Archiv der Kategorie: Internet

SIO-Projekt: KA 2015

Allein weil Patrick Breitenbach in Karlsruhe wohnt? Nein, das ist nicht unbedingt der Grund warum ich bei dem nächsten SIO-Projekt mit dabei bin. Sondern weil das Stadtmarketing Karlsruhe schon jetzt ein Best-Practice-Beispiel dafür ist wie man seine Ziele konsequent mit guter Stuktur und Planung im Internet erreichen kann.

Das Stadtmarketeam-Blog zeigt jetzt schon sehr anschaulich und gut wie das Social Web für die Eigendarstellung  genutzt werden kann. Das Gesamtkonzept für die kommenden Tage und Wochen hat Frank Tentler erstellt, ich beschränke mich hier in meiner Rolle als SIO-Berater überwiegend auf das Monitoring und werde ein, zwei Texte – vermutlich doch mehr, man kennt mich ja ;-) – fürs Blog erstellen.

Schon jetzt habe ich einige wertvolle Erkenntnisse aus dem Zusammenstellen der einzelnen Quellen für das Monitoring gewonnen, werde noch die ein oder andere Sache feintunen und mich dann zusammen mit dem Team auf die nächsten großen Wochen und Tage freuen.


Achtung, Sie könnten gegooglet werden!

Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich mal meine Neffen beiseite nehmen und mit ihnen ein Gespräch von Mann zu Mann führen. Nein – nicht über das Thema was Sie jetzt gerade im Kopf haben lieber Leser, dazu ist das noch ein bißchen zu früh und außerdem erledigen das am Besten eh die Eltern. Nein, die Tage werde ich mal dafür sorgen dass meine Neffen etwas Content-Strategy lernen. Denn das wird in ein paar Jahren enorm wichtig werden – nämlich dann, wenn der Personaler der Firma bei der Bewerbung doch mal die Suchmaschine der Wahl anschmeißt um zu schauen, was meine Neffen so im Internet treiben…

Ich gestehe: Bis das Gespräch geführt werden wird und bis Personaler so weit sind ist es noch etwas hin. Dennoch wird Content-Strategy nicht nur für Firmen sondern auch für das normale Leben immer wichtiger werden – was glauben Sie denn lieber Leser wie oft nach mir im Netz gegooglet wird? Häufig. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, weil – das schrieb ich aber woanders schon – jemand wie ich der eine laaaannngggeeee Historie im Netz hat und der 1998 noch nicht auf die Idee kam irgendwann mal was Berufliches mit “diesem Internet” zu machen natürlich auch einen Haufen Unsinn, Mist und Blödsinn in Foren, Blogkommentare, Diskussionen schrieb. Manche meinen, ich täte das auch heute noch.

Zu meiner Verteidigung kann ich aber durchaus einwenden: Ja, damals als die ersten Blogs aufkamen – hui, Blogspot gehörte damals noch nicht zu Google und man brauchte Fremdanbieter für Kommentare, jesses, ich erzähle gerade vom Internet 0.5 glaube ich und irgendwo liegt bestimmt noch meine Geocities-Seite rum, gelle, archive.org – war das Internet für mich ein reines privates Vergnügen. Zudem: Wer in aller Welt hatte denn auch schon damals außer er war an der Uni tatsächlich einen Internetanschluss, der nicht pro Minute abgerechnet wurde? So breit war das Internet nun nicht verbreitet und es gab noch einen gewissen Schutzraum, einen etwas anheimelnden privaten Status.

Der ist aber – auch wenn Twitter, Facebook und andere so tun als ob – vorbei und das nicht erst seit heute sondern eigentlich schon seit den Einführen der Blogs. Schließlich konnte da ja auf einmal Jeder was in dieses Internet schreiben ob es nun toll war oder nicht. Und da Google Blogs liebt – immer noch – gabs auch bald die Erkenntnis: Hmmm, das was ich vor Jahren mal schrieb steht ja immer noch im Netz. Und wird immer noch gefunden. Unangenehm…

Genau deswegen möchte ich auch Sie, werter Leser und werter Leserin mal darauf aufmerksam machen, dass das Internet in der Regel nichts vergißt – außer man vergißt die Updates der früheren Wordpres-Blog-Installationen einzuspielen oder die crashen beim Einspielen, oh ja, öfters bei mir passiert – und dass man sich genau überlegen sollte was man wann wo und warum veröffentlicht. Was ich beizeiten auch meinen Neffen mal beibringen werde, schließlich werden die es in einer Welt mit immer perfekteren Suchwerkzeugen noch viel schwieriger haben wenn sie Unsinn veröffentlichen als ich…


Bloggertreffen im Museum Ludwig oder zweimal Comics in Köln

Das Schlimmste, was einem Twitterer passieren kann ist: Man hat bei einer Veranstaltung für Blogger, Twitterer und Kulturbegeisterte einfach kein Netz, während zwei Kuratoren und ein Comic-Zeichner neben und vor einem stehen und interessante Dinge zu Ausstellungen im Museum – und der anderen Ausstellung im anderen Museum :-) – und Comics zu sagen haben. In diesem Fall ist es gut, wenn man ein Blog hat. Weiterlesen


Geschickt gemacht: Eine Werbegeschichte von Monty Python

Schon jetzt ein Klassiker: Die Werbung für die App von Monthy Python.

