DVD


Nur kurz ebend zur DVD von“Dr. Horrible“, die mir endlich vorliegt: a) „Commentary – The Musical“ ist das witzigste, wunderbarste und tollste Extra EVAH, b) der „richtige“ Kommentar ist auch nicht schlecht, c) die Featurettes sind nicht atemberaubend, aber nett, d) die Fanvideos – man konnte sich für die Evil League of Evil bewerben – sind der beste Beweis dafür warum man pfleglich mit seinen Fans umgehen sollte.

Und ja, ich war einer derjenigen die haareringend auf jede – Minute – neuen – Stoffs gewartet hat. Ist das wirklich schon knapp ein Jahr her? Unglaublich. Noch unglaublicher ist allerdings, dass mal wieder nur die Hardcore-Fans in Deutschland das Teil kennen weil: a) weder der Soundtrack noch b) die DVD einfach mal ebend so hier zu bestellen ist. Und sagt mir nicht, dass das in Deutschland nicht geht – ihr habt „Evita“ komplett untertitelt ins Kino gebracht, da sollte ein Horrible-DVD mit Untertiteln nicht DAS Problem sein, oder?

Was leider nicht auf der DVD drauf ist, ist das, was während der Emmy-Verleihung in diesem Jahr passierte… ;-)

„I am not sure – this was pre-taped…“ :-) Aber wer hätte daran gezweifelt? Hier die Dankes-Rede:

Wenn man schon auf die Tatsache hinweisen muss, dass die englische Tonspur enthalten ist, dann weist das auf die Urzeit der DVD hin. Für 3,99 beim Saturn musste ich diesen Film einfach mitnehmen, der mit seiner Wucht, seiner Thematik und dem Drama berührt und verstört. Edward Norton als geläuterter Ex-Nazi, dessen Bruder ihm nacheifert – schon ein moderner Klassiker IMHO.

Shakespeare in Love habe ich damals übergangen. Ich meine, so spannend klang die Geschichte nicht: Junge Adelige verliebt sich in Stückeschreiber und muss ihn dann konventionshalber verlassen – das ist doch eher ein Film für Taschentücher und Tränen. Aber dann habe ich mal die englische Originalversion gesehen und obwohl die Geschichte an sich erfunden ist – na ja, über Shakespeare weiß man generell nicht viel, es könnte auch so passiert sein – sind die historischen Gegebenheiten wohl doch sehr korrekt dargestellt. So das Schließen der Theater oder die Art und Weise wie damals gespielt wurde. Und eigentlich – also – unhybsch ist die Paltrow nicht. Für 2,99 beim Saturn mitgenommen.

Ja, Humor ist Geschmackssache. Ralf Richter mag ich eigentlich auch nicht so ganz, aber der Film ist von den Machern von „Bang Boom Bang“. Der kann doch gar nicht schlecht sein, oder?

Es passiert selten, dass ich in den Laden stürme um eine CD zum normalen Preis zu kaufen, aber nach der Weltpremiere von „Edgar Allan Poe“ und nachdem ich erfuhr, dass die englische CD seit Freitag draußen ist musste ich das einfach haben. Erstaunlicherweise war es dann beim Saturn zu finden – für 16,99. Und wenn ich auch mit der Inszenierung so meine Probleme habe – die Musik ist wirklich klasse. Ich scheue mich nicht zu sagen, dass Eric Woolfson hier sein bisheriges Meisterwerk abgeliefert hat. Auf der Demeter-Skala eine glatte 12.

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DLM-Cover

Manchmal passieren in der TV-Landschaft Wunder – erstens: Dead Like Me kam schließlich doch noch Deutschland, nach langem Warten (was RTL2 allerdings draus gemacht ist spottet jeder Beschreibung und deswegen ist ein DVD-Kauf dringend angeraten). Zweitens: Der Film, der nach der Serie spielt hat es tatsächlich auch nach Deutschland auf DVD geschafft. Kaum zu glauben, Zeichen und Wunder.

Dass die zweite Staffel nicht mehr den Zuspruch von Serienerfinder Bryan Fuller fand und sie allgemein für die schwächere der Beiden gehalten wird dürfte bekannt sein. Sicherlich sind etliche von Fuller beabsichtigte Wendungen so nicht passiert – aber schlecht ist die zweite Staffel nun nicht. Sicherlich ein wenig schwächer als die erste, aber das Grundthema blieb ja bestehen: Nämlich die Erinnerung daran dass man ab und an mal stehenbleiben sollte um an den Rosen zu riechen.

