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Sherlock: BBC in Bestform

Quelle: Wikipedia

Soldaten, Krieg, Gefechte – und ein Mann, der davon in einem kargen Zimmer aufwacht. Ein Veteran aus Afghanistan, der in London gestrandet ist, seit einiger Zeit in psychologischer Behandlung – und dessen Name John D. Watson ist. Das wäre nun nicht weiter ungewöhnlich – eine weitere Verfilmung von Sherlock Holmes halt, aber in diesem Falle irritierend: Das Setting. Denn “Sherlock” spielt nicht im viktorianischen Zeitalter sondern in der Gegenwart.

Und auch sonst ist nicht alles so wie man es vielleicht von der ersten Zusammenkunft von Watson und Holmes gewöhnt ist – denn “A study in pink” übernimmt nur einige Elemente des ersten Abenteuers von Sherlock Holmes und Doctor Watson. Die Serie ist auch ausdrücklich keine naturgetreue Verfilmung der Abenteuer der Beiden sondern basiert nur auf den Geschichten von Doyle. (Wer eine eher viktorianische, naturgetreuere ebenfalls gute Serie sehen möchte, dem empfehle ich die von 1984 mit Jeremy Brett.)

Allerdings orientieren sich Mark Gatiss und Steven Moffat – ja, die könnte man kennen, doch – sehr eng an Doyle. So wird man vielleicht etwas verunsichert, wenn Holmes in der ersten Folge eine Peitsche nimmt und den Rücken einer Leiche bearbeitet, aus wissenschaftlicher Neugier wann die Striemen zu sehen sein werden – tatsächlich aber erwähnt das Doyle in “A study in scarlet” durchaus. Und wenn Holmes seine Briefpost mit einem Messer auf den Kamin festrammt, dann entspricht das – ebenso wie die Unordnung in der Bakerstreet 221b – genau der Vorlage. Ebenfalls seine Vorliebe SMS zu schicken, die moderne Form des Telegramms also.

Alleine das ist schon clever gemacht. Dazu kommt noch britischer Humor und zwei wunderbare Schauspieler: Martin Freeman als Watson und Benedict Cumberbatch als Holmes. Letzterer ist mir überhaupt nicht bisher aufgefallen, aber Historienstreifen wie “The other Boleyan girl” sind nicht unbedingt meins und offenbar sind – natürlich – die Serien, in denen er bisher auftrat hier nie gelaufen. Nicht weiter überraschend. Als Holmes ist er einfach spitzenklasse: Arrogant, überkandidelt, unhöflich. Ein genialer Kotzbrocken halt. Sehr nah an der literarischen Vorlage also. ;-)

Martin Freeman dagegen könnte man eher kennen: Er war der Arthur Dent in der – unsäglichen – Neuverfilmung des Hitchhikers, war allerdings auch in “Hot Fuzz” zu sehen und in “Shaun of the Dead”. Nicht zu vergessen “The Office”, bekanntlich die Vorlage für “Stromberg”. Als Watson ist er einerseits enorm hilflos teilweise, lässt sich in den Strudel der Ereignisse reinreißen, andererseits aber genießt er auch den Thrill der Ereignisse. Beide zusammen sind einfach wunderbar.

Vor allem beeindruckt auch der visuelle Stil der Serie – das fängt mit den Fake-Modell-Szenen an, geht über die Text-Visualisierung von SMS direkt im Bild, in der ersten Folge zumindest noch, weiter und ebenfalls in der ersten Folge werden die Details, die Holmes sieht, mit kleinen Texten versehen. In der zweiten Folge  wird dann eher durch Nahaufnahmen in den Focus gerückt was an Details Holmes bemerkt. Beide Mittel funktionieren recht gut. Darüber hinaus spielt die Serie natürlich auch mit dem ganzen Holmes-Mythos. So wenn Watson meint: “Erzfeinde? Niemand hat im normalen Leben Erzfeinde.”