Erstens: Es ist eine Geschichte mit einer schönen Pointe, die episodenhaft aufgebaut ist aber nicht zerfasert. Wer also nichts von Monty Python kennt wird sich merken, dass es ein lustiger Werbespot war.

Zweitens: Was man natürlich sofort merkt außer man achtet beim zweiten Gucken drauf – die Python-Werbung imitiert und parodiert damit die offizielle Apple-Werbung perfekt. Vom Klang der Sprecherstimme angefangen, Hintergrundmusik, die Bildsprache – alles exakt auf Apple-Werbung getrimmt.

Drittens: Für die Fans ist schnell klar, dass die App sich nur um einen bestimmten Film drehen kann. Angefangen von der Frage nach der Farbe über die Hexe – dann kommt ja sofort fast der bekannte Ritter – sind die verschiedenen Anspielungen und Einblendungen auf dem iPad natürlich schnell für den Fan entschlüsselbar.

Clever, nicht wahr?


Paradoxe Intervention: Einfach machen und gezielte Strategien

Ja was denn nun? Einerseits ruft Frank Tentler aus: “Schluss mit Lustig” und fordert auf dass Social Media Arbeiter endlich daran gehen Strategien und Werkzeuge zu entwickeln um Content bestmöglichst zu vermarkten. Andererseits war jetzt auf der Tagung “Offene Archive?” mit dem Archivar Christian van der Veen ein Niederländer zu Gast, der mehr Spaß und “Einfach Machen” als Prinzip vorstellte. Und wenn man mich fragt antworte ich gelassen mit “Social Media macht Spaß, aber auch verdammt viel strategische Arbeit – und es kommt drauf an.”

Das Problem des Lebens: Es hat Widersprüche. Wir tendieren gerne dazu diese irgendwie auflösen zu wollen, weil wir in der Regel eine harmonische Umgebung haben möchten in der wir uns bewegen. Wir ersinnen die Beste Aller Möglichen Welten und versuchen dieses Ideal zu erschaffen. Manchmal jedoch geraten wir ins Stolpern, weil die Realität uns dummerweise zwei Sachen präsentiert, die beide funktionieren, die beide wichtig sind, die jedoch beide vollkommen auf den anderen Seiten des Skala stehen. Und die muss man einfach mal so stehenlassen können – auf der einen Seite ist so der Anspruch da ein authentisches, persönliches Marketing zu gestalten bei dem man den Menschen als Person ernstnimmt und bei dem man nicht versucht Rollen zu spielen, andererseits scheint das aber mit der Idee eines strategischen Vorgehens mit Routinen, Automatismen, ja, mit der Vorstellung der Manipulation zu  kollidieren. Was in der Diskussion auf Facebook, dem Haupt des Zeus praktisch aus dem dieser Beitrag und der von Frank Tentler entspringt, heftig diskutiert wurde. Und manchmal extrem merkwürdige Züge annahm.

Auf der einen Seite ist die Strategie. Das Schritt für Schritt zum Blog vom A – Z mit Kommunikationskonzept, mit den Werkzeugen, mit dem Wissen darum wie Muster in der Kommunikation funktionieren – manchmal fällt das “böse Wort” Manipulation in dem Zusammenhang – mit dem Wissen um Neuronales Marketing, auch ein Buzzword eigentlich :-) , um Routinen, Maschinen, kurz – auf dieser Seite ist der Stratege und der Techniker zu Hause. Jemand der langfristig im Voraus denkt soweit das im Social Web geht, jemand der Dinge miteinander verzahnt, der Growth Hacker, der weiß welche Mittel man anwendet um Dinge zu verstärken – im Guten wie im Bösen, denn man erinnere sich: “Nicht die Dinge selbst sind gut oder schlecht, sondern unser Denken macht sie dazu” – der die Klaviatur von Radian6 oder ähnlichen Instrumenten kennt, weiß wie man Zahlen zu deuten hat und Spaß – aha – an der Strategie-Entwicklung hat.

Andererseits heißt dann die Devise: “Einfach mal Machen”. Spaß haben. Verrückte Projekte entwickeln. Mit lustigen Hüten und Kuchen sich als Social Media Arbeiter zu treffen und einfach mal auch Dinge auszuprobieren. Grenzen sprengen. Mit Spass inne Backen die ganzen tollen Werkzeuge nehmen und mal probieren ob die kaputtgehen wenn man sie zweckentfremdet. Geplantes Chaos mit dem Barcamp-Format als Mitarbeiter-Schulung. Einfach mal Hacker einladen und anbieten, mit den eigenen Inhalten etwas Cooles anzustellen – innerhalb gewisser Regeln, die sein müssen. (Womit wir schon dezent auf Etwas gekommen sind übrigens.) Einfach mal so bekloppt sein eigenes Material frei ins Internet zu stellen und zu gucken, was passiert. Hey, die bisher offene API bei Twitter hat ja einen Effekt gehabt! Dass die davon wieder abrücken ist nicht so schön, aber “Nobody died and no animal was harmed” so Christian van der Veen. Manchmal muss man einfach machen um zu zeigen, dass das alles gar nicht so schlimm ist wie man sich das vorstellt.