Ein Zitat, das übrigens im Film wortgleich aufgenommen wird – und er hält locker das Niveau der zweiten Staffel. In bestimmten Momenten kommt er sogar an die erste Staffel heran. Leider sind vom Original-Cast nicht alle dabei – so muss man leider auf George Patinkin verzichten ebenso wie auf Laura Harris. Der Film löst zumindest das Rube-Abwesenheits-Problem recht elegant, während man die Rolle der „Daisy“ neu castete. Etwas irritierend zuerst, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Was also passiert nach dem Ende der zweiten Staffel? Einiges: Der Waffle House – nein, kein Verschreiber – brennt nieder eines Morgens. Die Reaper sind erstmal fassungslos. Zudem ist Rube verschwunden und die Reaper bekommen einen neuen Boss. Einen Yuppie, der beim World-Trade-Center starb: Cameron Kane. Für die Reaper ändert sich einiges, denn Cameron glaubt offenbar nicht an die Regeln, die Rube einst aufstellte. Das Chaos nimmt seinen Lauf: Georgia bekommt einen High-School-Footballplayer als Reap, der allerdings einfach nicht sterben will – obwohl die ESD stimmt. Daisy bekommt die Chance Lady McBeth zu spielen. Roxy lässt einen Klienten am Leben. Und Mason interagiert mit den Lebenden.
Während Georgia irritiert ist und nebenbei bei Happy-Times Delores vertritt – und dort gefeuert wird nachdem sie eine Mitarbeiterin anbrüllte und diese die Firma verklagte – muss sie auch noch damit klarkomme, dass ihr eigentlicher Reap der Freund ihrer Schwester Reggie ist. Was schließlich dazu führt, dass sie ihrer Schwester mitteilt, dass Georgia Lass – eigentlich seit 2003 tot – ein Grim Reaper geworden ist.
Nach und nach wird klar, dass man Regeln eben nicht brechen sollte, weil das Konsequenzen hat: Daisy floppt bei ihrem Debüt, Mason wird klar dass seine „Freundinnen“ nur auf sein Geld aus sind, Roxys Klient stirbt erneut und reißt andere in den Tod – und Cameron entpuppt sich als Arschloch. Zeit, ihn loszuwerden. Fragt sich wie.
Georgia währenddessen gelingt es Reggie zu verdeutlichen, dass das Leben viel zu kostbar ist als dass man es unnütz verbringen sollte – eine Erfahrung, die Georgia ja schließlich gemacht hat. Zudem renkt sie die Sache mit Delores wieder ein. Und am Ende – aber das muss man sich selber anschauen.

Die dringenste Frage zuerst: Kann man den Film anschauen ohne die Serie zu kennen? Ja. Kann man. Gewiß werden einem einige kleinere Nuancen und Anspielungen entgehen, aber da der Film geschickt in die Mythologie der Serie einführt – mit Comicpanels! – muss man die Serie nicht unbedingt kennen.

Da die Serie kein offenes Ende hatte sind auch keine offenen Fäden übrig, die man zusammenbinden müsste. Stattdessen bewegen sich die Serien-Macher – ohne Bryan Fuller, der aber ja mit „Pushing Daisies“ bzw. „Heroes“ alle Hände voll zu tun hatte und wohl kaum mit Jon Masius zusammenarbeiten würde – auf neues Gebiet und erweisen ihre Referenz an die Serie. Wer also auf Murray, Gravelings, Joy, Reggie und die üblichen schwarzhumorigen Todesarten wartet, der kann beruhigt sein. Meine Güte, diese Maschine zu Beginn… Wobei: Außer Georgia hat sich keiner so richtig weiterentwickelt von den Charakteren. Da Dead Like Me aber sowieso immer die Geschichte von Georgia war und die sich im Laufe des Films deutlich weiterentwickelt… Ah, Referenzen, richtig. Die entgehen einem natürlich wenn man die Serie nicht kennt, aber da es eher Kleinigkeiten sind – ein Flashback in Georgias Kindheit, die Geschichte mit Murray – wird man die nur am Rande wahrnehmen.

