Serien


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Schon der Titelvorspann macht klar, dass Alan Balls neue Serie zumindest eines mit den Romanen von Anne Rice zu tun hat – was in der ersten Szene der ersten Folge nun auch angesprochen wird: Das Gefühl des Landstriches in dem sowohl die Romane Rice’ als auch „Trueblood“ spielt. Es ist der Süden der USA, den man mit Cajun, Sümpfen, Krokodilen und Rednecks verbindet. Jenen Einwohnern also die man auch in Bon Temps wiederfindet, der Stadt in der die Serie spielt.

Sookie Stackhouse arbeitet in dem Restaurant „Merlotte’s“. Die Kellnerin hat die Gabe des Gedankenlesens, was unter ihren engeren Freunden kein Geheimnis ist. Wenngleich sie aus Höflichkeit versucht nicht die Gedanken ihrer Kollegen und ihres Bosses Sams zu lesen. Meistens „hört“ sie das, was andere Leute denken, ab und an sind es auch Bilder – bei Sam hört sie desöfteren nur Klänge anstatt einer richtigen Stimme von ihm.

Vor zwei Jahren traten die Vampire aus ihrem Schattendasein hervor als die Japaner mit „True Blood“ eine Alternative zum menschlichen Blut entwickelten – verkauft wird das übrigens in der Serie wie der traditionelle Six-Pack. Seitdem leben sie mehr oder weniger Seite an Seite mit den Menschen. Einige versuchen „mainstream“ zu werden und halt nicht jeden beliebigen Menschen zu töten oder zu einem der ihren zu machen. Einer dieser Vampire, der nach Bon Temps zurückkehrt ist William Thomas Compton. Sookie ist von ihm fasziniert – im Gegensatz zu allen anderen kann sie seine Gedanken nicht lesen. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung. Neben Sookie spielen noch ihre Familie – die Großmutter und ihr Bruder Jason – eine Rolle, die Eltern sind bei einem Unfall gestorben. Daneben gibt es noch Tara, die ihre alkoholkranke Mutter betreut, ihren schwulen Cousin Lafayette, Halbzeit-Koch im „Merlette’s“ und Drogendealer eine größere Rolle. Neben dem Problem, dass Vampire nun nicht sonderlich angesehen sind – das kennt man allerdings, Außenseiter hatten es ja schon immer schwer in der menschlichen Gesellschaft – gibt es noch eines, dass bald Sookie direkt betrifft: Ein Frauenmörder macht Bon Temps unsicher. Und er erdrosselt allem Anschein nach Frauen, die sich Vampiren hingeben – und spätestens nachdem Sookies Großmutter ermordet wurde weiß sie, dass sie in Gefahr ist…

„True Blood“ ist die Serie, die man als Alan Balls Versuch einer leichteren Variante seines Grundthemas – den der dystopischen Familie – ansehen kann. Demzufolge bietet die Serie auch reichlich viel Oberfläche an, sie geht nicht so sehr in Tiefe wie „Six Feet Under“ oder „American Beauty“. Was zu bedauern ist. Denn so bleiben die Figuren mit all ihren Problemen und Verwicklungen seltsam distanziert. Natürlich sind die Dialoge gut und die Serie mischt Humor mit Grusel-Elementen, aber der Plot plätschert zeitweise dann doch irgendwie so dahin.

Ja, natürlich bildet die Mördergeschichte den roten Faden durch die Serie, aber über etliche Folgen hin wird sie entweder ganz vergessen oder wird nur eben am Rande mal erwähnt. Die Vampirgesellschaft an sich spielt fast keine Rolle – außer in einer Folge gegen Ende, als William sich für den Mord an einem Vampir verantworten muss. Nichts gegen Serien mit Ensemble-Besetzung, das ist etwas, was ich eigentlich mag und schätze, ebenso wie Charaktere mit Tiefe. Die hat die Serie zwar – es gibt auch Nebencharaktere, die auch dem Südstaatenklischee entsprechen, durchaus – aber sie berühren mich nicht. Demzufolge sind mir dann auch die Verstrickungen der Hauptpersonen oder deren Geheimnisse schlichtweg egal. Gut, ich habe mir auch „Bloodties“ angesehen, die im Vergleich zu „True Blood“ ja nun wirklich Oberfläche pur ist – allerdings haben da die Charaktere für mich funktioniert. Was bei dieser Serie hier nun leider nicht der Fall war. Schade eigentlich, denn ich mag das was Alan Ball sonst macht.

