man, dass sogar der Grundumsatz individuell verschieden ist. Es gibt tatsächlich gute und schlechte „Futterverwerter“. Die Ursache dafür ist meistens biologisch vorgegeben.

Whow! Das war eine umwerfende Erkenntnis, aber eigentlich hätte mir das ja schon eher klarwerden sollen: Jeder Jeck is anders. Jeder Körper ist andres. Reagiert anders. Nimmt anders ab. Auf einmal war ich frei von den diversen Vorbildern, die einem in Zeitschriften so entgegenhalten werden, den Vorher-Nachher-Photos mit Unterschrift „Dank XYZ habe ich viele Kilos abgenommen“-Bildern. Ja: Es ist toll wenn man viele Kilos innerhalb weniger Zeit verlieren kann. Aber mein Körper ist anders gebaut, der macht das halt total anders als alle anderen.

Jede Kasteiung gefährdet den Erfolg und die Gesundheit. Allerdings ist auch ein langer Atem nötig, denn gesundes Abnehmen, bei dem das Gewicht dauerhaft erhalten bleibt, geht nur langsam. Wer ein Kilo im Monat abnimmt, hat schon nach einem Jahr 12 Kilogramm abgenommen.

Richtig. Langsam, aber dauerhaft statt schnell und dann schnell wieder drauf. Das ist etwas, was einige Leute so gar nicht verstehen wollen – Sofort-Erfolge sind ja auch super fürs eigene Ego, aber abnehmen – das ist keine Kunst. Die Kunst wäre, das Gewicht nach der Phase auch zu halten. Glücklicherweise habe ich mit der LOGI-Methode dank meiner Ernährungsberaterin da das Richtige gefunden, was für mich funktioniert und was ich in Zukunft auch ausüben werde. Obwohl mir gerade wieder gepredigt wird, dass LOGI ja totaler Humbug sei.

Was für mich funktioniert, muss ja nicht für alle anderen funktionieren. Mein Körper hat sich aber mit der Umstellung auf weniger Kohelhydrate, mehr Eiweiß und mehr Grünzeug sowie auf drei Mahlzeiten pro Tag sehr wohl gefühlt. Und warum sollte ich das in Zukunft ändern wollen? Da sehe ich keinen Grun für. Denn: Ich habe auch schon das mit dem Messen und Wiegen und so versucht, ja, ich habe Kalorientabellen gewälzt, habe mir versucht die Werte zu merken – und festgestellt, dass das für mich zu kompliziert ist. Das ganze Leben immer nur rechnen? Immer nur aufpassen, damit ja keine Kalorie zuviel auf dem Teller landet? Tut mir Leid, diese Selbstdisziplin besitze ich halt nicht und ich glaube auch kein Mensch hält das durch. Sein Leben lang. Aus Angst dann wieder ein Pfund zuviel auf den Rippen zu haben.

Nach der aktuellen Phase werde ich LOGI auf jeden Fall weitermachen. Bei mir funktioniert das super. Ja, etwas Sport kann auch nicht schaden, ich weiß, aber nach reiflicher Überlegung muss das eine Sportart sein, die flexibel auszuführen ist. Ein Abo bei einem Studio würde mir nichts bringen, dazu bin ich nicht motiviert genug. Ich spare dann mal halt auf ein Fahrrad, das hat mir immer Spaß gemacht – und bis dahin: Wozu gibts Roller? 🙂

Näheres zu LOGI erfährt man auf den Webseiten von Nicolai Worm.


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2 Gedanken zu „Ich und mein Gewicht

  1. Lieber Christian, mach Dich nicht verrückt ;O) es kommt auf die wahren Werte des Menschen an und die bestehen nicht aus schlanker Rippen Optik => Das Getue iss doch total oberflächig und macht nur schlechte Laune…

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