Alles in allem: Ein äußerst gelungener Film sowohl für Kenner der Serie als auch für Neueinsteiger. Bleibt zu hoffen, dass es noch weitere Filme geben wird – und wehe RTL2 kauft diesen Film ein… Wehe.
Auf der DVD gibts bis auf ein obligatorisches Making-Of und einem Audiokommentar vom Regisseur und Ellen Muth leider keine großartigen Specials. Bei einigen Stellen bezweifle ich, dass die deutsche Synchro die adäquat rüberbringt – aber ich habs noch nicht gegengesehen.

Joss Whedon at the premiere of Serenity (film)

Image via Wikipedia

OMG! Die DVD! DIE DVD! DIE – D – V – D!

100 Minuten? Entweder sind da die Extras mit reingezählt oder es gibt – oh my God! – geschnittene Szenen! Laut Joss Whedon soll der Kommentar zur DVD ja ebenfalls gesungen werden! Erscheint am 19.12. in den USA für 15,- Dollar.

„Take a pic! Make a blog! Tell them it’s Horrible – no, with to r’s…“

Ihr wißt also, was ihr zu tun habt, oder? Die Adresse steht im Impressum und Weihnachten ist bald… Tüdüh.

Reblog this post [with Zemanta]

Eröffnungsangebote vom Duisburger Saturn haben mich diesmal zuschlagen lassen – da es auch schon eine Weile her ist seit dem letzten Kauf von DVDs und ich für knapp 20 Euro vier Stück ergattert habe kann ich jetzt folgende DVDs neu in meinen persönlichen Bestand aufnehmen. (Deswegen landen sie ja auch in dieser Kategorie. Dinge, die ich nur leihweise habe landen in den anderen Kategorien. Sprich: Nicht alles was ich rezensiere besitze ich auch. Manche Leute scheinen das nicht so ganz zu verstehen. Nun denn.)

Und diese Szene ist eine Hommage an...

"Und diese Szene ist eine Hommage an..."

Das Dreamteam ist zurück – so jubelte ich damals schon nach der Kinopremiere dieses Streifens, der keine Parodie ist, ebensowenig wie „Shaun of the Dead“ eine Parodie ist, sondern eine echte Herzblut-Hommage an die unzähligen Buddy-Cop-Filme, die nach Schema F verlaufen: Simon Pegg als Supercop wird in ein ruhiges Dörfchen nach England abgeschoben, das seltsamerweise keine Verbrecher aufzuweisen hat. Woran das liegt, das findet Simons Charakter rasch heraus.
Manche finden ja, dass das Ende des Films sich etwas zieht – eine Kritik, die ich nicht teile. Das Ende ist halt eine Referenz auf die unzähligen Finales der Buddy-Cop-Filme, von der Comedy-Finalfassung bis zur Geiselnahme bis halt dem obligatorischen „Wir schießen alles kurz und klein“-Finale. Wenn man mich vor die Wahl zwischen „Koops“ und „Hot Fuzz“ stellen würde, wäre das gar nicht so einfach – aber im Endeffekt ist Simon Pegg und Nick Frost halt das, was man als Dreamteam bezeichnet. Yeah. Rockt gewaltig das Teil und macht mir persönlich Lust nochmal „Spaced“ anzuschauen. (Wobei – da gibts jetzt diese Dreier-DVD mit neuen Kommentaren und Extras… Seufz.)

Feel-Good-Movie

Feel-Good-Movie

Ja, mag sein dass die Handlung des Films idiotisch, hahnebüchen und einfach nur bekloppt ist – das ist bei Steve-Martin-Filmen halt ab und an schon der Fall, das ist halt leichte Unterhaltungskost und außerdem: Habt ihr schon mal den Mist gesehen, den der Martin in der letzten Zeit so verzapft hat? Dagegen ist das hier ja noch Gold, echt jetzt. Und ohne die genialen Fähigkeiten von ihm würde der Film auch gar nicht funktionieren. Kurzgefasst: Während der Rechtsanwalt Roger an seinem 38. Geburtstag beschließt sich endlich seriöser zu gebärden als bisher wird er von seinem Boss als Rechtsanwalt zur reichen Edwina Cutwater geschickt. Da diese bald sterben wird hat sie einen Plan: Ihre Seele soll in einen jüngeren, besseren und schöneren Körper schlüpfen. Dummerweise geht die Zeremonie total schief und die Seele von Edwina landet im Körper von Roger – das Schlamassel nimmt seinen Lauf…
Ja, die Story ist hahnebüchen. Na und? Steve Martins grandiose Leistung zwei Seelen in seiner Brust darzubieten ist eindeutig ein Höhepunkt. Da mag das Ende auch ein wenig hingeschludert sein, der Film macht einfach Spaß.