Nun denn: Da schon eine dritte Staffel in Auftrag gegeben wurde und die zweite wohl etwas besser sein soll als die erste, die zweite Staffel läuft momentan in den USA, könnte es ja sein, dass die Oberfläche dann doch noch etwas Tiefe gewinnt. Zudem waren die letzten Folgen der ersten Staffel durchaus etwas besser als die restliche Serie – und dann gibts diesen Vorspann. Das ungeschriebene Gesetz lautet ja: Wenn es ein guter Vorspann ist, dann kann die Serie nicht schlecht sein. Bis auf „Voyager“ und „Desperate Housewives“ habe ich jedenfalls das immer als passend gefunden. Und seltsamerweise gruselt es mich mehr vor dem Fuchs als vor allem anderen…

Kurz und gut: Wer auf Vampire, Louisana und Mörder steht der ist bei „True Blood“ gut aufgehoben. Vermutlich werden die Kids, die Stephenie Meyer lesen und schon etwas erwachsener sind – also mindestens 18, das ist schließlich eine HBO-Serie – das ideale Publikum für die Serie sein. Ich bin es, soweit es die erste Staffel betrifft, jedenfalls nicht. Aber ich bin bereit der zweiten Staffel eine Chance zu geben. Was ich bei „Battlestar Galactica“ nun nicht getan habe – insofern…

Being-Human

Manchmal beneidet man die Briten schon ein wenig. Während wir dutzendweise Arzt-Serien produzieren oder schlimmstenfalls Dinge hervorbringen wie „John Sinclair“ – die habt ihr schnell wieder verdrängt, was? – oder „Operation Phönix“ – man muss wirklich dankbar sein dass es manche Serien nicht auf DVD schaffen – wenn es um den phantastischen Bereich geht produziert England eine Serie nach der anderen – und meistens sind die sogar gut. Es mag sein dass hier die Tradition von „Doctor Who“ doch prägender war als man annehmen könnte. Wer jeden Samstag zur Tee-Stunde zuschaut wie gruselige Aliens von einem Mann mit einer blauen Telefonzelle bekämpft werden, der wird als Erwachsener vermutlich eher ab und an phantastische Serien mögen. Wobei: Während wir hierzulande dann sowas wie „Ijon Tichy“ vom ZDF bekommen – es gibt DVDs, die kommen mir nicht in den Schrank – produziert die BBC drüben durchaus sehr annehmbares. Woran das aber wieder liegt?

Doch kommen wir zur eigentlichen Serie, die auf BBC3 lief: „Being Human„. Mitchell ist ein Vampir. George ist ein Werwolf. Annie ein Geist. Alle drei leben zusammen in einem Haus in Bristol – wobei Mitchell und George Annie erst nach dem Einzug in das Haus entdecken. Das Haus gehört Annies Ex-Verlobten Owen. Sie starb aufgrund eines tragischen Unfalls als sie die Treppe runterfiel – so jedenfalls hat es zuerst den Anschein. Mitchell ist in den Vampirkreisen eine Legende, hat sich allerdings von dem Bristoler Vampirclan – geführt von einem Vampir namens Herrick – entfremdet. Er trinkt kein Blut mehr und versucht zusammen mit George ein halbwegs normales Leben zu führen. Was allerdings nicht so ganz gelingt, denn Herrick ist der Meinung, dass es endlich Zeit wäre die Evolution etwas zu beschleunigen – sprich: Die Vampire wieder zur herrschende Rasse zu machen. Was Mitchell, George und Annie nicht zulassen können…