Zwei total unterschiedliche und widersprüchliche Konzepte also. Die passen nicht zusammen. Man kann die einfach nicht vereinen. Abgesehen mal von der Frage ob das Chaos nicht doch einen Rahmen braucht um Dinge hervorzubringen – sicher ist ein Barcamp erstmal zu Beginn für den Erstbesucher verwirrend, aber auch ein Barcamp hat ja eine gewisse Art und Weise des Vorgehens: Man trifft sich zuerst, man stellt sich vor, man präsentiert die Themen in der Runde und dann gibts einen Programmplan. Hmmmm… Also so gesehen – und überhaupt – und generell…
Und dann wiederum greift das Chaos, der Spaß, das Unvorhergesehene ja immer im Leben aktiv ein und bringt die ganzen schönen Weltgebäude zum Einsturz. Weniger vielleicht was bestimmte Methoden des “Ranwanzens” oder der “Manipulation” oder der Strategie betrifft, wie ich meine Inhalte von denen ich brennend überzeugt bin, bei denen ich persönlich, offen und authentisch als Vermittler auftrete – und dann muss man irgendwie darauf reagieren und vielleicht gibts dann doch noch eine neue Art und Weise, eine neue Methode, eine neue Erkenntnis wie ich noch besser Routinen und Maschinen benutzen kann. Hmmmm…

“Das Leben”, seufzt Marvin im “Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams, “erzähl mir nichts vom Leben.” Das ist jetzt nicht nur eine dahingeworfene Äußerung einer Maschine, eines Roboters sondern eines Roboters bei dem die Designer sich dachten, sie hätten jetzt eine Maschine mit dem perfekten menschlichem Image geschaffen – also Technik mit Seele, was ja auch ein Paradox an sich ist. Sondern auch weil Marvin in dieser Szene weder uralt noch weise ist sondern wie das Raumschiff eigentlich niegel-nagel-neu … Douglas Adams Feinheiten schätze ich deswegen so sehr. Marvin ist ein lebendiger Widerspruch und dennoch mögen wir ihn als Leser. Ja, Social Media macht Spaß und ja, “nobody died and no animal was harmed” während wir persönliches und authentisch geprägtes Arbeiten in den Vordergrund stellen, Regeln sprengen und neue Dinge tun, verbunden mit der Prise Individualität die man als Mensch braucht – weil Social Media Gesichter, Stimmen, Emotionen braucht, “Menschen reden nicht mit Marken” in der Regel.

Andererseits brauchen wir aber doch auch immer wieder einen Rahmen. Technische Gegebenheiten. Resourcen. Das Wissen darum was passiert wenn ich bei dieser Maschine diesen Knopf betätige, der wiederum dieses Zahnrad mit diesem in Bewegung setzt, was wiederum andere Komponenten antreibt. Man braucht die Zahlen, Daten, Fakten, Statistiken, Matrix-Zahlenvorhänge. Man muss messen können ob etwas Erfolg hat oder nicht weil man sonst Resourcen verschwendet – ganz klar kann man sich das als Unternehmer nicht leisten und geht über kurz oder lang pleite. Und jetzt: Betroffen dastehen, Vorhang runter, Fragen aber offen?

Würde ich die endgültige Antwort, den EINEN Plan haben, die EINE Strategie – ups – wie man beides geschickt miteinander verbindet, wäre ich sicherlich längst auf Hawai und würde schwimmen gehen. Ich hab keine endgültige Antwort, weil jemand der Menschen berät darauf vertraut, dass der Mensch an sich schon längst die Fähigkeiten für die Lösung seiner Probleme in sich trägt – er weiß nur in diesem Moment nicht, dass er sie hat und wie er an sie drankommt. Vielleicht macht es in unserem Fall ja eine gesunde Mischung für das Unternehmen. Vielleicht muss man erstmal um Widerstände zu beseitigen darangehen strategische Konzepte zu erstellen um dann anschließend auch mal so nebenbei Spaß zu haben wenn die Hauptargumente vorgetragen wurden – “Kuchen!” – aber manchmal muss man eventuell auch einfach mal sagen können: “Okay – den Widerspruch muss ich aushalten.” Oder man pfeift auch darauf und die Strategie ist halt Spaß zu haben und das zu vermitteln.

Jedenfalls: Das Leben ist kompliziert und es ist komplex und es ist widersprüchlich. Ab und an müssen wir diese Widersprüche auch aushalten können – und das ist eine hohe Kunst…


Transmedia Storytelling: Neuer Wein – alte Schläuche?

Auf der Tagung “Offene Archive?” brachte Klaus Graf angesichts meines Vortrages über Transmedia Storytelling die Frage auf, ob dies nicht neuer Wein in alten Schläuchen sei – seine Reaktion bezog sich auf das Zitat von Henry Jenkins, der 2007 einen längeren Blogpost zum Thema schrieb – eigentlich eher ein Handout für seine Studenten, das er ins Blog stellte weil es sowieso schon geschrieben war :-) – und darin die Form des Transmedia Storytelling auf den Punkt brachte. Klar gibts den Begriff an sich seit 1991 und wer mag, lese die Geschichte in der englischen Wikipedia nach – aber Jenkins hat einerseits die passenden Worte für das Feld an sich gefunden und nochmal einige Gedanken dazu aufgeschrieben, die bis heute gültig sind. Ergänzt hat er das alles 2011 übrigens nochmal in seinem Blog.