Und natürlich spielt auch ein gewisser Moriarty eine Rolle, der in der letzten Folge wohl aus dem Schatten treten wird. Bis die Serie hierzulande läuft dürfte es mal wieder Jahre dauern – ab dem 30. August gibts aber alle 3 Folgen plus Pilotfilm auf DVD und Blue-Ray. ARTE? Bitte kaufen!

(Wie immer hat die BBC übrigens auch virtuelles Marketing für die Serie geschaltet – so gibts das Blog von John Watson, das in der ersten Folge zu sehen ist tatsächlich, ebenso wie die Webseite The Science of Deduction. Aber ich denke, ich gönne euch den Spaß des Selberforschens. ;-) )


Wahre Worte vom Trigema-Chef Wolfgang Grupp

Ob der nochmal zur Maischberger eingeladen werden wird nach diesen Statements?


Streikfrei

Ich hatte zwar nicht wirklich damit gerechnet heute zur Arbeit zu kommen – schließlich streikt die DVG, weder Busse noch Bahnen fahren – aber nachschauen gehen muss man ja dennoch. Und einfach so auf Verdacht frei nehmen ist auch doof. Immerhin: Chefin war vorgewarnt, habe vom HBF aus angerufen und vermutlich arbeite ich den Tag nach. (Wieviele Urlaubstage ich noch habe müsste ich mal nachrechnen gehen, ich muss ja immer dann nehmen wenn Ferien sind…)

Kaum komme ich aus der U-Bahn wieder ans Tageslicht baut sich ein Team des WDR-Fernsehens auf. Nachdem die Dame hinter mir nicht so recht wollte war ich doch gerne bereit ein paar kleine Fragen zu beantworten. Vermutlich sieht man mich dann heute abend in der Duisburger Lokalzeit.

Ansonsten werde ich jetzt noch etwas tippen, danach wieder ins Bett und den Rest des Tages nutzen um schon mal einige Dinge einzupacken, die ich nicht mehr täglich brauche. Ja, ich ziehe um. Demnächst bin ich in knapp fünf Minuten am HBF und die neue TARDIS hat Ausblick auf die Bahnhofgleise und den Stadtwerke-Turm. Cool? Na ja, dafür ist der ALDI etwas weiter weg. Keine Einkäufe nach 20:00 Uhr mehr – das werde ich definitiv vermissen…


DCTP-Themenschleife

Abgesehen davon, dass die komplette Seite in Flash gemacht ist – ja, ja, blitzlicht, blitzlicht, Augenfutter – ist die Webseite von DCTP doch jederzeit dem Fernsehprogramm vorzuziehen. Momentan sowieso interessanter weil es nämlich ein Videothemenschleife gibt, die sich mit den bekanntesten Alpha-Bloggern befasst – darunter Stefan Laurin, Mario Sixtus, Rudolf – Augstein??? Na ja. Gut. Sagen wir mit Menschen, die sich mit dem Thema Internet und Blogs und Social Media befasst haben. 10 Videos zu einer dreiviertel Stunde kann man sich im Netz ansehen. Interessante Interviewmethode übrigens: Wir starten mal mit einer Frage und stellen den Gast dann irgendwann mal später vor…

Und wer sich dann durchgesehen hat: Es gibt einen Livestream und noch einige andere Themenschleifen, die man sich anschauen sollte. Wenn Fernsehen so wäre, würde ich das längst wieder eingeschaltet haben…


Demnächst bei allen tv-sendern: schleichwerbung

Institut für Urheber- und Medienrecht :: News.

