Das Schleichende Grauen

Der Hexer von Salem“ ist eine Legende. Doch, das kann man mit Fug und Recht von einer Serie schreiben, die als Heftromanserie begann, dann in dicken Paperbacks nachgedruckt wurde, dann eine Weltbild-Ausgabe erhielt und immer wieder aufgelegt wird. Nun mag der ein oder andere Kritiker einwenden, dass die Serie ja auf einem Fundament fußt, was bei weitem besser ist als die Serie selbst – allerdings ist „Der Hexer von Salem“ durchaus sehr komplex angelegt und wenn man ihn als Neuinterpretation der Großen Alten auffasst dann hat die Serie mit dem Wechsel zwischen Ich-Erzähler und Personalem Erzähler durchaus ihre Reize. Manche meinen ja, es sei mit das Beste was Hohlbein je geschrieben hat. (Kleine Randanekdote: Als damals neue Romane beim „Dämonenland“ aufgelegt wurden schaffte es Mike Schönenbröcher tatsächlich den dicken Wälzer „Der Sohn des Hexers“ auf knapp 64 Seiten zu kürzen… Ja, den konnte man auch noch so lesen…)

Und jetzt kommen wir zu einem Genre, dass in der Fantasy bisher von einem gewissen amerikanischem Autorenduo besetzt wurde, dass sowas wie „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“ verfasste. Als ein Teil davon, aber ihr wißt was ich meine. Ebenfalls bekannt dürfte vielleicht „Der einsame Wolf“ sein – „Lone Wolf“ im Original, einige der Bücher gibts übrigens für lau und total legal im Netz! – und das Genre nennt man entweder ein Soloabenteuer – aha, jetzt nicken alle Rollenspieler, klar, kennen wir – oder man nennt das ein Abenteuerspielebuch. Man schlüpft anstelle des Helden in die Geschichte und am Ende eines kurzen Abschnittes gibts mehrere Optionen mit mehreren Seitenangaben. Falls man also das eklige Drachenvieh erschlagen hat wird man vielleicht die Prinzessin heiraten. Oder man stellt sich dem Drachenvieh halt nicht und kriegt dafür aber den Hinweis auf eine Schatztruhe. Oder man ist einfach mal so tot. Kann alles passieren, man selbst hat die Wahl.

Lange Rede kurzer Sinn: Nachdem der geschätzte „Wer zum Teufel ist eigentlich“-Autor Frank Rehfeld ein Soloabenteuer – „Der Blutstern“ – geschrieben hat, was ich irgendwie nicht mitbekommen haben, ts, ts, ts, ist jetzt zur Buchmesse das zweite Soloabenteuer erschienen. Christian Humberg und Bernd Perplies haben den Fans auf dem BuCon versichert, dass einerseits derjenige, der nur „Den Hexer“ kennt seinen Spaß haben wird, aber auch der, der nur die etwas ernsteren Lovecraft-Geschichen mag nicht zu kurz kommt. Etliche Schmankerl haben die Beiden zudem noch im Buch versteckt, aber sie wollten nicht verraten welche… Muss man also selber kaufen gehen und spielen.

Christian Humberg – der Namensvetter – ist ja normalerweise eher im Sachbuch zu Hause – ich könnte jetzt einen tollen Gag mit Dr. House bauen, weil er „Alles über Dr. House“ geschrieben hat, verzichte aber auch auf billige Wortspiele zugunsten von kleinen Steinchen, denn auch ein Sachbuch zu Lego stammt aus seiner Feder. (Und es gibt noch ein Buch zu einer gewissen Musikgruppe, hüstel…) Bernd Perplies ist mit „Tarean“ in Erscheinung getreten und schreibt – wie Humberg auch – gerne mal für die „Space View“.

Ach ja, worum dreht es sich im Buch, dass ich heute als einer der auserwählten Wenigen kurz in den Händen halten durfte? Wir schreiben das Jahr 1922. Die Filmindustrie in Deutschland erlebt ihre Blütezeit und Du als Land-Ei und naiver Mensch würdest gerne ebenfalls in das florierende Geschäft einsteigen. Da engagiert dich ein Regisseur für den Film „Das schleichende Grauen“. Deine Chance auf Ruhm, Ehre und viel, viel Geld denkst du – aber irgendwas hinter den Kulissen ist irgendwie – seltsam. Kostet dich der Eintritt ins Filmabenteuerland am Ende den Verstand?
Ab der nächsten Woche kann das jede selbst herausfinden: „Das schleichende Grauen“ ist dann beim freundlichen Buchhändler um die Ecke bestellbar und ihr solltet auf jeden Fall auch noch den ersten Band „Der Blutstern“ mitbestellen. Denn wenn sich jemand beim Hexer auskennt, dann Frank Rehfeld. Der hat nämlich die Sammleredition bei Weltbild betreut und dafür eng mit Wolfgang Hohlbein zusammengearbeitet. Ich glaube mit beiden Büchern zusammen kann man einige Kaminabende gut verbringen. Und vielleicht läuft dann als Hintergrund der Shoop-Shoop-Song von Cher – heißt ja nicht umsonst Shub-shub-Niggurath! (Beschwerden über diesen Gag bitte in die Kommentare. Danke.)

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Ein Gedanke zu “Das Schleichende Grauen

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