„Being Human“ hat kein großes Budget für Specialeffekte. Während bei „Doctor Who“ der Werwolf mehr oder weniger aus dem Computer stammte ist die Werwolfgestalt von George eher sehr – nun – traditionell angelegt. Das vorneweg. Die Serie konzentriert sich auf die Reise der Charaktere, die weder auf der einen noch auf der anderen Seite stehen. Die Entwicklung der Figuren steht im Vordergrund. Das kann durchaus ein Nachteil sein – etwa wenn die Drehbuchautoren an einigen Stellen die Handlung etwas auf der Stelle treten lassen um dem Zuschauer dringend etwas klarmachen zu müssen. (Dabei hat die Serie nur 6 Folgen, wenn man den offiziellen Pilotfilm nicht mitzählt. Allerdings: Die Folgen dauern knapp eine Stunde.)

Sieht man über diese Schwächen hinweg, ist „Being Human“ durchaus eine Serie, die man sich anschauen kann. Zwar sind die Charaktere schon sehr eingeteilt in gut und böse, es sind aber immer noch genügend graue Stellen übrig um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Gut denkbar, dass das eigentliche Zielpublikum hier – wie bei „Bloodties“ – eher weiblich ist. Aber es gibt auch genug Action um den männlichen Fan bei der Stange zu halten – und da hätten wir ja noch Annie. ;-)

Sicherlich ist es keine Serie, die herausragend oder an sich innovativ ist. Mir gings jetzt nicht unbedingt so dass ich dringend die nächste Folge schauen musste, hätte ich eine Folge im Fernsehen verpaßt wäre mir das bestimmt auch nicht nachgegangen. Bevor ich mir allerdings die nächste Krimiserie made in Deutschland anschaue, dann doch lieber „Being Human“. Eine zweite Staffel ist übrigens wohl auf dem Weg. Ich freue mich drauf.

(Und natürlich gibts ein Blog auf der offiziellen Homepage. :-) )

DLM-Cover

Manchmal passieren in der TV-Landschaft Wunder – erstens: Dead Like Me kam schließlich doch noch Deutschland, nach langem Warten (was RTL2 allerdings draus gemacht ist spottet jeder Beschreibung und deswegen ist ein DVD-Kauf dringend angeraten). Zweitens: Der Film, der nach der Serie spielt hat es tatsächlich auch nach Deutschland auf DVD geschafft. Kaum zu glauben, Zeichen und Wunder.

Dass die zweite Staffel nicht mehr den Zuspruch von Serienerfinder Bryan Fuller fand und sie allgemein für die schwächere der Beiden gehalten wird dürfte bekannt sein. Sicherlich sind etliche von Fuller beabsichtigte Wendungen so nicht passiert – aber schlecht ist die zweite Staffel nun nicht. Sicherlich ein wenig schwächer als die erste, aber das Grundthema blieb ja bestehen: Nämlich die Erinnerung daran dass man ab und an mal stehenbleiben sollte um an den Rosen zu riechen.