Begrüßt wurden die Pläne der Politik unter anderem vom Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT), dessen Vorsitzender Jürgen Doetz stellvertretend für die privaten Fernsehveranstalter von der Liberalisierung von Product Placements als einer »aus der wirtschaftlichen Situation heraus notwendigen Ergänzung unseres Einnahmepotentials« spricht.

da fällt mir nichts mehr ein…


Gute Fernsehserien wirken halt – auch wenn das ZDF die verbaselt

Denken Sie daran, dass dieses Buch auch in Vietnam und den Vereinigten Arabischen Emiraten übersetzt wurde, Länder, die sich normalerweise nicht dafür interessieren, was in Italien geschrieben wird. Deren Interesse hat mit der Verbreitung der Fernsehserie “Die Sopranos” zu tun. Die Sopranos werde in der ganzen Welt gesehen. Es geht um italoamerikanische Mafiosi, die aus Kampanien, also aus Neapel stammen. Sehr viele Leser meines Buches wollen die Geschichte der echten Sopranos lesen – nicht mehr die Fiktion, sondern die Wirklichkeit.

So heute im DLF zu hören und jetzt nachzulesen – ein Statement vom Autor des Buches “Gomorrha”. Falls also jemand noch meinen sollte, Serien seien total doof weil die ja nichts bewirken könnten knalle ich ihm den Link aufs Tablett.

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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel-Saison

Gewisse Postings in diesem Blog haben eine Tradition. So etwa gibts irgendwann bald ein hybsches Posting über eine kleine Dame, die an eine große Zeitung schrieb. Vorerst aber widmen wir uns mal wieder dem Film, der zu diesen Tagen bei uns wie der Christstollen, das Kerzenlicht und das Singen von allen Stropfen der “Weihnachtsbäckerei” von Rolf Zuckowski einfach dazugehört: Drei Hasennüssel für Aschenbrödel.

Falls jemand den Film am 30.11. im ZDF verpasst haben sollte – wir befinden uns also in der offiziellen 3HfA-Saison – für den gibts etliche Termine zum Nachholen wenn er die DVD noch nicht besitzt. (Die BLAUE kaufen bitte. Die GELBE ist zwar billiger, aber frelliger.) Zu finden sind die alle natürlich auf der Fanseite, die so lang ist, dass ich sie immer per Google suchen muss. Hier habts einfach – ihr klickt einfach hier. Ein Stöbern auf der Seite lohnt sich eh – viele Infos und Bilder zum Film und ich sehe, dass vor drei Tagen das Ganze als Musical gestartet ist. Huch. Na dann: Viel Vergnügen mit Nikolaus, Präzeptor und Co.


MSN und die Videos – Geduldsodyssee galore

Na endlich, wird der Ein oder Andere sagen, na endlich mal keine fünfminütigen Ausschnittsclips aus irgendwelchen Serien nein, endlich mal The Real Deal. Na ja. Sagen wir: Wenn ich Lust hätte von der Serie “Highlander” die fünfte oder sechste Staffel zu gucken oder die Serie Gun, dann wäre ich bei MSN ziemlich gut aufgehoben. Allein: Warum sollte ich mir die fünfte und sechste Highlander-Staffel anschauen? Wenn, dann will ich doch von Anfang an und alles – also wenn. Weil: Highlander die Serie hat – ähm – nun – auch ihre Fans, klar doch… ;-)

Na schön, ich möchte mir also eine Folge der Sere “Gun – Kaliber 45″ anschauen. Weiß zwar nicht warum ich das tun sollte, aber könnte ja eine Perle sein. Prompt schlägt mir MSN die Meldung ins Gesicht, dass diese Serie – man halte sich fest, die meinen das ERNST – aus jugendschutzrechtlichen Gründen erst ab 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr früh zu sehen ist. Klar, das Internet ist in Zeitzonen aufgeteilt und Sex und Porn schaltet man erst ab Mitternacht für die Erwachsenen frei, sischer dat. Ziemlicher Reinfall zum Start also. Zudem: Den ersten Werbeclip, den darf man sich aber schonmal jetzt anschauen. Kann ich das dann für später verbuchen lassen, MSN? Und ratet mal, ab wann Highlander die Serie…

Dann versuchen wir mal die letzte der Serien im Angebot des Portals: Les Miserables. Was immer das auch für eine Version sein mag – Vorabinfos gibts nicht, erst wenn man das Teil ausgewählt hat erscheinen weitere Infos. Ah, der Depardieu. Lief mal auf Sat1 glaube ich. Juhu, Film wird geladen nachdem man den Zwangswerbetrailer angesehen hat.

