
Diese blauen Schatten da oben sollen eigentlich die Band avid darstellen, die heute zusammen mit Trustgame im Steinbruch gespielt haben. Man merkt: Als ich mein Handy anschaffte schenken ließ hatte ich von Twitter oder Twitpick ja keine – Ahnung… Doch beginnen wir mit einer Anekdote, die ich zuerst erzählen muss weil sie direkt am Anfang des Konzerterlebnisses steht.
Da das Steinbruch von mir aus gesehen zwar zu Fuß zu erreichen ist, es zu bestimmten Konzerten aber einen Shuttle-Bus gibt brach ich gegen 19:15 Uhr auf und erreichte dann so um halb, viertel vor – unterwegs einige Bookcrossing-Bücher verteilend -den kleinen Shuttlebus. Das Gesicht des Fahrers kam mir zwar irgendwie vertraut vor, aber so ganz einordnen konnte ich das nicht. Da außer mir auch keiner hin zum Steinbruch fahren wollte, plauderten wir etwas. “Du, ich kenne dich doch,” meinte er dann. “Kann sein,” murmelte ich. “Du hast doch fürs Uniradio damals Wolke interviewt.” – Na ja, ich habe da durchaus als Moderator eine Sendung mit Wolke bei CampusFM im Frühjahr des Jahres kurz vor der Trennung gefahren – und das Konzert mit Wolke war dann im Buschbrand, da war ich auch, interviewt habe ich die damals aber nicht. Ist auch egal. Ich guck mir den Fahrer noch so an, der meinte dann: “Ich war damals einer der Organisatoren.” Stimmt! Jetzt erinnerte ich mich auch daran: Ich hatte damals nämlich den Rest des Eintrittspreises für Wolke – vier Euro? – in Kleingeld bezahlt – ja, ja, ja, ich weiß, Kleingeld und Buschbrand, da können manche noch eine andere Geschiche von mir erzählen, gelle? Ich tus nicht – und als die Jungs von der Agentur Kellergeister06 dann an einem der folgenden Abende da waren habe ich mich nochmal bei den Jungs dafür entschuldigt. War mir auch selber peinlich damals.
Es kommt aber noch besser: Mein allererstes BURN-Konzert war ja das Unplugged im ehemaligen Cafe KEKO – Duisburger werden sich dunkel dran erinnern, dass da mal was mit Grabschereien war – wo jetzt dieses Restaurant mit dem gelben Logo ist. An dem Abend habe ich Falks Frau zum ersten Mal kennengelernt und eines meiner allerersten Interviews geführt die bei Radio DuE gesendet wurden. (Sowas bleibt natürlich dann doch irgendwie hängen, ein bißchen Sentimentalität darf gestattet sein und ich verdrücke ein Tränchen…) Auf der Homepage der Band BURN gibts das Interview sogar noch. Sehr cool, hörts euch mal an. Hach. Ich habe mich damals ja kaum getraut den Jungs das Teil unter die Nase zu halten. Und jetzt dürft ihr raten wer damals beim Konzert anwesend war und Falk und MIR die Visitenkarte der Agentur zusteckte? Na? RICHTIG: Mein Busfahrer! Ab sofort glaube ich an die Sechs-Ecken-Theorie. Gut. Andererseits ist die Kulturszene in Duisburg recht – hmm – übersichtlich. Merke: Sei nett zu den Leuten, du weßt nie wann du sie mal wiedersiehst. Manch verstehen das anscheinend aber bis heute nicht so ganz…
Zurück zum Konzert selber, zu dem ich eigentlich zwei gewisse Leutchen – jaha, die Betreffenden wissen schon wen ich meine, jaha – gewissermaßen verabredet war, die aber nicht erschienen. Nachdem ich also viele, viele Erdnüsse aß und es schon aus dem Konzertsaal zu krachen anfang gab ich das Warten auf, legte die FR und das Jazz-Magazin – you got to cultivate some style, you know – beiseite und ging dann einfach mal rein. Wie man das so macht bei Alternative-Hardrock-Konzerten.
