Lustiges Taschenbuch Premium 1: Ultrahelden

Gamma, der Besuch aus der Zukunft, hat schlechte Nachrichten: Die Bösen 7 haben irgend wie Wind davon bekommen, dass es eine Maschine gibt, mit der man die Weltherrschaft an sich reißen kann – oder zumindest richtet diese Maschine großen Schaden an. Gamma hat zwar die Einzelteile für diese Maschine in der Gegenwart versteckt, weiß aber nicht mehr genau wo. Um zu verhindern, dass alle sogenannten Ultrapods, die Bestandteile der Ultramaschine, von den Bösewichtern gefunden werden, trommelt Gamma ein Superheldenteam zusammen: Die Ultrahelden. Die müssen allerdings erstmal ihre eigenen Differenzen beiseite schaffen – dabei läuft ihnen die Zeit davon…

Wer nach dieser Inhaltsbeschreibung meint, er hätte diese Story so oder so ähnlich schon mal gelesen – stimmt. Die Vorbilder für diese längere Geschichte, die hier komplett in einem sehr dickem TB versammelt ist, sind für Comic-Leser sehr greifbar. Es ist ja nicht so als hätten wir bei Marvel oder DC nicht schon öfters mal die Zusammenstellung von diveren Superhelden und Superschurken gehabt, die sich – ähm – an den Kragen gehen. Neu ist diese Grundidee nicht und auch nicht der Twist im letzten Kapitel. Allerdings wird die Zielgruppe des Lustigen Taschenbuches wohl eher nicht unbedingt zu den Marvel- oder DC-Lesern gehören. Und ich muss eingestehen: Trotz der „Hommage“ an die Vorlagen macht der Band Spass. Trotz der Tatsache, dass Entenhausen offenbar jetzt von Dutzenden von Superhelden bevölkert ist. (Musste das mit Onkel Dagobert nun echt wirklich sein in dieser längeren Geschichte, die nicht Teil der Haupthandlung ist? Aber na schön, wenn Klaas Klever unbedingt eine haben musste…)

Warum macht das Ganze Spass? Erstens: Die Haupstory mag zwar bekannt sein, ist aber temporeich inszeniert. Überhaupt sind ja die Actionszenen bei sowas die Hauptsache – und man kann ja mal Wetten abschließen, ob nun der Superheld oder der Superschurke im jeweiligen Duell gewinnt. Nett ist auch die Referenz an den ersten Phantomias-Auftritt überhaupt, denn die Zentrale der Helden ist die Villa Rosa. (Wobei: Hat man die nicht eigentlich im ersten Phantomias-LTB damals gesprengt? Na ja, Disney und Kontinuität. Und seit wann hat Entenhausen einen Strand???)

Vor allem sind die Details recht nett: Wenn sich Supergoofy eine Papiertüte über den Kopf stülpt damit kein Superheld die Identität erkennen kann – ich musste da ziemlich kichern. Ebenso temporeich sind die Wortgefechte zwischen Phantomias und Phantomime. Und was mir auffällt: Offenbar versucht man sprachlich wieder ein höheres Niveau hinzubekommen bei den Übersetzungen. Es gibt des öfteren Sätze, bei denen Alliterationen kein Zufall sein dürften. (Fiel mir aber im letzten LTB mit Phantomias auch schon auf.) Geniestreiche wird man zwar seit Erika Fuchs nicht mehr erwarten dürfen, aber immerhin…

Desweiteren hat die Geschichte durchaus auch ihre Tiefen. So wechselt ein Charakter durchaus auch mal die Seite und als Leser bedauert man es, dass man Donald und Daisy nicht erzählen kann, dass beide – nun… Wobei ich die Geheimidentität von Daisy vollkommen vergessen hatte. Selbst die Charaktere, die eigentlich nicht unbedingt notwendig sein dürften – Flederduck, der Mampfer 😉 – haben durchaus ihre Tiefen. Und dann gibts noch die ein oder andere Wendung, die man als Leser nicht unbedingt vorhersieht. Ob es unbedingt nötig war Doktor Oktopus – ähm – Krake Karlo zu erfinden mag dahingestellt sein. Im LTB Premium ist nicht nur die „Ultrahelden-Saga“ versammelt, sondern noch längere Geschichten sowie zwei Kurz-Storys – die sich schmunzelnderweise ergänzen.

Das Ganze ist einfach, was es ist: Eine durchgehend logisch gut aufgebaute Geschichte aus dem Comic-Fundus, die mit einigen netten Details angereichert ist und für jüngere Leser die perfekte Lektüre ist. Zudem: Der Umschlag ist komplett in schwarz mit Prägedetail. Kostenpunkt dafür liegt bei 9,95. Kann man lesen, bis die nächste Mosaik-Ausgabe erscheint…

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6 Gedanken zu „Lustiges Taschenbuch Premium 1: Ultrahelden

  1. Einen Strand gab es in Entenhausen doch schon immer, kommt auch in diversen Barks-Comics vor.
    Das Buch sah beim Durchblättern neulich im Laden tatsächlich ziemlich witzig aus, aber ich bin dann bei Disney-Comics doch eher ein Purist: Barks, Scarpa, Don Rosa und die alten Micky-Zeitungsstrips von Gotfredson, alles Andere interessiert mich meistens nicht so recht.

    Hast du eigentlich meine Mail bekommen? Adresse im Impressum funktionierte nicht.

  2. Tja, ich bekomm da immer ’ne Fehlermeldung. Hatte dir die Mail noch an die alte GMX-Adresse geschickt. Falls es die nicht mehr gibt, schreib mir doch einfach mal, wie ich dich erreichen kann. (Und ich dachte immer, dieses Internet vereinfache Kommunikation :).)

    1. Aaah – die alte GMX! Adresse! Nee, die funktioniert nicht mehr, die habe ich aus Gründen dichtgemacht damals. Ich dachte, du meintest die hier im Impressum… 🙂

      1. Aaaargh! Jaja, ich meinte ja auch die aus dem Impressum: Da kommt immer die Fehlermeldung. Deshalb hatte ich die Mail danach auch noch an die GMX-Adresse geschickt. Und auch noch an die im xtranews-Impressum. Und welche ist nun deine aktuelle???

        1. Komisch – die stimmt eigentlich. Hmmmm… Strange. Ich schau mal nach, vielleicht ein Typo, den ich übersehen habe. Ansonsten nochmal versuchen unter Christian Punkt Spliess ÄT Gmail Punkt Com. 🙂

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