Uuunddd – er wird geladen.

Er wird immer noch geladen. Ein Fortschrittsbalken, sonst so en vogue bei Windows, ist übrigens nicht zu sehen. Wann also das Teil anfängt – man darf raten…

(Darf ich übrigens anmerken, dass die Trailerqualität noch unter der von normalen Youtube-Videos lag? Ebenso wie der Ton alles andere als prickelte? Oh mein Gott, wie sieht wohl der Film an sich aus? Auch so frellig. Er lädt immer noch. Seit knapp fünf Minuten übrigens.)

Und das war “Filme. Für alle. Gratis.” Toll, MSN-Eigenwerbung… Geht denn der Film jetzt endlich mal los? Der Sound hat sich nicht verbessert übrigens.

Und nochmal Werbung. Habe ich doch schon hinter mich gebracht, MSN? Übrigens ist die Bildqualität nicht gerade besser geworden.

Jetzt endlich kann man den Player ganz besichtigen. Man kann immerhin Kapitel auswählen – das lasse ich mal momentan lieber aber schick gemacht, so mit Standbildern zum Skippen – vorspulen, pausieren, zurückspulen.

Auf den eigentlich Film warte ich jetzt seit fast sechs Minuten und nein, es ist nicht meine Internetverbindung. Youtube- oder Vimeo-Videos sind deutlich schneller geladen.

Überraschung: Erstens beginnt der Film jetzt endlich, zweitens ist das Bild endlich so scharf wie von der normalen Flimmerglotze bekannt und der Ton ist auch endlich volltönend! Na sowas! Hätte ich ja gar nicht erwartet… Leider hakts beim Streamen, nach knapp 10 Sekunden Spielzeit habe ich ein Standbild. (Nach der Einblendung “mit John Malkovich”, falls es jemanden interessiert.)

Na sowas – wir wären jetzt fast mit dem Vorspann durch, aber es hakt mal wieder. Nein, es liegt NICHT an meiner Internetverbindung – echt nicht – entweder wollen jetzt alle zur Zeit “Les Miserables”-Folge-1 sehen – was ich wegen der Ferres NICHT tun würde, hüstel – oder es gibt diverse Probleme. Wir wechseln mal eben zu den Cartoons…

Hmm, die Hauptseite braucht aber wieder ziemlich lange bis die da ist. Eine direkte Navigationsmöglichkeit habe ich nicht gesehen, es mag sie geben – momentan gehen wir über die Hauptseite…

Popeye the Sailor. Nehmen wir den doch mal.

Boah, ein Riesenangebot von ganzen VIER FOLGEN erschlägt den Benutzer des Portals. Da hat MSN aber mal die Spendierhosen angehabt und sich nicht lumpen lassen, aber holla. Mal schauen ob das jetzt schneller geht als eben.

Ratet mal was passiert: “Film wird geladen”. Ahja. Grandiose Neuigkeit. Eben habe ich bemerkt, dass sich der Downloadhelper meldet und ich glaube ich erwähne mal nicht, was ich jetzt ausprobiere. Man kann es sich denken wenn man das Tool kennt…

Das erinnert mich jetzt so an meine ersten richtigen PC, einen 386er mit Windows3.11. Bis das Teil hoch war konnte man sich getrost eine Kaffee-Tasse machen gehen. Die Kanne war dann voll bis sich was tat. (Nochmal: Ich habe eine schnelle Internetverbindung, mit der Youtube-Videos oder Vimeo-Sachen sehr flott funktionieren – da MSN auch mit Flash-Videos arbeitet sollte das doch kein Problem sein. Ist es aber, weil die Dinger wirklich nur gestreamt werden. Und jetzt habe ich was – irgendwo. Hüstel.)

