Wie man ein Blog bewerten kann – ähm – einfach mal lesen?

Nehmen wir an, Ihr stoßt auf ein Blog, das Ihr noch nicht kennt. Nun könnte man sich die Frage stellen, wie man das Blog einigermaßen objektiv einordnen soll, nach welchen Metriken, statt sich bloß einem subjektiven Gefühl hinzugeben?

Lieber Robert Basic – Ranking und Listen mal in allen Ehren, wenn ich wissen möchte ob und wie sich mein Geschäftspartner im Bloggen schlägt, meinetwegen – aber der letzte Halbsatz, den verstehe ich nicht.

Gehts beim Bloggen nicht immer um das subjektive Gefühl? Klar, ich kann natürlich Blogs vergleichen, messen, einschätzen, bewerten, das hat vielleicht ab und an seinen Nutzen, aber in erster Linie schätze ich ein Blog doch aus subjektiven Kriterien. Also wegen des Schreibstils. Wegen der Themen. Wegen der Diskussion im Blog. Wegen den Reaktionen. Kurz: Wegen der Persönlichkeit, die hinter dem Blog steckt. (Das gilt selbst fürs Corporate Blogging, gerade da ist ein persönlicher Touch wichtig und nicht das Reinknallen von reinen Pressetexten.)

Zudem: Zahlenspielerein sind ganz nett, sagen aber im Endeffekt nur dann etwas aus wenn man sie richtig einsortiert – und ob die genannten Programme und Methoden da wirklich helfen bezweifle ich. Bei Blogs sind Zahlen vielleicht etwas wichtiger als bei Facebook, aber selbst wenn man vergleicht – reine Zahlen sind unwichtig. Es kommt auf das Thema des Blogs an. Würde ich als Produkthersteller für – was weiß ich – Doppelnippel ein Blog mit Infos versorgen wollen, dass zwar eine große Reichweite hat, bei dem mein Thema aber nicht passt? Oder doch nicht eher Spezialblogs, die vielleicht keine große Leserschaft haben, deren Fans aber einen größeren Einfluß haben?

Zahlen sind gut und schön, man braucht sie auch ab und an. Aber nicht um unbekannte Blogs abzuschätzen und um festzustellen ob ich die brauche oder nicht. Dazu genügt eine Tätigkeit: Lesen.

(Wie ich gerade sehe, schlägt Herr Kueperpunk auch fast in die selbe Kerbe.)

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3 Gedanken zu „Wie man ein Blog bewerten kann – ähm – einfach mal lesen?

  1. es ist wie im Fußball: Man kann eine Mannschaft nett, toll, schlecht finden. Oder auch das Ganze mit objektiven Bewertungen zu beurteilen versuchen. Das haben sich Fußballprofis und -Experten vor 50 Jahren auch nicht vorstellen können, dass man sowas überhaupt kann. Natürlich kann man, wie wir heute wissen. Beide Methoden haben ihre Daseinsberechtigung und schließen sich nicht aus. Gerade bei Fachblogs, auf die ich stoße, will ich mich nicht nur auf mein Gefühl verlassen, sondern herausfinden, ob das Blog Akzeptanz erfährt. Bei Privatblogs ist mir das Ganze zu doof, da passt das nicht für mich und ich verzichte komplett darauf. Dass nun wiederum die von Dir genannten PR Agenturen wohl auf ähnliche Weise verfahren, Blogs zusätzlich neben dem eigenen Leseempfinden zu bewerten, ist kein Zufall. Auch kein Beinbruch.

    1. Wohlgemerkt: Ich habe nichts gegen Statistiken per se. Dass sich beide Methoden nicht ausschließen ist auch klar – man kann sich aber auch in Zahlenspielereien verlieren. Und wer letzten Endes nur auf Zahlen, Statistiken und Monitoring zielt ohne die menschliche Komponente miteinzubeziehen übersieht etwas.

      Influencer finde ich natürlich auch mit diversen Tools – die mir anzeigen, ob es sich lohnt Zeit für einen Kontaktaufbau zu investieren. Wer bei diesem Schritt hängenbleibt und nicht aktiv in die Kommunikation einsteigt, der bleibt letzten Endes an Charts kleben. Selbst wenn ich weiß, dass Sascha Lobo unendlich viele Follower hat heißt das noch lange nicht, dass ich diese Zahlen als Grundmaßstab dafür nehmen kann dass seine Tweets – soweit ich weiß, bloggt er ja nicht aktiv, wenn doch bitte anpassen – für mich oder meine Ziele relevant sind. (Ich gestehe – noch sind sie das weder privat noch beruflich.) Das Eine ist ohne das Andere nicht sinnvoll. Und ob ein Fachblog wahrgenommen wird sehe ich ja auch an einer Komponente, die ich bei dir übersehen haben könnte – an der Anzahl der Verlinkungen, der Erwähnungen bei Twitter oder – sofern es einsehbar ist – an den Erwähnungen bei Facebook.

      Und beim Auswerten der reinen Zahlen sind wir wieder rein subjektiv…

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