Kindle kommt nach Deutschland – Sonys Reader auch

Was im Vorfeld der Buchmesse ja schon lange gemunkelt wurde – und was der werte Hörer von Netbib-Podcast 59 von mir ja auf die Hören bekam im Schwerpunkt-Thema zu „Buchbindung auch für Ebooks“ – wurde jetzt Realität: Der Kindle von Amazon wird nach Deutschland kommen. Wann genau sagt Amazon jetzt nicht, dafür hat Sony schon eine Prognose abgegen: Frühjahr 2009 soll der PRS-505 Reader von Sony zu haben sein, wenn man sich dabei am britischen Markt orientiert dürfte das Teil um die 300,- Euro kosten.

Während in den USA Sony ein eigene Format für den Kopierschutz entwickelt hat setzt man in Europa auf den offenene Standard EPUB. Mit einem DRM von Adobe. Hmm…

„EPUB“ allows publishers to produce and send a single digital publication file through distribution and offers consumers interoperability between software/hardware for unencrypted reflowable digital books and other publications.

Während sich Amazon-Kindle-Käufer also in die Abhängigkeit des ehemaligen Nur-Buchhändlers begeben legt Sony offenbar Wert auf Interoperabilität. Immerhin. Desweiteren lassen sich auch etliche Formate mehr auf dem Sony anzeigen als auf dem Kindle: TXT, DOC, PDF und dann auch die freie Variante des EPUB. Damit düfte wohl die Kaufentscheidung klar für den Sony ausfallen – Inhalte von Gutenberg.org auf den zu bekommen dürfte kein Problem sein. Ebenso brauchen sich die Verlage nicht explizit an LIBRI, die das Gerät mit einem Startpaket im Frühjahr 2009 in Deutschland vertreiben werden, zu binden. Nachteil offenbar: Sony mag nur Windows, aber es gibt schon Programme, die den Reader auch mit dem Mac und Linux verbinden können. Gefüttert wird der Sony nämlich am PC.

Der Kindle bietet zwar auch Zeitungen und Blogs an, die dann – Wunder der Technik – per drahtlose Internetverbindung auf den Reader kommen, aber die Software stammt dann von Amazon und wer dann andere Inhalte angezeigt haben möche schaut in die Röhre. Kennt man ja. Zudem: Die Übertragung der Inhalte ist nicht unbedingt kostenlos – 99 Cent möchte Amazon z.B. für ein Blog pro Monat als Vermittlungsgebühr. (Warum schreit jetzt eigentlich keiner auf und erklärt, dass der Amazon verklagen möchte wenn es um Blogs mit Creative-Commons-Lizenz geht, die eine NC-Klausel haben?)

Wer sich für einen Vergleich interessiert, das Cnet hatte im letzten Jahr mal einen Blick auf beide Modelle geworfen. Die Wirtschaftswoche hat einen Vergleich dann in deutscher Sprache und der Artikelschreiber ist eindeutig für den Kindle. Und mehr Links zum Thema gibts im Literaturwelt-Blog.

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