Ich habe Hunger und breche den Versuch bei Minute 22 ab.

Fazit: MSN-Video sieht mich so schnell nicht wieder. Das FSK-Problem kann man auch anders lösen als jemanden Nachts vor den Bildschirm des PCs zu setzen – Werbung ist zwar okay, die ist aber schneller da als der Film und läuft sogar noch bevor man sich den Film anzeigen lassen kann – das Angebot für Serienfans ist frustrierend – bei den Filmen gibts ein oder zwei Highlights, der Rest ist für mich uninteressant – falls MSN jetzt wirklich meint damit den Markt erobern zu wollen, derzeit Platzhirsch weil es keine anderen Umsonst-Film-Angebote gibt, vereinzelt mal Serienfolgen bei diversen Fernsehwebseiten – dann muss MS aber noch gehörig dran schrauben. Zugegeben: Die Bedienung ist, bis aufs Kategorien-Navigations-Manko – man landet immer auf der Haupseite – recht gelungen. Doch eine hybsche Bedienung kann noch so hybsch sein – wenn sie schales Bier serviert sieht mich die Kneipe so schnell nicht wieder.


ReGenesis – schuld am ARTE-Serienfreitag 2009?

Dass ARTEJekyll” zeigen wird, eine neue Adaption der bekannten Geschichte von Stevenson bzw. eher eine Fortschreibung derselben – James Nesbitt ist einfach nur genial in dieser Serie, echt jetzt, und Who-Bezug hat das Ganze auch noch, kicher – dass ARTE also am Freitag-Abend auf Serien setzt könnte vielleicht eventuell an einer Serie liegen, die ich heiß und innig schätze, die hierzulande aber immer noch viel zu wenig bekannt ist: ReGenesis.

Das ist natürlich alles rein spekulativ, aber schauen wir uns doch mal an was ReGenesis auszeichnet. Erstens: ReGenesis ist innovativ. Zwar hat man den Split-Screen schon bei “24″ gesehen, klar, aber das “Rewinden” von ganzen Szenen, das ist neu. Das heißt: An einer bestimmten Stelle der Serienfolge sieht man tatsächlich, wie die Handlung zurückgespult wird und man verfolgt dann einen anderen Handlungszweig – vergleichbar vielleicht mit einem Soloabenteuer, bei dem man sich auch am Ende entscheiden muss. Auch in anderer Hinsicht ist ReGenesis innovativ – die Serie schafft den Spagat zwischen Einzelfolgen und Story-Arc und geht eine Mischform ein. Was für Gelegenheitszuschauer natürlich optimal ist. Man muss nicht unbedingt jede Folge sehen, man hat aber mehr davon wenn man alle Folgen der Serie gesehen hat. Gut, das schaffen andere Serien auch – aber eine Staffel von ReGenesis schafft es tatsächlich einen großen Story-Arc zu spannen, der von der ersten bis zu letzten Folge reicht und dazwischen noch mehrere kleine Story-Arcs, die ab und an ineinander übergehen oder mal auch einen Nebenaspekt der Serie beleuchten. So wenn sich ein Mitarbeiter mit dem Gedanken trägt, das Team zu verlassen etwa. Zudem ist die erste Staffel bis zum zweiten Drittel als einzig großer Rückblick erzählt, was man erst dann wieder realisiert wenn der Unfall wieder auf dem Bildschirm erscheint…