Ein Zitat, das übrigens im Film wortgleich aufgenommen wird – und er hält locker das Niveau der zweiten Staffel. In bestimmten Momenten kommt er sogar an die erste Staffel heran. Leider sind vom Original-Cast nicht alle dabei – so muss man leider auf George Patinkin verzichten ebenso wie auf Laura Harris. Der Film löst zumindest das Rube-Abwesenheits-Problem recht elegant, während man die Rolle der „Daisy“ neu castete. Etwas irritierend zuerst, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Was also passiert nach dem Ende der zweiten Staffel? Einiges: Der Waffle House – nein, kein Verschreiber – brennt nieder eines Morgens. Die Reaper sind erstmal fassungslos. Zudem ist Rube verschwunden und die Reaper bekommen einen neuen Boss. Einen Yuppie, der beim World-Trade-Center starb: Cameron Kane. Für die Reaper ändert sich einiges, denn Cameron glaubt offenbar nicht an die Regeln, die Rube einst aufstellte. Das Chaos nimmt seinen Lauf: Georgia bekommt einen High-School-Footballplayer als Reap, der allerdings einfach nicht sterben will – obwohl die ESD stimmt. Daisy bekommt die Chance Lady McBeth zu spielen. Roxy lässt einen Klienten am Leben. Und Mason interagiert mit den Lebenden.
Während Georgia irritiert ist und nebenbei bei Happy-Times Delores vertritt – und dort gefeuert wird nachdem sie eine Mitarbeiterin anbrüllte und diese die Firma verklagte – muss sie auch noch damit klarkomme, dass ihr eigentlicher Reap der Freund ihrer Schwester Reggie ist. Was schließlich dazu führt, dass sie ihrer Schwester mitteilt, dass Georgia Lass – eigentlich seit 2003 tot – ein Grim Reaper geworden ist.
Nach und nach wird klar, dass man Regeln eben nicht brechen sollte, weil das Konsequenzen hat: Daisy floppt bei ihrem Debüt, Mason wird klar dass seine „Freundinnen“ nur auf sein Geld aus sind, Roxys Klient stirbt erneut und reißt andere in den Tod – und Cameron entpuppt sich als Arschloch. Zeit, ihn loszuwerden. Fragt sich wie.
Georgia währenddessen gelingt es Reggie zu verdeutlichen, dass das Leben viel zu kostbar ist als dass man es unnütz verbringen sollte – eine Erfahrung, die Georgia ja schließlich gemacht hat. Zudem renkt sie die Sache mit Delores wieder ein. Und am Ende – aber das muss man sich selber anschauen.

Die dringenste Frage zuerst: Kann man den Film anschauen ohne die Serie zu kennen? Ja. Kann man. Gewiß werden einem einige kleinere Nuancen und Anspielungen entgehen, aber da der Film geschickt in die Mythologie der Serie einführt – mit Comicpanels! – muss man die Serie nicht unbedingt kennen.

Da die Serie kein offenes Ende hatte sind auch keine offenen Fäden übrig, die man zusammenbinden müsste. Stattdessen bewegen sich die Serien-Macher – ohne Bryan Fuller, der aber ja mit „Pushing Daisies“ bzw. „Heroes“ alle Hände voll zu tun hatte und wohl kaum mit Jon Masius zusammenarbeiten würde – auf neues Gebiet und erweisen ihre Referenz an die Serie. Wer also auf Murray, Gravelings, Joy, Reggie und die üblichen schwarzhumorigen Todesarten wartet, der kann beruhigt sein. Meine Güte, diese Maschine zu Beginn… Wobei: Außer Georgia hat sich keiner so richtig weiterentwickelt von den Charakteren. Da Dead Like Me aber sowieso immer die Geschichte von Georgia war und die sich im Laufe des Films deutlich weiterentwickelt… Ah, Referenzen, richtig. Die entgehen einem natürlich wenn man die Serie nicht kennt, aber da es eher Kleinigkeiten sind – ein Flashback in Georgias Kindheit, die Geschichte mit Murray – wird man die nur am Rande wahrnehmen.

Alles in allem: Ein äußerst gelungener Film sowohl für Kenner der Serie als auch für Neueinsteiger. Bleibt zu hoffen, dass es noch weitere Filme geben wird – und wehe RTL2 kauft diesen Film ein… Wehe.
Auf der DVD gibts bis auf ein obligatorisches Making-Of und einem Audiokommentar vom Regisseur und Ellen Muth leider keine großartigen Specials. Bei einigen Stellen bezweifle ich, dass die deutsche Synchro die adäquat rüberbringt – aber ich habs noch nicht gegengesehen.

