Zertifikate und Qualifizierungen

Klar hätte ich das WBT nicht machen müssen – das Thema war nicht so interessant an sich, aber was solls? Jetzt habe ich immerhin ein Zertifikat und weiß, dass die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Schaden kann das nicht. Ich glaube zwar nicht, dass ich in einem Schnellrestaurant arbeiten werde aber Grundkenntnisse in der Hygiene machen sich gut im Lebenslauf. Legt man das Zertifikat bei und gut ist.

Das ist halt etwas, was ich persönlich nicht verstehe: Wir leben halt in einer Gesellschaft wo man alles was man kann nachweisen muss. Ich kann mich hinstellen und behaupten, ich wäre der Kaiser von China – ich bräuchte hier in Deutschland ein Dokument wo drauf steht dass ich das wäre. Gut, das Beispiel ist etwas überzogen, aber im Grunde möchte der deutsche Arbeitgeber doch einen Nachweis für alles haben was ich kann. Ist ja nichts gegen einzuwenden, was man behauptet sollte man beweisen können.

Das eigentlich Problem ist halt dann nur, dass für einige Berufe – siehe Community Manager, Social Media Manager – es noch keine Zertifikationen in dem Sinne gibt. Beim Community Manager kann man sich immerhin jetzt zertifizieren lassen, kostet halt nur eine Stange Geld. (Wenn ich die hätte, hätte ich das längst gemacht, glaubts mir.) Hier ist halt die Praxiserfahrung wichtig. Allerdings werden in den Stellenbeschreibungen halt Dinge vorausgesetzt, die für diejenigen, die den Beruf nicht systematisch erlernt haben – weil sie die Ersten waren, die sowas getan haben und es keine Ausbildung dafür gab – nicht bringen können.

Was also macht man als jemand, der einen Job sucht und merkt, es fehlt ein Zertifikat, ein Zeugnis, eine Qualifikation? Man setzt sich auf den Hosenboden und lernt. Jedenfalls wäre das meine Sichtweise der Dinge, aber das sehen nicht alle so. Selbst die, die mit der ARGE generell zu tun haben sehen das nicht – oder sollte ich sagen gerade die? Wer es sich im System ARGE bequem gemacht hat braucht das nicht. Solange die ARGE einen in Ruhe lässt ist ja auch alles gut…

Sicherlich werde ich wohl nie mehr im Leben HCCP – HACCP? Egal – brauchen. Für den privaten Haushalt ist es natürlich nützlich zu wissen welche Schädlinge es gibt und wie man die vermeidet, aber was das Thema Reinigung anbelangt ist das was ich da gelernt habe halt nicht so relevant. Verbessert aber immerhin mein Verhalten in Bezug auf eine gewisse Sache über die ich ja nicht schreiben darf. (Schade eigentlich. Da könne man eine ganze Soap draus basteln… ;-))

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7 Gedanken zu „Zertifikate und Qualifizierungen

  1. Zertifikate sind überbewertet, was zählt ist Erfahrung. Dazu kosten Zertifikate stetig etwas, denn diese sind nur von temporärer Dauer. IHK/VHS-Qualis beispielsweise sind eine Geldgrube für jene, in der Praxis allenfalls Papiertiger. Und leider kosten teils echte, aussagekräftige Zertifikate plus Erfahrungswerte schnell dreistellige Beträge. Wie man diese bekommt? An der Uni entsprechendes Glück haben bzw. der Arbeitgeber finanziert die Fortbildung.

    Es existieren zwei Klassen von Arbeitgeber: jene mit einem low profile, die sich davon beeindrucken lassen und jene, die um den „Wert“ dieser wissen.

    Apropos Ausbildung: ein Studium an der Fernuni ist für dich möglich, da ein _Teilzeitstudium_ nicht deine stetige Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt beeinträchtigt. Darüber hinaus gibts extra Sozialtarife für diese Fälle. Zertifizierungen werden dort ebenfalls angeboten, gegenüber IHK/VHS nutzen diese gar bedingt etwas.

    1. Ich habe hier den Katalog der ILS liegen – mit dem Thema Fernstudium habe ich mich auch schon beschäftigt und deswegen auch um einen Termin mit meinem Fall-Manager gebeten. Denn einige Kurse von denen werden mit einem Bildungsgutschein gefördert. Sehr lange Begründung geschrieben, aus dem Kursnetz erstmal was rausgesucht 🙂 und falls ich „vorgeladen“ werde, werde ich das mal diskutieren. Ruhig und sachlich.

      Ich denke aber die Maßnahme hat bereits meinen Bildungsgutscheinvorteil aufgebraucht – ich weiß nicht genau welche Voraussetzungen dafür nötig waren, der Stellvertreter hat mich ja einfach mal so eingebucht damals…

  2. Na gut die Arge hat insofern nur etwas zu einem Fernstudium zu sagen, wenn dieses mit deinen Pflichten als ALGII-Empfänger kollidiert. Beißen würde sich dies jedoch nur, wenn dein Studium förderfähig gemäß Bafög wäre. Ein Teilzeitstudium, das berufsbegleitend gedacht ist, korespondiert jedoch mit der entsprechenden Sozialgesetzgebung da es von der Förderung ausgeschlossen ist und du weiterhin deinen Pflichten als ALGII-Empfänger unbeinträchtigt nachkommen kannst.

    Lass dir also keinen Bären aufbinden, derartige Konstellationen sind in der Regel eine Unbekannte für die Arge. Bei der Fernuni Hagen benötigst du auch keine Förderung seitens der Arge, die Fernuni selbst hat angepaßte Sätze für ALGII-Empfänger.

    http://www.fernuni-hagen.de/studium/gebuehren/ermaessigung/#2

    1. Ich pack mal alle meine Dokumente die Tage zusammen und mache mal einen Abstecher nach Hagen… Hab ja Zeit und Geduld. *g*

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