Eat your vegetables!

Eat your vegetables!

Unfreiwillig stolpert Mr. Smith (Clive Owen) in die Rolle des Bodyguards – sein Schützling: Ein Baby. Seine Unterstützung: Eine Prostituierte. Sein Gegner: Ein ehemaliger Profiler, der zum Profikiller wurde und der Telefonate mit seiner Frau führt. Mitten während er versucht Smith zu ermorden. Das wäre dann auch eigentlich die Handlung, die nicht weiter tiefsinniger wird – gut – es geht um einen Senator, der das Baby braucht und um Waffenhändler, aber ansonsten ist „Shoot ‘em Up“ ein Film, der keine Altersfreigabe bekommen hat. Zu Recht: Mit Leichen, Blut und Mohrrüben wird nicht gespart. (Oh ja – die Dinge die man mit Mohrrüben anstellen kann. Uargh. Ihr kennt die Bleistift-Szene aus „The Dark Knight“? Es geht noch viel – blutiger…) Dabei hat der Film sehr viel Humor – neben den äußerst blutigen und gewalttätigen, allerdings dann doch sehr überdrehten Actionszenen, die man gerade dann deswegen nicht so ganz ernstnehmen kann, das hat schon etwas von einem Comic teilweise – und man kann sich sehr wohl bei dem Ganzen amüsieren. Clive Owen fiel mir zuerst in „Sin City“ auf und wie er hier den wortkargen Mr. Smith spielt, das ist einfach ganz große Klasse. Und zumindest ist die Handlung dann doch etwas intelligenter als bei „Bad Boys“. (Moment – „Bad Boys“ hatte eine Handlung???)

Michael Bay lässt es krachen, Spielberg sorgt für den Family-Touch

Michael Bay lässt es krachen, Spielberg sorgt für den Family-Touch

Was erwartet man von einem Michael-Bay-Film in der Regel nicht? Genau: Eine Handlung. Da aber Steven Spielberg hier Produzent war, hat der Film dennoch so etwas ähnliches. Klar ist der so durchschaubar wie der Kaffee von Tante Jutta was das Strickmuster anbelangt: Wenn zu Beginn ein Soldat erwähnt, dass er in Baby hat dann ist schon klar wer den Angriff auf die Basis in der Wüste überlebt. Man füge dann den jugendlichen Helden hinzu plus jugendlicher Heldin, man raune im Vorspann etwas von „kosmisch“, „Cube“, „lost“, füge dann die guten Roboter – Autobots – und die bösen – Decepticons dazu und schon hat man den Sommerblockbuster des letzten Jahres. Das klingt jetzt etwas abschätzig, aber wenn man die Regeln des Genres akzeptiert dann macht der Film durchaus Spaß, wenn auch einige Gags nicht so ganz sicher sitzen – Lubrication, ts. Und schlecht besetzt ist der Film durchaus nicht, Shia LeBoeuf nimmt man den Teenager schon gut ab, John Voigt ist immer wieder klasse – das ist der Vater von der Angelina Jolie übrigens, der riss auch für einige Minuten den ersten „Tomb Raider“ raus, doch – und das Drehbuch kann zwar nicht ganz verhindern, dass die Charaktere von den Robotern gegen die Wand gespielt werden, bemüht sich aber redlich um sympathische Figuren. (Spielberg halt.) Kann man sich anschauen, muss man aber nicht unbedingt. Macht aber immer noch Spaß.