Zweitens: ReGenesis steht den sogenannten Pathologen-Serien recht nahe. Ein Genre, das mit CSI so richtig Schwung bekommen hat – allein drei Ableger davon tummelten sich zeitweise im deutschen Fernsehen, momentan ist der Boom aber wieder vorbei. Mit “Dr. House” ist immer noch eine Serie des Genres bei uns aktuell vertreten. Dabei setzen diese Serien überwiegend auf Einzelfolgen, die nach einem bestimmten Schema ablaufen. Ein Mordfall muss aufgeklärt werden, Beweise werden eingesammelt, Zeugen werden befragt, irgendwann fällt einem dann auf, dass irgendwas nicht stimmt und zum Schluss ist der Fall gelöst – das ist eine typische CSI-Folge. Auch bei “Dr. House” gibts ein Schema, das nicht unbedingt innovativ ist und das man nach zwei, drei Folgen recht leicht durchschaut hat – auch wenn die vierte Staffel dank Neubesetzungen von Assistenten zumindest neue Gesichter auf die kleine Leinwand bringt. Doch das Schema ändert sich kaum. Das Privatleben der Charaktere bei CSI spielt keine weitere Rolle, sie funktionieren als reine Arbeitsmaschinen um den Plot voranzutreiben – ein Plot, der stets nach 45 Minuten zu Ende ist.
ReGenesis dagegen beschäftigt sich nicht nur mit “dem Fall der Woche” – der dann sowieso erst meistens in der nächsten Folge geklärt wird. Bei ReGenesis sind die Wissenschaftler, die Woche für Woche Viren oder Krankheiten auf der Spur sind – bakterielle Kriegsführung durch Terroristen etwa ist ein Thema, das in Staffel Eins und Zwei durchaus öfters vorkommt – menschlicher. Man bekommt einen Einblick in das persönliche Leben der Charaktere und wenn es in der ersten Staffel richtig hart auf hart kommt – dann sieht man auch die Auswirkungen. Joss Whedons Dogma, dass jede Handlung Konsquenzen hat wird hier durchaus Ernst genommen. So verfolgt man dann auch gerne die Entwicklung der einzelnen Charaktere und man versteht, warum der Leiter des Norbac-Teams gegen Ende der Staffel einfach nach China abhaut. (Dass die späteren Staffeln dann mit fiesen Cliff-Hangern enden… Nun ja.)

Drittens: ReGenesis ist einfach toll produziert. Die Szenen im Labor fühlen sich wirklich wie Szenen in einem modernen Labor an. Die Spezialeffekte – kleine fiese Viren auf dem Bildschirm anzuschauen hat schon irgendwie etwas beunruhigendes, aber gut – sind einfach gut gemacht. Gut: Die Specialeffekte sind meistens so gut versteckt, dass man sie gar nicht sieht. Also nichts mit zischenden Laserstrahlen, sabbernden Zombies oder sich häutenden Werwölfen – hmm, häuten sich Werwölfe eigentlich? Schreib: Das ganze Ambiente stimmt. Ob man nun in Toronto ist, in China oder später in New York – das alles sieht glaubhaft aus. Der Look stimmt also, auch wenn das Budget vermutlich nicht das einer CSI-Folge sein dürfte. Ebenso faszinierend: Als ReGenesis im Original in Kanada lief gab es gleichzeitig ein Augemented-Reality-Spiel dazu. Man konnte also gleichzeitig im Web auf verschiedenen Seiten Aufgaben lösen und mehr über die Charaktere erfahren.

Jedenfalls: Ob ReGenesis schuld am Serienfreitag 2009 bei ARTE ist? Ist doch zu vermuten – denn selbst wenn ReGenesis nur wenige eingeschworene Fans hat, dürften diese die Quoten doch in die Höhe getrieben haben. Freuen wir uns also ab Januar auf “Jekyll”. (Und hoffentlich auf eine angenehme Synchronisation des Ganzen, aber die war bei ReGenesis schon sehr in Ordnung.)

