ARGE unsachlich

Ob ich denn keine Angst hätte, dass die ARGE Duisburg hier mitlesen würde fragte man mich neulich. „Du schreibst ja doch ziemlich offen über das, was so mit Dir passiert, oder? Gibts da keine Nachteile?“

Nachteile?

Mal unter uns Klosterbrüdern: Was soll denn schon passieren? Als ARGE-Empfänger ist man doch schon ganz unten, noch tiefer fallen kann man nur wenn man Drogen nimmt oder die Wohnung verliert oder irgendwas sonstiges anstellt. Insofern: Was habe ich denn schon zu verlieren wenn ich offen und ehrlich sage – ohne konkrete Details zu nennen – was die mit mir anstellen? Das Schlimmste was passieren könnte wäre eine Kürzung – Sperren würden die mich nicht wegen eines kleinen Fehlers oder für das Recht der freien Meinungsäußerung, die hier in diesem unserem Lande immer noch gilt soweit ich weiß. Ehrenrühriges ist hier im Blog eh nicht zu finden also – was könnten die schlimmstenfalls tun? Mir Geld wegnehmen? Ja, na und?

Es gibt Wichtigeres als Geld.

Geld ist natürlich wichtig um die Nerven zu beruhigen, um sich Dinge leisten zu können, ja, aber im Endeffekt ist Geld nur eine Tauscheinheit. Man kann mit den richtigen Netzwerken tatsächlich auch so über die Runden kommen wenn man möchte. Oder in Notlagen ist. Und mit Netzwerken meine ich nicht unbedingt Twitter und Facebook – es reicht auch aktive Nachbarschaftshilfe, Tauschringe etc. pp.

Ich glaube, ich habe gerade die Unheilsgöttin Hekate, gerne bei Watzlawick erwähnt, in die Flucht geschlagen – es gibt nie nur ein entweder oder. Es gibt immer noch ein „anders“.

Arge unsachlich jedenfalls war heute der Mensch, der mit mir telefonieren wollte. Um 14.12. Wenn ich in der Maßnahme Unterricht habe, habe ich Unterricht. Klingelnde Handys mag ich als Vortragender in einem Vortrag auch nicht, also bin ich so nett und schalte das stumm – nach der Pause hatte ich das vergessen. Ich neugierig guck. Anonym.

Wäre ich sowieso nicht dranngegangen. Wer seine Rufnummer nicht preisgibt hat entweder was zu verbergen oder will mir was andrehen. Mein Handynummer kennen eigentlich auch nur Leute denen ich vertraue, von daher – schon seltsam. Mailbox also. Ich in er Pause raus, Anrufbeantworter abgehört – und für den Rest der Stunden war ich nicht mehr zu gebrauchen.

Mann, war ich sauer.

Sauer auf mich selbst zum Einen, sauer auf die ARGE. Auf mich selbst, weil ich die Stadtwerke Herne mit der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne vertauscht habe – aber das war die einzige Bibliothek auf die ich mich bisher dort, also in Herne halt, beworben hatte, man guckt ja auch eigentlich noch genauer hin, aber wenns hektisch ist… Jedenfalls: Ja. War mein Fehler. Da lag eine Verwechslung vor. Kann vorkommen, wir sind alle nur Menschen – ist aber auch, das muss ich betonen, das erste Mal, dass mir das passiert ist. Bisher war ich regelmäßig da, habe meine Termine wahrgenommen, war kooperativ wo es nur ging, Himmel, ich wäre nicht in der Maßnahme wenn ich nicht vorher mich um LWP in Essen gekümmert hätte, einen Termin mit dem Stellvertreter des Bearbeiters gehabt hätte – ihr wißt das ja alles.