Exkurs: Wobei ich ja diesen Artikel auch sehr schön finde: “He-Man and the Masters of Transmedia“, vor allem weil ich glaube, dass sich hier etliche Punkte von Christoph Deeg über das Fansein und über das Verhalten von Fans bzw. Gamern angleichen und vor allem weil hier nochmal ein wichtiger Punkt betreffs des Themas “Mythologie” aufscheint. Kann man sich gerne nach dem Lesen des längeren Artikels hier nochmal zur Gemüte führen. Und ich finde es spannend zu fragen, warum man in Deutschland den Begriff anscheinend bisher nicht so Recht kannte wenn der seit 1991 existiert und warum es in den letzten Jahren hier so akut geworden ist. Darauf habe ich keine Antwort, aber immerhin: Da unten sind die Schultern der Riesen… 

Ich habe jetzt mal dieses Zitat mit dem Wein und den Schläuchen in den synoptischen Evangelien nachgeschlagen um nochmal genauer zu schauen worauf sich das Gleichnis eigentlich bezieht, da es durch die Tagung als geflügeltes Wort geisterte. (Wen es interessiert: Das Internet hat natürlich auch eine Nebeneinander-Darstellung der verschiedenen Wortlaute der Szene zu bieten – Synopse.) Nun bin ich zwar kein Pfarrer, ich bin aber als evangelischer Christ auch durchaus der Meinung, dass man die Bibel auch als Laie mal interpretieren darf. Danke, Martin. Also Luther, nicht dass sich jetzt jemand persönlich…

Das Zitat des Weines steht in Zusammenhang mit der Frage, warum Jesu Jünger nicht wie die Anhänger von Johannes fasten bzw. gewisse Regeln wie die Pharisäer einhalten. Findet man einige Zeilen vor dem Text. Die Jünger brechen mit Traditionen und tun etwas Neues, Unerwartetes, Ungehörtes. Etwas später wird darauf nochmal Bezug genommen und Jesus begründet das neue Verhalten mit einem uraltem Beispiel. Was schon wieder interessant ist: Der Bruch, das Neue wird mit einem Beispiel aus dem Alten Testament – David und die Schaubrote – begründet. Man kann sich schon fragen was hier Neu und was Tradition ist und ich glaube, Jesus hat hier doch ein bißchen mit den Augen gezwinkert beim Erzählen der Geschichte.

Zurück zum Wein: Natürlich hat Jesus hier die Lebenswelt der Zeit vor Augen. Natürlich füllt man keinen neuen Wein in alte Schläuche denn sonst “zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern neuen Wein muß man in neue Schläuche tun.” Dauerhaft wird man das auch nicht tun. Insofern: Klar – Storytelling an sich ist nichts Neues. Ich erinnere aber daran: Jesus erzählt diese Geschichte – wohlgemerkt, es ist eine Geschichte – als Antwort auf eine bestimmte Frage – warum tun deine Junger eigentlich nicht das, was sich gehört? Warum halten sie sich nicht an die Regeln?

Wir vergessen das im Alltag meistens und nutzen das Zitat gerne als Vorwurf wenn der neue Wein schon da ist, wir aber noch nicht wissen wie eigentlich die Schläuche auszusehen haben in dem wir ihn füllen könnten. Im Sinne der Klage des Predigers nämlich: “Es gibt nichts Neues unter der Sonne” – aka – “Alles schon mal dagewesen, was macht man denn für einen Lärm darum, auch das geht irgendwann wieder vorbei.” Jesus gehts jedoch um eine Lebenseinstellung – um etwas Neues was die Fragenden nicht einordnen können – eine neue Art und Weise das Traditionelle zu sehen. Ich denke, so kann man das Gleichnis auch deuten: Als Anregung über das Alte nachzudenken und zu schauen ob das Neue noch zum Alten passt oder ob man nicht neue Gewohnheiten, neue Sichtweisen braucht um den neuen Wein tatsächlich später genießen zu können.

Denn was da auch mitschwingt ist ja: Der neue Wein ist ja noch gar nicht mal fertig! Da passiert beim Füllen in die alten Schläuche ja noch etwas. Da ist ja noch ein Prozess im Gange. Da kann ja noch eine Menge passieren, klar kann der neue Wein die alten Schäuche zerreißen und klar kann der verderben und versickern. Es kann aber auch sein dass der alte Schlauch erstmal herhalten muss weil nichts Besseres da ist um den Wein zu transportieren und der nur ein Übergangsbehälter ist bis der neue Schlauch da ist. Es könnte ja so sein – und – das war bei den ersten Blogs doch auch so siehe Wikipedia, Blog, Geschichte des Blogs: “Die ersten Weblogs tauchten Mitte der 1990er Jahre auf. Sie wurden Online-Tagebücher genannt und waren Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Einträge über ihr eigenes Leben machten.”

