Eine Konferenz über CreativeCommons? Cool. In Köln? Noch cooler. Philharmonie2.0 wird vorgestellt? Extremst verschärft cool. – So ähnlich waren meine Gedanken als ich von der ganzen Sache erfuhr und nach dem Studium des Programms war das klar: Da muss ich hin. Leider ging nur der Samstag, aber laut Twitter scheinen die Workshops – und die Gigs, Comfort Fit! Argh! – recht anregend und spannend gewesen zu sein.
Was mich überraschte: Es ging sehr viel um die Basics. Also um Dinge wie „man braucht eine zentrale Webseite“, „Metadaten sind wichtig“ – kann ich nur unterstreichen – „brauch ich eine Seite in jeder Community“, „was sind die verschiedenen Modelle der Zusammenarbeit“. Das ist sehr in Ordnung wenn man in die Materie einsteigen möchte, mir persönlich brachte es allerdings nichts Neues. Moritz Sauer hat das Ganze charmant moderiert, leider stand im Programm der Name des Co-Moderators nicht drin und da er nicht in meinem – jetzt mit Aufklebern gepimpten
– Moleskine steht habe ich ihn auch nicht notiert anscheinend. Aber kann man bestimmt auf der Webseite noch nachlesen gehen.
Nach der Stärkung mit Thunfischsalat beim Dönermann um die Ecke – der witzigerweise Joe’s hieß und eine nettgestaltete Menüfaltkarte hatte – gings dann los mit dem Vorstellen der Beispiele für Erfolgreiche Kommunikation im Web 2.0 – dazu gehörte dann natürlich die Philharmonie2.0 sowie vorher das Netlabel aaahhh-records. Der Vergleich war schon spannend. Bei den aahhs findet die Kommunikation nur übers Netz statt weil die Mitglieder verteilt in Deutschland sind. Seit Mai 2008 existiert das Label, hat momentan nur wenige Release draußen macht aber auch Booking. Konzept: Zu jedem Netlabel-Release solle eine CD – nein, ich merke mir nicht das Wort physikalischer Tonträger, das ist Dummfug – vorhanden sein, aber der Künstler muss die schon selber mitbringen. Eigenproduktion – Unterschied zu Afmusic - von CDs momentan nicht, ist aber angedacht.
Als bei der Anmoderation das Wort „Hochkultur“ fiel mußte ich mich daran erinnern: Ja. Klassik ist „Hochkultur“. Stimmt. Ja. Empfinde ich aber gar nicht so. Na ja, ich habe ja auch viel damit zu tun gehabt und habe damit immer noch zu tun, aber mir ist gar nicht so bewußt, dass es da immer noch diese Barriere gibt. Obwohl bei den Zuschauern ein Großteil dann doch bei der Frage, ob sie Klassik hören würden bzw. ob sie daran interessiert seien aufzeigten. Immerhin. Interessant war die Frage, was das denn jetzt mit CC an sich zu tun hatte in der Diskussion – man denkt ja immer mit Klassik wär das einfach. So einfach ist es nun nicht, weil eine Unmenge von Leuten noch gefragt werden müssten. Wobei Frank Recht hat: Man kann klassische Musik nur live am Besten erleben. Sicherlich sind Aufnahmen toll und schön, wenn man halt nicht nach Berlin fahren kann oder Bruno Walter nun nicht mehr live erlebt hat – aber da die Musik ja jedesmal anders interpretiert wird, man gehe mal zweimal in ein Symphonisches Konzert bei uns, man wird jedes Mal ein „anderes“ Stück hören… Zudem der Klang im Konzertsaal eh intensiver ist als zu Hause – nun – Kinoerlebnis eines Films und DVD-Gucken unterscheiden sich ja auch: in dem Sinne ist das Optimale tatsächlich ein Besuch des Konzerts vor Ort.
Falls ich mir den Vortrag von Dieter Pflüger nochmal in Ruhe anschauen kann, werde ich das sicherlich mit mehr Verständnis tun als vor Ort. Das war irgendwie nicht so unbedingt meins. (Vor allem: Ja, Videozitate sind nett. Klar. Aber gefühlte zehn Minuten?? Hmm.)
Ts, da hätte ich doch tatsächlich beinahe den Oliver Mink von der famosen großartigen Band WOLKE wiedergesehen – wenn der denn der Einladung gefolgt wäre. Schade. Aber auch so hatte die Diskussion ob der Künstler denn Geld brauchen würde reichlich Potential. Mental allerdings mußte ich mich zwischendurch dann doch mal verabschieden, weil so einige Punkte nicht ganz spannend waren. Aber immerhin hat sich Herr SimSullen gut geschlagen. (Das mit dem scheuen Reh nehme ich hiermit mal zurück. Twiterinsider.
) Und die roten Rec12-Aufkleber sind wirklich cool.
Insgesamt eine sehr runde Veranstaltung und es gab freien Kaffee und Kuchen – das fand ich nett und nein, ich hab kein Stück gegessen, dafür dann später am Abend doch Kohlehydate, nun ja – leider kein WLAN, das könnte man im nächsten Jahr mal ändern. Eine Twitterwall muss ja nicht unbedingt sein, aber freies WLAN wäre schon – nett. Ja. Doch. Geht ja auch ums Internetz, gelle? Das Gebäude09 erinnerte mich an das Unperfekthaus nur in Größer – die Atmosphäre würde ich so als halb-Barcamp – „wir verschieben dann mal was nach hinten“
– und halb-Konferenz beschreiben. Wobei: Irgendwie ist Frontalunterricht nicht unbedingt immer so meins aber es ist ja auch eine Konferenz gewesen und kein Barcamp, Dude.
Schon okay also. Es gab viele Gelegenheiten sich auszutauschen – so lernte ich die nette Claudine Verdier kennen, die extra aus Frankreich angereist war, chapeau! (Nein, ich habe kein Wort Französisch mit ihr gewechselt, das ist zu sehr eingerostet, leider…)
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