Na sowas – Dead Like Me wird von RTL2 jetzt jeden Samstag wiederholt. Man fängt mit dem Piloten an. Also heute. Da RTL2 allerdings wohl böse geschnitten hat – hey, das ist der Sendetermin um 15:00 Uhr, die Serie dreht sich um den Tod, was erwartet man da? – empfiehlt sich der DVD-Kauf. Aber immerhin: Nachdem die Fans lange warten mußten bis die Serie überhaupt läuft ist die Wiederholung eine Überraschung

Timebomb!

Timebomb!

Es gibt Serien, die es wohl nie nach Deutschland schaffen werden. Das ist, wenn ich mir mal die Synchro von „American Dad“ oder „Futurama“ anschaue auch gar nicht mal so tragisch. Ich meine ein Juwel wie „Spaced“ funktioniert nur auf Englisch. Ebenso wie „Red Dwarf“. Oder „Monthy Pythons Flying Circus“ – ihr habt die deutsche Fassung auf Sat1 nicht gesehen? Seid froh drüber.

Es ist halt so: Diverse Serien sind halt so spezifisch, dass sie nur im Original funktionieren können. Ja, ich weiß, ich reite ein wenig drauf rum aber allein von den Stimmen her ist „American Dad“ auf Deutsch wirklich unlustig – sehen wir von Dingen wie „Weichei“ als Begriff für „Geek“ mal ab – was eine komplette Episode versaut übrigens… Eine Serie, die wir a) vermutlich nie hier zu sehen bekommen und b) die typisch britisch ist, ist „No Heroics“ – in etwa auf Deutsch annähernd wäre das wohl „Keine Heldentaten“. Wobei „Macht keinen Aufstand“ das Ganze wohl auch besser trifft. Aber der Titel ist betont ironisch angelegt – denn es geht in der Miniserie mit bisher sechs Folgen um Superhelden. Oh – habe ich erwähnt, dass es eine Comedy ist? Genau: Britisch spezifisch halt.

Und da wir eine britische Serie haben, haben die vier Superhelden-Charaktere eher den Bereich der B-Helden besetzt. Nun gut – Alex alleine schafft schon den B-Sektor zu füllen, denn als „The Hotness“ ist er nicht gerade der brandheiße Superheld, obwohl seine Fähigkeit gerade darin besteht Dinge zum Brennen zu bringen. Vorzugsweise Museen. Oder Zeitungskioske. Seine Ex: „Electorclash“ kann Maschinen beherrschen, was ziemlich cool ist – wobei Alex und Sarah eigentlich getrennt sind, sich aber jeden Tag im Pub „The Fortress“ sehen. Das Duo vervollständigen Jenny, „She-Force“ und drittstärkste Frau der Welt sowie Don „The Timebomb“. Und der ist: Alkoholiker, nimmt Drogen, schwul und habe ich erwähnt, dass er einen legendären Ruf als Folter-Meister hat? Ach ja: Er ist im Ruhestand. Eigentlich. Seine Fähigkeit: Er kann eine Minute in die Zukunft sehen.

Sechs Folgen lang zentriert sich die Comedy um dieses Quartett und deren Versuche ein mehr oder weniges normales Leben zu führen – wobei sie nicht die einzigen Superhelden auf der Welt sind und es durchaus auch B-Superschurken gibt. „Lightkiller“ gefällt mir ja ausnehmend gut – der kann das Licht ausmachen. ;-)
Dabei stellt sich heraus dass die Superhelden der B-Klasse genau dieselben Probleme haben wie fast alle anderen normalen Sterblichen. Alex giert nach Anerkennung und Ruhm, Jenny würde gerne ab und an mal eine normale Beziehung und ein normales Leben führen – Sarah leidet unter ihren erfolgreichen Eltern und ihre Beziehung mit Alex ist nicht gerade ein Highlight gewesen. Und Don macht im Ruhestand – von dem er ab und an dann doch zurücktritt um Geld zu verdienen – nicht gerade viel außer Whiskysaufen und Masturbieren. Sehen wir davon ab, dass er auch nicht davor zurückschreckt andere über die Klinge springen zu lassen. (Er ist wirklich ein fieses Arschloch, aber der coolste Superheld der mir in der letzten Zeit begegnet ist. Holla!)