Was passierte denn da? Nutzer haben den “neuen Wein” – nämlich die Einträge über das persönliche Leben – auf stinknormalen HMTL-Webseiten notiert – in “alten Schläuchen” – denn sowas wie WordPress, Antville, Cafepress also CMS-Systeme gabs ja damals noch nicht. Es gab dafür zuerst auch keinen Bedarf, für eine Zwischenzeit reichte die alte Form ja auch aus. Bis man dann halt drauf kam: Es gibt vielleicht doch bessere und bequemere Art und Weise sowas zu gestalten.

Genau das passiert gerade in einem Teilbereich des Social Web: Da taucht eine neue Art und Weise auf darüber nachzudenken wie Dinge transportiert werden können – ja, der zitierte Blogeintrag stammt von 2007 und ja, natürlich hat auch der Godfather of Storytelling seine Vorbilder und Anregungen und sicherlich beziehen sich Transmedia Storyteller auf uralte Modelle um Geschichten gut zu erzählen. Es ist aber etwas Neues dazugekommen, eine neue Sichtweise, ein neuer Bestandteil: Das Aufbrechen von Grenzen. Ich habe gesagt: “Die Geschichte sprengt auf einmal die bisherigen vorhandenen Medien” – das ist das Neue. Auf einmal werden Kanäle auf eine neue Art und Weise genutzt. Es ist wie bei einer Film-DVD – Vergleiche hinken, aber mir fällt momentan kein Besserer ein, es sei denn ich versteige mich zu der These die Geschichte hat auf einmal rhizomatische Züge, um Himmelswillen, das wird mir garantiert auseinanderzerpflückt – also auf einmal gibts den Hauptfilm und das Zusatzmaterial, geschnittene Szenen, zwei drei Kommentare – aber – das Zusatzmaterial zur Geschichte ist nicht mehr auf der selben DVD zu finden. Noch nicht mal auf einer zweiten DVD. Früher gabs mal die Variante, dass man die DVD ins Computerlaufwerk schob und man dann per Code Zugriff auf Internetseiten mit Zusatzmaterial hatte. Das war Transmedia, ist also auch nichts Neues, gabs schon immer – alter Wein und so weiter. Im Idealfall unterstützt das Zusatzmaterial den Hauptfilm und hat neue Aspekte, es kann sein dass sogar ein eigner Geschichtenkosmos entsteht wie bei World of Warcraft – gut, ob Bücher zum Computerspiel mit neuen Geschichten wirklich unter Transmediales Erzählen fallen darüber grübele ich auch immer noch nach und auch diese Dinge sind ja nicht neu, nein.

Aber zurück zum eigentlich Wein, denn die Geschichte hat ja noch eine Pointe. Nicht im Markusevangelium, da ist sie nach einigen Sätzen auserzählt und bereitet sozusagen den Boden für die nächste Szene, das Ausrupfen von Ähren am Sabbat was Jesus dann – und er muss dabei gezwinkert haben, ich kann mir das nicht anders vorstellen – mit der Tradition begründet. Bei Lukas hat sich das Gleichnis verlängert, hier gibts nochmal was obendrauf. Ein I-Tüpfelchen, Kirsche auf der Sahne mit Schokosträusel in Bunt: “Und niemand will, wenn er alten getrunken hat, alsbald neuen, denn er spricht: Der alte ist besser.”

Darüber musste ich erstmal etwas nachdenken, weil es ja eigentlich die Kritik bestätigt: Der alte Wein schmeckt halt besser, deswegen ist der neue nichts und kann auch nichts sein. Ich musste dann aber doch grinsen: Der neue Wein wird ja irgendwann mal zum Alten. Irgendwann ist der Prozess ja abgeschlossen, irgendwann haben sich Wein und Schlauch aufeinander eingestimmt, werden gelagert, werden gereift sein. Abgesehen mal davon, dass hier auch ein bißchen zwischen den Zeilen durchschimmert, dass man ja erstmal eine Vergleichnismöglichkeit haben muss um sich entscheiden zu können ob der alte Wein nun besser schmeckt als der Neue.

Wie schade wäre es denn, wenn wir gar nicht vergleichen könnten? Seien wir doch froh, dass es Transmedia Storytelling gibt, dass es Storytelling an sich gibt, dass es daneben natürlich auch noch den alten Wein gibt  – das gute alte Buch, in dem eine Geschichte komplett aus einer Sichtweise und in einem Medium erzählt wird, auch wenn die Geschichte im guten alten Buch auch zusätzlich noch in ein neues Medium namens eBook transferiert werden kann und immer mehr wird. Es ist doch gut, dass wir vergleichen können und uns für oder gegen etwas entscheiden können.

Es ist in Ordnung Kritik zu üben, keine Frage  – und ja: Es ist nichts grundlegend Neues. Der Aspekt des Storytellings als Methode eh nicht, siehe Wikipedia. Die Uni Mainz fasste eine Tagung zum Transmedia Storytelling unter den Begriff des “kollektiven medialen Erzählens” und brachte “Medienkonvergenz” ins Spiel. Das sind jetzt etwas ältere Schläuche, denn Medienkonvergenz ist ein Begriff, der auch schon seine Geschichte hat, ich kenne ihn mindestens seit 1998… Gut. Aber es gibt beim Erzählen von Geschichten, bei der Methode, bei der Heransgehensweise an Problematiken auf einmal einen neuen Aspekt. Ob man ihn geschmackvoll findet oder nicht, mag oder nicht – meine Güte, wenn ich daran denke wie sich beim Wein desöfteren die Geister scheiden… Immerhin aber hat man die Wahl und kann vergleichen und bewußt auswählen. Übrigens:  “Ich habe eine Blogsoftware in C gehackt, mit dietlibc, libowfat, unter gatling laufend und mit einem tinyldap-Backend.” Schreibt FeFe.