Vorher hatte ich die Gelegenheit mit Kai Schumacher, den man nur undeutlich hier erkennt:

einige Worte zu wechseln. (Hmm, das Teil könnte glatt als Impressionistisches Stillleben durchgehen.) Ich wurde gelobt. Für meinen Blogeintrag über “The Trip”. Schnurr. Schnurr. Stolz sein. Die RP muss über “The Trip” wohl was Gutes geschrieben haben, ist nicht online zu finden aber ich guck mal über die Datenbank bei der Uni-Bib
– über die Rezension bei DerWesten schweigen wir mal lieber – liebe Kollegen, ihr habt manchmal einfach keine Ahnung. Punkt. Dass ich mich mit einem Namen vertue ist geschenkt, aber den Mist, den ihr da verzapft habt, den verlinke ich noch nicht mal. Wirklich. Klar weiß ich, dass manchmal Leute hingeschickt werden, die da eigentlich gar nicht hinwollen aber hinmüssen und sich nicht im Geringsten vorher über das Teil informieren. Ist auch nicht schlimm, aber liebe Kollegen: Die Philharmoniker – haben – ein – Blog – mit – Infos – über – die – VERANSTALTUNGEN. Himmel, mal vorher bei uns nachzufragen oder bei der Pressestelle ist doch nicht so schwer außer natürlich man will mit “diesen Bloggern da” überhaupt nichts zu tun haben. (Die Ironier muss man jetzt erstmal sacken lassen glaube ich.) Nun, müsst ihr wissen – aber was ihr da abgelassen habt ist wirklich der reinste Müll. Einmal tief durchatmen…
avid spielte als Support. Eine Gruppe, deren Musik mich nicht gerade von den Socken haute. Ja, war nicht schlecht. War aber auch nicht unbedingt gut. War halt eine – kicher – okaye Band. Nett zum Aufwärmen, aber sonst… Ich hab auch die ersten zwei Titel nicht mitbekommen, was aber auch nicht schlimm war. Jedenfalls kann man mal bei iTunes gucken, da solls etliche Singles von denen geben. (Natürlich haben die das laut und mehrmals gesagt.) Übrigens wurde das Publikum mit Schokotalen bestochen, jawohl, auch ich bin im Besitz eines riesigen 2-Euro-Schokoladentalers. Was noch mit die lustigste Aktion der Sache war. Begeistert war ich aber nicht, weils halt dieser typische gefällige Alternative-Rock war – mal ein wenig poppig, dann wieder etwas rockiger, halt so lala – einige Stücke hätten gut zu WDR2 gepasst. Also nichts Besonderes. Halt okay.
Trustgame dagegen: WUAH! Jungs, ihr habt was verpaßt. Echt, boah war das geil. Und wenn im Mai die Kulturaffäre wieder im Hundertmeister gastiert wird das noch geiler – 01.05. schon mal notieren. Als Kai bei der Kulturaffäre etwas über die Schnittstellen zwischen der Band und den Konzerten von ihm erzählte erwähnte er gar nicht, dass manche Songs von Trustgame durchaus auch sowas wie Clustereinsprengsel oder Keyboardsounds haben, die ab und an so gar nicht melodiös sind. Glücklicherweise stand ich ganz nah bei Kai an den Keyboards und konnte ihm die ganze Zeit auf die Finger schauen. Meine Güte! So möche ich auch mal spielen können – ich übe allerdings keine vier bis fünf Stunden am Tag…
Jedenfalls: Es gab einen sehr rockigen Teil, der Sound von “Trustgame” ist schon beim Alternative-Rock der heftigeren Gangart verankert – dann, was natürlich die Hörer des Interviews vom Dacapo-Blog wußten
eine Premiere und Vorbereitung auf das Konzert im Mai. Unplugged Set. Geil war der Bossanova zwischendurch und da ich keine Ahnung davon habe wie die Songs im Original klingen kann ich schlecht vergleichen. Aber es klang super. Und wenn dann im Mai noch Streicher und Bläser dazukommen – das wird richtig, richtig geil. Nach dem Unplugged-Set kam nochmal was Hartes, Rockiges, Lautes und das Konzert endete nach den Zugaben mit einer Klangcollage, die auch durchaus bei “The Trip” ins Programm gepasst hätte.
Und danach fuhr ich mit neun Leuten zurück zum HBF im Shuttlebus. Mit dem Busfahrer, der dann auch allmählich darauf kam wo wir uns zum ersten Mal überhaupt gesehen hatten.
Schöner Abend, total klasse und wenn Kai Schumacher im Mai bei der Kulturaffär spielt solltet ihr euch DAS auf KEINEN FALL ENTGEHEN lassen. Echt nicht. Wow…