Die Serie lebt natürlich von diversen Anspielungen auf Comichefte und die Popkultur – und wenn man im ersten Moment auch skeptisch ist: Sie funktioniert. Die Dialoge sind witzig und scharfsinnig, die Charaktere so menschlich, dass man einerseits mit ihnen leidet, aber andererseits auch über sie lachen kann – und es gibt solide Plots. Klar, nicht jeder Gag kann zünden und Humor ist bekanntliche Geschmackssache. Dennoch ist „No Heroics“ eine kleine Perle aus dem Land, dessen meisten guten Serien in Amerika verhunzt werden.

(Freddie Prince Jr. ist tatsächlich für das Remake bei ABC im Gespräch, oh – mein – Gott…)

Am nächsten Montag startet Pro7 – mal wieder – den Mystery-Montag neu. (Vielleicht könnte man ein totes Pferdchen auch mal tot sein lassen.) Es gibt neue Folgen von LOST – das wird wohl die kurze vierte Staffel sein, da müsst ihr durch ;-) – daneben gibts aber „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ als Premiere im deutschen Fernsehen. Ich habe mir die Serie bisher nicht angesehen – obwohl Summer Glau aus „Firefly“ da mitspielt – sie soll aber dann doch nicht so schlecht sein wie man denkt. Immerhin, zweite Staffel ist geordert wenn ich das richtig weiß. Und wie heißt die Serie hierzulande?  “Terminator: S.C.C.“ Da scheint der richtige Name wohl etwas zu lang gewesen zu sein? Pro7 kann mich aber sowieso erstmal für längere Zeit nach dem Debakel mit „Angel“ – ja, das abrupte Abbrechen kurz vorm Ende der dritten Staffel habe ich nicht vergessen! – und „Doctor Who“ erstmal. Ich kanns sowieso per DVB-T nicht empfangen, das Signal ist immer zu schwach dafür. (Ebenso wie fürs ganze Bouquet, aber ich schaue seit vier Monaten ja kein Fernsehen mehr. Warum auch, die besten Sachen gibts eh auf DVD…)

Lobenswert ist es ja immer was der offizielle Deutsche Who Fanclub, de WOX, organisiert. So fand in Köln heute bereits das zweite Public-Whoing statt. Im Filmhaus Maybach wurden auf großer Leinwand „The Unquiet Dead“ und „The Christmas Invasion“ geguckt. Letztere hatte ich als weitaus spannender in Erinnerung…

Jedenfalls: Eigentlich war es ganz nett, aber so ganz werde ich persönlich mit dem WOX nicht war. Warum genau steht im offiziellen Who-Forum und das findet ihr schon von alleine. Jedenfalls hier schon mal: Ein Handy-Picture!

Who on TwitPic

Und jetzt erwarte ich den Kieselsteinregen, muss aber vorher nochmal einkaufen gehen. :-)

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Wie von den hochgeschätzten Blogkollegen vermeldet gibt es demnächst die deutsche Ausgabe der auf RTL2 laufenden Serie Bloodties. Die ist für mich Guilty-Pleasure – denn eigentlich ist die Zielgruppe nicht ein Mann in den besten Jahren, der herausfinden möchte wie das Liebesdreieick zwischen Vampir, Polizistin und Ex-Polizist ausgeht. (Bzw. das bei der sogenannten ersten Staffel schon weiß. *g*) ABER – das ist eine kanadische Serie. Kanadische Serien wie Regenesis sind in der Regel recht cool – siehe auch Slings and Arrows.
Bisher waren die DVDs nicht auf meinem Einkaufszettel, weil einfach zu teuer. Vielleicht sind die deutschen bei Eurovideo – hmmm – erscheinenden DVDs ja etwas billiger…

Übrigens: Die Romane, auf der die Serie basiert sind total toll. Tanya Huff ist die Autorin. Merken!

