Warum ich bei Facebook auch berufliche Chef-Anfragen zulasse

Vermutlich hat schon jeder darüber nachgedacht was passiert, wenn der Chef, der Kunde, der Geschäftspartner mit dem man halt Geschäfte auf einer rein beruflichen Beziehungsebene betreibt einen Anfrage an den persönlichen – und eigentlich gibts ja nur ausschließlich persönliche Accounts und keine Doppelaccounts bei Facebooks jenseits von Fanpages und Co., natürlich nicht  😉 – wirklich rein privaten Facebook-Account stellt. Akzeptieren? Nicht akzeptieren?

Die sauberste Lösung wäre natürlich das Anlegen einer Liste, in die man dann die Geschäftspartner einsortiert. Man kann ja bei den Privateinstellungen von Facebook – wenn man denn Geduld und Zeit hat, stöhn – durchaus definieren welche Postings wer wann sehen darf. Was aber den normalen Nutzer grandios überfordert – selbst ich, der ich einigermaßen Facebook-versiert bin – Fanpage-Betreuer, hüstel – bin da gnadenlos überfordert. Und auch zu bequem dazu.

Grundsätzlich akzeptiere ich berufliche Anfragen für den privaten Account, weil ich bei Facebook persönlich, aber nicht privat bin. Das heißt: Man findet bei Facebook garantiert keine Party-Sauf-Tanz-Bilder von mir. (Ihr wärt überrascht, die gibts. Offline.) Wenn man Bilder von mir findet, dann sind die in der Regel zwar persönlich, aber nicht aus meinem direktem Privatleben. Ausnahmen wie der Ausflug zu den Mammuts bestätigen  da die Regel, aber hey, das sind Leute, die ich aus dem Web2.0 kenne – da ist das in Ordnung, die können nicht anders. Andererseits achte ich auch in der Regel darauf, keine Bilder von anderen Leuten zu posten ohne sie vorher ausdrücklich zu fragen. Sofern es keine öffentliche Veranstaltung ist. Hüstel.

Sicherlich fließt bei Facebook auch dieses Blogposting mit rein – aber dieses Blog ist ebenfalls persönlich und nicht privat. Was ich hier schreibe dürft ihr gerne als Leser wissen, anderes dagegen werde ihr hier nie im Leben zu lesen bekommen. Ansonsten müsste ich ja dauernd Beiträge mit einem Passwort sichern, wie doof ist das denn… 🙂

Klar verbreite ich Inhalte bei Facebook – aber keine Links über mein Privatleben. Beziehungsweise Inhalte, von denen ich weiß, dass sie in keinster Weise mit meinem Privatleben kolllidieren. Schließlich bestimme immer noch ich, was ich wann wo online stelle. (Was Kritiker des Öffentlichmachens von Daten ja nicht so ganz verstehen: Wenn der Staat ohne mich zu fragen meine Daten online stellt oder speichert – dann habe ich keinen Einfluß darauf was der damit macht. Wenn ich aber Medienkompetenz erlerne, was man dringend in Schulen einführen muss meiner Meinung nach, dann bin ich selbstbewußt genug zu entscheiden, was online passiert.)

Insofern: Berufliche Kontakte erfahren zwar, wenn sie mich bei Facebook verfolgen dürfen, eine Menge über meine Persönlichkeit, sie erfahren aber nichts Privates. Ich bin aber auch der Ansicht: Wer mich privat bei Facebook kontaktiert, der ist in der Regel so erwachsen und umsichtig genug, dass er weiß, dass diese Einträge dort persönlicher Natur sind. (Meine Güte, ich bin hoffnungsloser Optimist, oder?) Solange ich mich an die Verschwiegensheitsklauseln halte – manchmal werden die einem allerdings auch nicht explizit gesagt, deswegen besser nachfragen – und umsichtig genug bin habe ich mit Kunden, Chefs oder Überbossen kein Problem. Ebenfalls kein Problem habe ich auch damit dann notfalls Leute ohne Vorwarnung rauszukicken, die sich daneben benehmen oder mit denen ich nicht mehr arbeiten möchte.

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