Insofern…


Facebook ist nicht Social Media: Antwort auf 7 Thesen zur Social-Media-Zukunft

Ich nehme mal kurz Abstand von der Vorbereitung des Vortrags für Speyer, weil mir über mindestens fünf Twitter-Accounts, drei Facebook-Fanpages und diverse “Hast du das gesehen?”-Mails die 7 Thesen zur Zukunft des Social Web über den virtuellen Schreibtisch flattern.

Folgende Anmerkungen muss ich kurz mal niederschreiben bevor ich wieder gedanklich in Richtung Speyer unterwegs bin. Es ist auch nicht grundlegend alles schlecht was dort behauptet wird, aber … bei einigen Punkten muss ich widersprechen. Nicht um des Widersprechens-Willen sondern weil ich den Eindruck habe, dass da einige Dinge nochmal genauer angeschaut werden müssten.

1.) Facebook ist nicht das Social Web.
Der Großteil der 7 Thesen ist dezidiert auf Facebook abgerichtet. Das ist verständlich. Wir in Deutschland denken bei Social Media und Social Web halt immer zuerst an Facebook. Allerdings – und jetzt ohne die wunderschöne erschlagende Vielfalt des bekannten Social Media Prismas einzublenden – Facebook ist nicht das Social Web. Facebook ist ein Bestandteil des Social Web. Und daneben gibt es eine Reihe von anderen Diensten. Die 7 Thesen sind allerdings tatsächlich zentral von Facebook her gedacht – schade, denn mich hätte mehr interessiert wie das Social Web vonstatten geht anstatt wie es bei Facebook weitergeht. Oder weitergehen könnte. Prognosen, Zukunft, schwierig.

2.) Facebook ist ein Social Network. Es ist nicht das Betriebssystem des Social Web und ob es das auch sein wird ist ungewiß.
Die zweite Folie behauptet, dass Facebook mehr ist als ein Social Network. Das Social Web besteht aber nicht in erster Linie aus irgendwelchen Tools, es besteht aus den Menschen die diese Tools benutzen. Facebook ist ein Werkzeug mit dem ich bestimmte Dinge erledige. Facebook – das ist richtig - strebt an, das Betriebssystem des Social Web zu werden. Ob es das wird ist eine Frage auf die ich keine Antwort habe, es kann sein, dass Facebook den Weg von Myspace geht, es kann sein dass morgen ein neuer Player auf dem Markt ist, es kann sein dass Google+ doch noch interessant wird für Otto Normal User. Schön, dass es heute einer der wichtigsten Plätze des Online-Lebens ist bestreite ich nicht. Aber ob Facebook es schafft das Windows des Internets zu werden – fraglich.

3.) Facebook überwindet die Anonymität des Internets – meine Cousinen sind da aber nicht mit Realnamen drin.
Nein, moment, der Text auf der Folie heißt ja eigentlich, das Internet überwindet die Anonymität, aber der Satz vorher setzt wiederum Facebook mit dem Internet zumindest annähernd gleich. Sorry, aber das stimmt definitiv nicht – und warum das Internet die Anonymität überwinden soll frage ich mich auch gerade, krank ist es doch nicht, das Netz? Facebook hat zwar in der Vergangenheit mal bei künstlich erstellten Profilen enorm aufgeräumt, Facebook erlaubt auch eigentlich nicht die Nutzung mit einem Pseudonym, aber bei unzähligens John Smiths, Frank Schultzes etc. pp. kann Facebook unmöglich feststellen ob dahinter jetzt ein Mensch sitzt, der diesen Namen im Personalausweis hat oder auch nicht. Diese These steht auch quer zur Tatsache, dass jungen Leuten ja gerade geraten wird ihre ersten Erfahrungen in Social Networks vielleicht nicht unbedingt mit dem Realnamen zu machen.

4.) Eine Renaissance von Apps? Eher eine Rückbesinnung darauf, dass Inhalte einem nur dann selbst gehören, wenn sie auf dem eigenen Speicher liegen.
Dazu nur kurz: Dass die Thesen extremst von Facebook her gedacht sind ist bei These 4 gegenwärtig. Facebook ist ein Newsdurchlauferhitzer mit Werbeeinblendungen. Inhalte, die ich dort poste gehen spätestens dann ins Nirwana wenn Facebook pleite geht – ein eigener Server gewährt zumindest, wenn man schön Backups macht, dass die Daten später nicht verloren sind. Und die Daten gehören mir wenigstens. Oder liest jeder wirklich die kompletten AGBs von Facebook durch, denn da steht drin wie die mit den Daten umgehen – ob das im deutschen Recht geht ist nochmal eine andere Frage, aber generell so? Wie man jüngstens mit dem Widerspruch-Meme gesehen hat, tun die meisten das eher nicht… Und wieso eine Renaissance von Apps?