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Doctor Who
Image via Wikipedia

Eigentlich müsste das im anderen Blog stehen, aber da ist heute der Platz für einen einzigen Menschen freigeräumt worden – den Beitrag stelle ich gleich online. Pery-Rhodan-Fans werden wissen wen ich meine…

Deswegen also an dieser Stelle die Erinnerung: Der Offizielle Who-Fan-Club, dessen Namen ich mir nie merken kann – Worshippers of Xoanon? – veranstaltet am 13.12. – diesen Samstag, right – ein Public-Whoing. Sprich: Es werden Doctor-Who-Folgen gezeigt. Wer das jetzt wieder vergesssen hat, ja, die Serie lief mal auf Pro7 und – schweigen wir mal über das Desaster… (Und über die Synchro. Hüstel.) Genaue Infos darüber und über den frisch gegründeten pendelnden Stammtisch zwischen – der Einen – und – der Anderen – hüstel – gibts in der SF-Community.

Wie es aussieht werde ich anwesend sein. Ob die Folgen allerdings im Original oder in der Synchro-Fassung gezeigt werden – das weiß ich leider nicht zu sagen. Ich hoffe: Original. (Ich hasse die deutschen Stimmen abgrundtief…) Und begonnen wird mit der Charles-Dickens-Folge und den Zombies! Und Gwen Cooper – ähm – Gwyneth. :-)

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Dass ARTEJekyll“ zeigen wird, eine neue Adaption der bekannten Geschichte von Stevenson bzw. eher eine Fortschreibung derselben – James Nesbitt ist einfach nur genial in dieser Serie, echt jetzt, und Who-Bezug hat das Ganze auch noch, kicher – dass ARTE also am Freitag-Abend auf Serien setzt könnte vielleicht eventuell an einer Serie liegen, die ich heiß und innig schätze, die hierzulande aber immer noch viel zu wenig bekannt ist: ReGenesis.

Das ist natürlich alles rein spekulativ, aber schauen wir uns doch mal an was ReGenesis auszeichnet. Erstens: ReGenesis ist innovativ. Zwar hat man den Split-Screen schon bei „24″ gesehen, klar, aber das „Rewinden“ von ganzen Szenen, das ist neu. Das heißt: An einer bestimmten Stelle der Serienfolge sieht man tatsächlich, wie die Handlung zurückgespult wird und man verfolgt dann einen anderen Handlungszweig – vergleichbar vielleicht mit einem Soloabenteuer, bei dem man sich auch am Ende entscheiden muss. Auch in anderer Hinsicht ist ReGenesis innovativ – die Serie schafft den Spagat zwischen Einzelfolgen und Story-Arc und geht eine Mischform ein. Was für Gelegenheitszuschauer natürlich optimal ist. Man muss nicht unbedingt jede Folge sehen, man hat aber mehr davon wenn man alle Folgen der Serie gesehen hat. Gut, das schaffen andere Serien auch – aber eine Staffel von ReGenesis schafft es tatsächlich einen großen Story-Arc zu spannen, der von der ersten bis zu letzten Folge reicht und dazwischen noch mehrere kleine Story-Arcs, die ab und an ineinander übergehen oder mal auch einen Nebenaspekt der Serie beleuchten. So wenn sich ein Mitarbeiter mit dem Gedanken trägt, das Team zu verlassen etwa. Zudem ist die erste Staffel bis zum zweiten Drittel als einzig großer Rückblick erzählt, was man erst dann wieder realisiert wenn der Unfall wieder auf dem Bildschirm erscheint…