Singende und tanzende Umpa-Lumpas inklusive

Singende und tanzende Umpa-Lumpas inklusive

Charlie Bucket ist weder besonders groß, noch besonders clever noch irgendwie besonders – wobei etwas besonders ist er schon: Besonders arm. Er lebt zusammen mit seiner Familie in einem windschiefem Haus mit Loch im Dach im Schatten von Willy Wonkas Schokoladenfabrik – der größten der Welt. Dieser Willy Wonka, der seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde, verteilt nun überraschend fünf Golden Tickets. Wer eines davon findet, der darf für einen Tag die Fabrik besichtigen und am Ende gibts noch einen ganz besonderen Preis. Nachdem ein Ticket nach dem anderen gefunden wird gibt Charlie schon beinahe auf, aber dann passiert das Unmögliche: Er findet das letzte Golden Ticket und nimmt an der Führung durch die Fabrik teil. Zusammen mit vier anderen Kindern. Dressierte Eichhörnchen, Umpa-Lumpas und einige andere weniger angenehme Überaschungen erwarten die Kinder – wobei sich Charlie zu Recht fragt warum Willy Wonka eigentlich die Kinder eingeladen hat – und irgendwie scheinen diese seltsamen „Unfälle“, die den anderen Kindern zustoßen nun nicht gerade zufällig zu sein…

Herzlich Willkommen in der bonbonbunte Kindertraumwelt eines Tim Burton, der das Kinderbuch von Roald Dahl atemberaubend vergnüglich umgesetzt hat ohne die etwas sinistere Grundstimmung oder die Subversivität der Vorlage zu beeinträchtigen. Während Roald Dahl die erste Verfilmung mit Gene Kelley – „The Candyman can“ ist vielleicht im Ohr? – so gar nicht mochte wird er wohl an dieser seine helle Freude gehabt haben. Denn der Geist des Buches ist trotz der vielen Anspielungen und der erweiterten Hintergrundgeschichte um Willy Wonka kongenial eingefangen worden.
Dies beginnt schon in den ersten Minuten des Films: Das windschiefe Haus der Buckets scheint gerade den Illustrationen des Buches entsprungen zu sein, ein Wunder, dass das nicht umkippt. Die vier Großeltern, die sich ein Bett teilen, die Geschichte wie Charlie an das Golden Ticket – auf deutsch wurde da eine goldene Eintrittskarte draus, warum eigentlich? – kommt, wenn Großvater Jo in einer langen Rückblende von seiner Arbeit erzählt und man Willy Wonka eigentlich nie so Recht zu sehen bekommt bis zur Führung – das alles ist kongenial in Szene gesetzt und man kann auch wenn man das Buch nicht kennt an den optischen Gags seine Freude haben – etwa wenn Großvater Jo das Golden Ticket an seine Augen führt: Zuerst ist das verschwomen, dann erst wird es scharf oder wenn Jo ebenfalls kurz einschläft und der Bildschirm für wenige Sekunden schwarz wird bis Charlie ihn wieder weckt. Auch nett: Wenn der andere Großvater zu fluchen anfängt, hört man kein Wort – denn Charlies Vater legt seine Hände auf Charlies Ohren…

Während der Film bis hierhin in einem eher tristen Ton gehalten ist ändert sich die Farbe rasch wenn wir Willy Wonka begegnen – und die zahlreichen Gags und Anspielungen im Film setzen sich auch hier fort, wenn auf Deutsch auch einiges davon verlorengeht. „Good morning starshine, the earth says hello“ ist halt nur auf englisch als Zitat aus „Hair“ zu erkennen, offensichtlicher natürlich die Anspielung auf „2001″ – ein ganz in Weiß gehaltener Fernsehraum plus eine große Tafel Schokolade, die mit den Klängen von „Also sprach Zarathustra“ reingetragen wird – diese Anspielung kann man nur als Erwachsener so richtig verstehen. Insofern ist der Film nicht nur reiner Kinderkram. Zum Glück.

Dass es kein Kinderkram ist, dazu trägt Johnny Depp als Willy Wonka bei – unhöflich, arrogant, selbstverliebt, zwar bemüht höflich zu sein, aber das gelingt ihm nur selten. Zudem klingt ab und an eine sehr finstere Seite durch – nur immer für einige Einstellungen, nur immer für einige Momente aber es ist klar, dass Willy Wonka alles andere als eine nette Person ist. Ob er nun die ganzen „Unfälle“ inszeniert hat oder nicht wird nicht so ganz klar. (Ich meine das wäre im Buch auch nicht unbedingt erklärt, aber man kann sich sein Teil durchaus denken.)