Ich weiß bis heute nicht wer mein eigentlicher Sachbearbeiter ist – wir wurden uns nach der Neusortierung innerhalb der ARGE nicht vorgestellt. Falls das der Herr ist, der heute so cholerisch aus dem Telefon entgegenkam, dann werde ich Maßnahmen ergreifen müssen. „Wir sind doch nicht blöd“ – so begann die Nachricht auf der Mailbox. Habe ich das behauptet? Nein. Persönlich habe ich ihn nie angegriffen – wie auch, ich kenne ihn nicht. Ich habe höflich meine Geschichte geschildert.

Was ich ja auch tun sollte.

Stellungnahme bis …

Schriftlich.

Wenn „diverse Dokumente“ vorliegen liegt das daran, dass ich erstens zeige, dass ich nicht lange warte sondern per Mail eine Stellungnahme verschicke – und dann erneut nochmal einen Brief persönlich im Kasten der ARGE einwerfe, da die Post es öfters mal gerne versäumt Briefe VON der ARGE an MICH zuzustellen. Laut meinen Unterlagen kam ein Schreiben vom 25.03. erst am 01.04. an. Als ich in der alten Wohnung wohnte.

Ich hatte es auch schon, dass der Nachsendeservice mir Sachen der Leistungsabteilung zustellt, die an die alte Adresse gerichtet sind obwohl Stellenvorschläge an die neue kommen.

Kurz und gut: Ich denke, ich habe diesen Vorschlag um den es geht einfach nicht erhalten. Ich würde ihn sonst in der neu angelegten Cassei-Mappe finden. Oder im alten Ordner. Dinge von 2009 kommen nicht ins System. *g* Hab ich aber nicht. Da ich systematisch arbeite scheint die Post das verschlampt zu haben.

Aber ganz egal was war: Ich bin arbeitslos. Ich bin nicht doof. Ich bin nicht dumm. Ich habe Selbstbewußtsein. Ich gehe nicht ran wenn jemand die Rufnummer unterdrückt, das könnte Werbung sein. Ich weiß auch nicht wie die ARGE an meine Handynummer gekommen ist – entweder habe ich sie bem letzten Gespräch rausgerückt, aber das ist unwahrscheinlich – der Mensch am Telefon meinte, er hätte ja JETZT meine Nummer. Ich werde nachfragen. Meine Telefonnummer gebe ich nur der Verwandtschaft oder guten Freunden in die Hand.

Er rufe mich die Tage noch mal an, wünnsche mir aber ein „Schönes Wochenende“ – ja, die Großbuchstaben konnte man hören. Dass der den Hörer nicht geknallt hat war nochmal alles.

Also echt: Da unterläuft einem ein Fehler, den man später entdeckt. Kann passieren. Wenn ich dann wie aufgefordert schriftlich Stellung nehme ruft mich ein Hansel aus der ARGE mitten im Unterricht – hey, die müssten wissen wann die Maßnahme auf hat, die kommen regelmäßig kontrollieren! – an und wagt es, auf meiner Mailbox in einem Ton daherzukommen als ob ich der größte Verbrecher der Welt wäre.

DAS ist eindeutig etwas, was nicht geht.

Deswegen werde ich am Mittwoch mal schauen was man dagegen tun kann. Ich lasse mich nicht von euch einschüchtern, ARGE, das lasst euch mal gesagt sein – und wer mit Menschen am Telefon so umgeht hat bei der ARGE selbst als persönlicher Fallmanager eh nichts verloren. Und ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, wenn das wirklich mein Manager war, den los zu werden. Verlasst euch drauf.

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2 Gedanken zu „ARGE unsachlich

  1. Hallo junger Mann, nur nicht verzweifeln auch HARTZ IV Empfänger sind Menschen und müssen menschlich behandelt werden. Sachverhalte die zu klären sind, dass müßte auch ein Sachbearbeiter der ARGE wissen, klärt man von Mensch zu Mensch und nicht am Telefon auch wenn ein Verschulden beim HARTZ IV Bezieher vorliegen sollte, die Würde des Menschen ist zu beachten.Kopf hoch und den Selbstwert nicht verlieren.

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