Zweitens: ReGenesis steht den sogenannten Pathologen-Serien recht nahe. Ein Genre, das mit CSI so richtig Schwung bekommen hat – allein drei Ableger davon tummelten sich zeitweise im deutschen Fernsehen, momentan ist der Boom aber wieder vorbei. Mit „Dr. House“ ist immer noch eine Serie des Genres bei uns aktuell vertreten. Dabei setzen diese Serien überwiegend auf Einzelfolgen, die nach einem bestimmten Schema ablaufen. Ein Mordfall muss aufgeklärt werden, Beweise werden eingesammelt, Zeugen werden befragt, irgendwann fällt einem dann auf, dass irgendwas nicht stimmt und zum Schluss ist der Fall gelöst – das ist eine typische CSI-Folge. Auch bei „Dr. House“ gibts ein Schema, das nicht unbedingt innovativ ist und das man nach zwei, drei Folgen recht leicht durchschaut hat – auch wenn die vierte Staffel dank Neubesetzungen von Assistenten zumindest neue Gesichter auf die kleine Leinwand bringt. Doch das Schema ändert sich kaum. Das Privatleben der Charaktere bei CSI spielt keine weitere Rolle, sie funktionieren als reine Arbeitsmaschinen um den Plot voranzutreiben – ein Plot, der stets nach 45 Minuten zu Ende ist.
ReGenesis dagegen beschäftigt sich nicht nur mit „dem Fall der Woche“ – der dann sowieso erst meistens in der nächsten Folge geklärt wird. Bei ReGenesis sind die Wissenschaftler, die Woche für Woche Viren oder Krankheiten auf der Spur sind – bakterielle Kriegsführung durch Terroristen etwa ist ein Thema, das in Staffel Eins und Zwei durchaus öfters vorkommt – menschlicher. Man bekommt einen Einblick in das persönliche Leben der Charaktere und wenn es in der ersten Staffel richtig hart auf hart kommt – dann sieht man auch die Auswirkungen. Joss Whedons Dogma, dass jede Handlung Konsquenzen hat wird hier durchaus Ernst genommen. So verfolgt man dann auch gerne die Entwicklung der einzelnen Charaktere und man versteht, warum der Leiter des Norbac-Teams gegen Ende der Staffel einfach nach China abhaut. (Dass die späteren Staffeln dann mit fiesen Cliff-Hangern enden… Nun ja.)

Drittens: ReGenesis ist einfach toll produziert. Die Szenen im Labor fühlen sich wirklich wie Szenen in einem modernen Labor an. Die Spezialeffekte – kleine fiese Viren auf dem Bildschirm anzuschauen hat schon irgendwie etwas beunruhigendes, aber gut – sind einfach gut gemacht. Gut: Die Specialeffekte sind meistens so gut versteckt, dass man sie gar nicht sieht. Also nichts mit zischenden Laserstrahlen, sabbernden Zombies oder sich häutenden Werwölfen – hmm, häuten sich Werwölfe eigentlich? Schreib: Das ganze Ambiente stimmt. Ob man nun in Toronto ist, in China oder später in New York – das alles sieht glaubhaft aus. Der Look stimmt also, auch wenn das Budget vermutlich nicht das einer CSI-Folge sein dürfte. Ebenso faszinierend: Als ReGenesis im Original in Kanada lief gab es gleichzeitig ein Augemented-Reality-Spiel dazu. Man konnte also gleichzeitig im Web auf verschiedenen Seiten Aufgaben lösen und mehr über die Charaktere erfahren.

Jedenfalls: Ob ReGenesis schuld am Serienfreitag 2009 bei ARTE ist? Ist doch zu vermuten – denn selbst wenn ReGenesis nur wenige eingeschworene Fans hat, dürften diese die Quoten doch in die Höhe getrieben haben. Freuen wir uns also ab Januar auf „Jekyll“. (Und hoffentlich auf eine angenehme Synchronisation des Ganzen, aber die war bei ReGenesis schon sehr in Ordnung.)

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