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Jekyll im Januar auf ARTE

Dr.Jekyll and Hyde (James Nesbitt)

Image by Victor de la Fuente via Flickr

Es gibt Sender, die man einfach lieben muss. Die gehören gedrückt, umarmt, gestreichelt, die muss man einfach lieb haben, nett finden, total auf sie stehen und vor allem: Man müsste ihnen manchmal mehr Zuschauer wünschen und man müsste sie wirklich in einer Rede lobend erwähnen. (Hmm, moment mal…) Weil sie nämlich durchaus Qualitätsfernsehen ins Land holen, auch wenn es ab und an unter ferner liefen läuft. Also: Komm an mein Herz, ARTE! Du hast mal wieder mutig zugegriffen und dir unter anderem nach “Regenesis” – hallo? Wir warten in Deutschland IMMER NOCH auf die Ausstrahlung von Staffel 3 und 4? – und diversen britischen Mehrteilern – yeah! – jetzt nochmal eine Perle fürs nächste Jahr besorgt.

Die Mini-Serie heißt schlicht und einfach “Jekyll” und fängt damit an, dass eine junge Frau einen Mann auf einen Sessel regelrecht festzurrt. Klingt schon mal vielversprechend. Der Mann ist Doktor Jekyll, die Frau ist eine Art Assistentin, die auf ihn aufpassen soll – genauer, sie soll eigentlich nur das Leben von zwei Personen koordinieren. Richtig: Auch dieser Doktor Jekyll hat einen Mr. Hyde. Beide haben so eine Art Pakt geschlossen und teilen sich den Körper. Es gibt da einen – nein – zwei Haken: Erstens weiß Hyde nichts davon, dass Jekyll verheiratet ist und Kinder hat, zweitens gibts eine ominöse Gesellschaft im Hintergrund, die es auf Jekyll – und auf Hyde – abgesehen hat…

Drei HUGOS hat Steven Moffat bisher für Doctor Who erhalten und genau der hat den Sechs-Teiler geschrieben und mit “Jekyll” eine Neubearbeitung eines Stoffes hingelegt, die spannender, mysteriöser und vor allem gruseliger kaum sein kann. (Wer die Who-Folgen von Moffat kennt: Oh, es geht noch gruseliger. Oh ja.) Zudem hat Moffat exzellente Schauspieler gewinnen können: James Nesbitt – der schon mal für die Rolle des Doctors im Gespräch war übrigens, nun ja, ab 2010 vielleicht, hüstel. Michelle Ryan – war bei “Bionic Woman” zu sehen. Gina Bellman – bekannt aus “Coupling” und “Waking the Dead”. Spricht schon für sich eigentlich. (Okay, “Bionic Woman”, bygones. Wann kauft RTL2 das nochmal ein?)

Falls jemand fragen sollte: Die BBC hats als Drama bezeichnet. Man sollte allerdings schon starke Nerven haben und eventuell eine Vorliebe für modernere Agentenserien, Moffat bedient sich nämlich durchaus munter bei Horror und den trendigen Verschwörungsgeschichten. Doch “Jekyll” ist in erster Linie die Geschiche eines Mannes und seiner Familie, da hat die BBC mit dem Drama schon recht. Auf der oben verlinkten BBC-Seite gibts übrigens noch alle Trailer, den Serienguide – ihr seid groß, gelle? – und Zusatzinfos zur Mini-Serie. Wer bis Januar nicht warten will kaufe halt die DVDs. Und ich möchte dann auch noch gleich “Murphys Law” empfehlen, in der James Nesbitt ebenfalls mitspielt. Das allerdings ist dann doch eher eine Cop-Serie. Aber eine, die ich mir anschaue und da man bekanntlich weiß, dass ich eigentlich sowas nicht gucke – hmm – “Law and Order: London” hat demnächst Feema Agyeman an Bord, hmmm – wird die Empfehlung einzuordnen wissen. Nähere Details dann vermutlich zeitnah zum Serienstart im Corona-Magazin. ;-)

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