Edelfedern mit gespitzen Bleistiften

Irgendwie habe ich kein Verlangen ausführlich über meine ernüchternden Erfahrungen vom samstag zu schreiben. Muss ich auch nicht, ist mein Blog. Daher nur ein oder zwei Dinge.

Meine Abneigung gegen Sascha Lobo hat dessen persönliches Erscheinen auf dem Social Media Panel  nicht abgestellt sondern eher verstärkt. Gut, ihr müsst mich auch nicht mögen, aber ich lese jedenfalls auch nichts von ihm nur allenfalls mal was im Feuilleton über ihn. Also dann in der SZ.

Ansonsten war nach dem Tag bei mir eine allgemeiner Ernüchterung eingetreten. Außer Mercedes Bunz konnte mich da keiner so recht begeistern, noch nicht mal der Augstein. Auch wenn Social Media wohl mittlerweile nicht so unbedingt als böse angesehen wird hatte ich alles in allem das Gefühl einer großen Ratlosigkeit bei Journalisten was das Thema anbelangt. Das ist wohl jetzt irgendwie da und geht nicht weg, aber wenn die WAZ-Rechercheabteilung meint, sie nutze das Internet nicht zum Recherchieren von Storys – jedenfalls klang das so an – nun…

Die wirklich spannenden Themen – wie sichert man denn nun diesen ominösen Qualitätsjournalismus in Zeiten von sinkenden Werbeeinnahmen und wie schafft man lokale Berichterstattung wenn man die Redaktionen wegen ökonomischen Drucks zusammengestrichen wurden und überhaupt, was IST dieser Qualitätsjournalismus eigentlich, denn wenn ich mich als Blogger an einen wieauchimmergearteten Codex halte mache ich das doch auch oder etwas nicht – diese Fragen wurden zumindest in den Panels in denen ich war nicht beantwortet.

Stattdessen setzt man auf das Pferd der Applikationen und des iPad und verkennt, dass wir in Deutschland diese Phase der Entwicklung überspringen werden – mag ja sein, dass die FR eine tolle Applikation für Apple hat, wenn ich aber ein Android-basiertes Tablet zu Hause habe nutzt mir das nun reichlich wenig. Und welcher Jugendliche wird sich schon ein Tablett von Apple leisten können?

Auch ich kann noch nicht ahnen wie sich die Medienrevolution auswirken wird – aber ich glaube, ich bin mir wenigstens bewußt, dass eine Revolution stattfindet. Bei den meisten Journalisten bin ich mir da nicht soo sicher. (Der Postingtitel ist übrigens ein Ztiat aus der Eröffnungsrede… Doch. Wurde genau so gesagt.)

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