5.) Drei Zahlen von drei Studien ergeben noch nicht eine zuverlässige Gesamtdarstellung.
Sehr kurz dazu: Sorry, aber ich kann nicht Daten von drei Studien zu einem Schaubild zusammenwerfen. Na ja, man kann Studien selbstverständlich vergleichen, dann sollte man das aber bitteschön auch ein wenig intensiver tun. So entsteht ein schlechter Eindruck. Jedenfalls bei mir.


Facebook zum Edgerank: “Was soll die Aufregung eigentlich?”

Seit Tagen schlagen Unternehmen die Hände über den Kopf zusammen: Facebook hat am Pagerank für die Fanseiten gebastelt. Die Folge: Eine deutliche Senkung der Reichweite. Das Torrent-Magazin kommt übrigens glimpflich davon, da ist das nicht so tragisch – ich werde aber hier nicht weiter darauf eingehen warum ich glaube, dass das so ist. Die überwiegende Masse jedoch schrie Zeter und Mordio. Facebook hat sich wie ich andern Orts schon schrieb zu den Bedenken geäußert. Tenor: “Setzt einfach nur auf mehr gute Inhalte und wenn nicht, kauft bitteschön Werbung.”

„Unser Ziel ist es im News-Feed stets die relevantesten Informationen für den Benutzer zu zeigen – dabei sind das Informationen von Leuten mit denen man bei Facebook vernetzt ist. Wir glauben: Der Inhalt einer Page sollte so sein wie der Status eines Freundes-Photos oder -Updates. Dieser bekommt Aufmerksamkeit, wird häufiger geteilt und wird im News-Feed bevorzugt angezeigt. So bleiben News-Feeds für die Benutzer interessant, da sie wirklich nur die für ihn relevanten Themen beinhalten.“ – Dass Facebook eine Filter-Bubble erzeugt, einen Echoraum in dem nur die Stimmen durchdringen mit denen man interagiert war schon klange kein Geheimnis und hat für diverse Diskussionen gesorgt. Schließlich kontruiert Facebook eine Wirklichkeit für den Nutzer statt dass dieser diese für sich selbst erstellt. Auf die Frage, ob wir im wirklichen Leben auch ohne jeden Filter zurecht kämen gibt es wohl die Antwort: Nein. Würde unser Gehirn ständig alles in den Focus rücken was wir wahrnehmen würden wir Totally Lost. Nicht zu Unrecht vermutet man, dass Autisten diese eingebauten Filter fehlen.

Der Aufschrei erfolgte jetzt in erster Linie weil Facebook am Edge-Rank für Facebook-Pages herumschraubte. Zukünftig werden auch diese mehr nach der Art wie der Nutzer mit ihnen umgeht dargestellt anstatt dass vermeintlich jedes Posting durchdringt. Aber auch in der Vergangenheit sind nicht grundsätzlich alle Postings von Fanpages an den Abonnenten ausgeliefert worden – sonst müsste z.B. meine Timeline bei den knapp 500 “Gefällt mirs” die ich vergeben habe vollkommen überflutet gewesen sein. Das war sie aber nicht. Eine Filterung hat also vorher schon stattgefunden, sie war nur etwas sanfter als jetzt.

Unsanft sind die Firmen aus dem Schlaf geweckt worden, die bisher glaubten, man müsste nur alle paar Jahre mal was posten oder ein Gewinnspiel veranstalten oder lustige Katzenbilder auf die Seite bringen und alles wäre gut. Bei lustigen Katzenphotos könnte das vielleicht noch funktionieren, wenn das in der letzten Zeit nicht überhand genommen hätte – “Schauen Sie sich das Video an! Es sind kleilen Kinder zu sehen! Unbedingt anschauen!” als Statusmeldung war so das bescheuertste der letzten Zeit. Es zeigt aber auch die Verzweiflung von Firmen, die nicht verstanden haben dass hier in Deutschland Social Media eine Art Wohnzimmer ist.

Facebook wird in der Regel von den meisten Leuten als virtuelle Erweiterung des realen Wohnzimmers verstanden: Hier ist man persönlich, vielleicht sogar privat – was ich nicht raten würde, Facebook ist immer noch eine Firma und nicht die nette Non-Profit-Gesellschaft von Nebenan, selbst dieser sollte man nichts Privates anvertrauen – und natürlich stelle ich mir im Wohnzimmer vielleicht den Fernseher einer bestimmten Marke hin, hänge das ein oder andere Werbeplakat auf weil es mir gefällt oder händige Freunden die tolle Postwurfsendung weiter, die im Briefkasten war. Firmen verstehen aber nicht, dass man nicht in diesem Raum mit Werbung belästigt werden möchte. Klar, wenn man ein eigenes Interesse hat, dann klickt man auf die Fanpage, informiert sich – aber es ist wie mit nervenden Coldcalls des Telefonanbieters: Irgendwann gehts einem so auf die Nerven, dass die Anrufer direkt auf die Mailbox laufen.

