Metropolis 2010

Ich kann nicht sagen, dass ich Metropolis wirklich als Herzensfilm empfinde – aber es gibt durchaus Szenen, die ich mag und die nichts von ihrer Imposanz verloren haben. Jetzt ergab sich die Gelegenheit für mich den Film mit den in Brasilien gefundenen Szenen zu erleben – was lohnend ist.

Zum Einen, weil es manchen Handlungsstrang besser erklärt bzw. die Motivation von Rotwang deutlicher macht. Zum Anderen weil es einen wieder ins Gedächtnis ruft wie sehr wir, ob wir ihn gesehen haben oder nicht, doch alle irgendwie von Metropolis, dieser gigantischen Stadt und ihren hohen Gebäuden, beeinflusst sind. Etliches, wie das Bild-Telefon, hat Fritz Lang auch schon vorausgesehen und die Stellen, in denen die Stadt selbst gezeigt wird sind einfach ikonisch ins Gedächtnis eingeprägt. Ebenso natürlich wie die an sich sinnlose Arbeit an den Maschinen in der Unterstadt und natürlich – Frankenstein lässt grüßen – die Umwandlung des Maschinen-Menschen in Maria.

Und was man kreatives mit Zwischentiteln anfangen kann, zeigt der Film auch zu Beginn: Da wird der Text zu den Arbeitern von oben nach unten wie bei einer Fahrt im Fahrstuhl aufgerollt, als Gegensatz dann bildet der Text zum Klub der Söhne einen Zeichenturm. Und diese Montage-Bilder – da war Lang seiner Zeit definitiv weit voraus.

Zugegeben: Die Geschichte an sich ist platt und ab und an hat der Film definitiv seine Längen – andere Zeiten, anderes Erzähltempo. Insgesamt aber sollte man ihn sich zumindest einmal im Leben angesehen haben. Und Kudos an die F. W. Murnau-Stiftung für die Restaurierung und die Original-Filmmusik – die an etlichen Stellen heutzutage vielleicht anders geklungen hätte.

Als Trailer lief:

Werbung von der Bahn für Holland – dämlich uninspierert
Irgendein Film mit dem Papst und einem Jungen, der ein Solo singt – das waren die schrecklichsten Minuten des Tages
Brighton Rock oder so ähnlich? Film nach einer Vorlage von Greene, mit Dialogen wie: „Ich bin der Böse, du bist die Gute.“ – kann man sich sparen denke ich.
Der Name der Leute – französischer Filmhit, aber nee
Die Weite des Himmels – deutscher Film über einen Mann zwischen zwei Frauen mit Gegenwart und Rückbezug in die 30ger mit Hannelore Elstner – oh dear, nein, nicht gucken wollen bitte
Einen hab ich vergessen glaube ich, aber vermutlich war der auch nichts.

Ich bin gespannt was im Open-Air-Kino-Angebot laufen wird. Vielleicht komme ich da ja mal in diesem Jahr wieder hin – nur: Werktags abends vom Lapano wegzukommen ist echt unmöglich ohne Auto oder Taxi…

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