Firmen, die bisher eine Push-Mentalität im Social Web an den Tag gelegt haben, werden es – und das sagt Facebook recht eindeutig – schwer haben ihre Kunden von sich zu begeistern wenn sie nicht allmählich anfangen für den Kunden wertvolle Informationen zu liefern. Der Maßstab aller Dinge für Facebook ist die Frage, wie oft interagiert wird. Welche Faktoren genau reinfließen in den Edge-Rank legt Facebook natürlich auch jetzt nicht offen. Aber die Firma lässt anklingen, dass es eigentlich genau die sind, die es schon immer waren. Nur, dass man jetzt den Maßstab der bisher für die normalen Postings der Nutzer galt auch für die Fanpages anlegte. Ausgleichende Gerechtigkeit könnte man das nennen.
Von daher bleiben Firmen zwei Alternativen um gehört zu werden: Entweder sie begeistern ihre Fans mit gutem Inhalt und spannenden Aktionen – ich befürchte allerdings, dass Fans den “Liken Sie dieses Bild wenn Sie meinen, dass…”- und “Süßes Kätzchen! Teilen Sie das, wenn…”-Postings durchaus Erfolg bringen werden, aber ich hoffe das ist nur vorläufig – oder sie kaufen Werbung. Und aus Facebooks Sicht ist es natürlich besser, wenn Firmen Werbung kaufen. Denn Facebook ist nicht die Bahnhofsmission und selbst die muss ja schauen woher sie ihr Geld bekommt.


Post aus Speyer: Tagung “Offene Archive?”

 

Ich habe die Ehre zusammen mit Frank Tentler bei dieser Tagung einen Vortrag halten zu dürfen. Das Thema verrate ich noch nicht, es sei aber gesagt dass ich eher den Best-Practice-Teil übernehmen werde.


Auf Wiedersehen Brasilien…

Seit knappen zwei Tagen ist die Buchmesse in Frankfurt vorüber, die Kollegen des BRBF-Projektes sitzen noch an der Nachbereitung und zählen KPIs und sowas und allmählich beginnt wieder der Alltag. Wobei sich dieser von meiner Aufgabe für die Buchmesse nun nicht allzu sehr unterscheidet: Flashwriting galore. Gesehen habe ich während meiner Arbeit nicht allzuviel von der Messe und auch der geplante BuCon-Besuch in diesem Jahr musste drangegeben werden – schade, denn im nächsten Jahr könnte das auch wieder mal nicht klappen… Trotz der Arbeit hatte ich eine Menge Spaß:

- Ein Autogramm des diesjährigen Gewinner des deutschen Jugendbuchliteraturpreises in der Sparte Jugendbuch abstauben zu können – großartigst.

- Bei den Cosplayern musste ich beim Raten wer denn da jetzt wen verkörpert leider passen. Es gibt da so viele Mangas und Animes, da kann ich auch nicht alle kennen. Etwas gruselig: Wenn Menschen als Pikachu auf die Straße gehen… Ich verstehe auch nicht ganz, warum auf diese Bewegung von traditionellen Fans etwas herabgesehen wird – ob es nun Kostüm- oder Cosplay-Wettbewerb heißt ist doch eigentlich letzten Endes egal, oder?

- Whow, war das Pressecentrum groß.

- Foursquare rulez! Ohne dieses Tool hätte ich nämlich den Geldautomaten der Deutschen Post im HBF in Frankfurt nicht gefunden. Zudem gabs auch diverse andere nette Tipps zum Thema “Wie schlage ich meine Zeit auf dem HBF tot, wenn der Zug verspätet ist”. Auf der Rückfahrt scheuchte mich die Bahn übrigens von Gleis 5 zu Gleis 10, von Gleis 10 zu Gleis 5, von Gleis 5 zu Gleis 10… Abgesehen davon dass die Beschilderung der S-Bahn falsch war und ich verdutzt in Frankfurt-Niedern oder so des Morgens ausstieg. Glücklicherweise kannte ich aber die Station der Linie vor dem Hauptbahnhof und hatte dann bis zur Messe einen Sitzplatz… (Taunuswache wars wohl. ;-) )

- Was die Brasilianische Nationalbibliothek im Social Web auf die Beine stellt ist einfach Best-Practice für den Bereich. Punkt.

- Was der Stand eines Holzspielzeugherstellers auf der Buchmesse sollte ist mir bis jetzt immer noch nicht klar. Aber die Murmelbahn zu füttern war entspannend.

- Dank des “Machado des Assis”-Magazins jede Menge interessanter Autoren aus Brasilien kennengelernt. Ziel für nächstes Jahr: Portugisisch-Grundkurs ablegen.

- Mhmmm, zum Thema Catering – es gibt auf der Messe so kleine Supermärkte, die weitaus besseres anbieten als das was man an den offiziellen Cateringständen bekommt. Der kluge Mann baut vor und nimmt daher am Sonntag selber Yoghurt, Gemüse, Wasser, Saft und Kekse mit.

- Der Twittwoch war super. Leider hatte ich nur eine Stunde Zeit, aber am Abend traf ich noch den Herrn Vergrämer und Klaus Eck mit anderen mir nicht so bekannten Twitterern.

- Ich habe einen “Brasil”-Ohrwurm und den möchte ich gar nicht los werden… “Tomorrow was another day, the morning found me miles away…”

- Neue Kontakte geknüpft. Neue Menschen kennengelernt und trotz aller Arbeit auch hin und wieder genügend Zeit für Gespräche gefunden. So muss das.

Ich hoffe im nächsten Jahr wieder dabeisein zu können.


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