Sehr schön ist, dass man sich auch bei den Umpa-Lumpas – verkörpert durch einen einzigen Schauspieler übrigens – und den Songs an das Original von Dahl gehalten hat. Danny Elfman, der in der Vergangenheit recht mediokre Soundtracks ablieferte, scheint seine Genialität nur in Verbindung mit Tim Burton richtig ausleben zu können. So sind die fünf Songs und der Score an sich einfach genial. Die Songs selbst changieren zwischen psychedelisch und shaftiges, der Score hat durchaus sehr unheimliche Stellen.

Die visuellen Gags, die Tim Burton hier anwendet und die ein wenig die Sehgewohnheiten des Kinogängers auf die Schippe nehmen – so in der Szene, in der der junge Willy Wonka durch eine Reihe von Fahnen geht, klassischerweise assoziiert man damit ja eine längere Reise im Film, aber von wegen: Willy Wonka besucht nur das städtische Museum mit den Fahnen der Welt – ordnen sich dabei immer der Handlung unter und sie dominieren sie nicht. (Einige Gags kann man auch nur als Erwachsener verstehen, so die nette Hommage an Vetter It von den Addams…) Manches ist natürlich auch dem Buch geschuldet, Violetta Beauregard etwa – dass hier CGIs eingesetzt sind sieht man zwar, aber man wird nicht aus der Illusion gerissen.

Ein Wort noch zur deutschen Synchro, die erstaunlicherweise die Songs der Umpa-Lumpas – nein, ich erkläre nicht wer die sind – adäquat rüberbringt, wenn auch einige Sachen nicht so ganz gelungen sind. Wenn im Original beim Schluss vom Song über Veruca Salt der Vater in den Müllschacht fällt, geschieht das halt direkt mit dem Wort „Dad“. Auf deutsch ist es halt das Wort „sein“. Immerhin: Die Songs sind akzeptabel übersetzt. Was man von einigen anderen Stellen nicht so ganz sagen kann. Warum aus dem Golden Ticket eine „goldene Eintrittskarte“ wird – hmm – aus Violet wird Violetta – hmm – bei manchem sind die Synchronisten einfach an der Doppelbedeutung im Englischen halt hängengeblieben. Etwa wenn zu Beginn Willy bemerkt: „And you – you are just happy to be here“ – bezieht sich auf Charlie – so ist das doppeldeutig gemeint. Einerseits hat Charlie wirklich Glück gehabt, das hebt die Synchro hervor, andererseits ist Charlie auch einfach glücklich in der Fabrik zu sein. Vermutlich kann man das nicht so ganz gut rüberbringen, aber dennoch. Ebenso wie „Young man, don’t push my button“ bei der TV-Szene nun auch doppeldeutig gemeint ist: Einerseits sollte Mike Willy Wonka nun wirklich nicht in Rage bringen, andererseits den roten Knopf für den Teleportationsvorgang auch nicht wirklich richtig drücken… Nachsehen kann ich die Übersetzung von Verszeilen, das ist nicht einfach, was bei den Songs nun einigermaßen funktioniert, sehen wir vom allerersten ab, brrr…

Alles in allem macht die Verfilmung von Tim Burton, deren Finale die ganze Künstlichkeit der Geschichte aufzeigt übrigens, richtig viel Spaß und ab und an scheint es so, als hätten sich die Macher von „Pushing Daisies“ nicht nur „Big Fish“ zu Herzen genommen, sondern auch ein wenig sich von diesem Film abgeschaut…

Drei Filme haben dann übers Wochenende – gut, gestern dann auch noch – den Weg in Prospis Denkzentrale aka Brain gefunden, ausführlichere Rezis folgen noch die Tage – aber damit ihr schon mal wißt wie ich die Dinger so im Groben fand und was ich gesehen habe – hier gehen wir:

Kiss me Kate – Aufzeichnung des Cole-Porter-Musicals aus dem Jahre 2002 mit Brent Barrett, Rachel York, Nancy Anderson und Michael Beresse. Gegenüber dem Original hat man die Rolle des Hewitt etwas umgestaltet und einen Song neu eingefügt – was sich recht gut macht muss ich gestehen. Falls jetzt jemand NICHT wissen wollte, worum es geht rate ich einfach mal „Brush up your Shakespeare“ – hierzulande als „Schlag nach bei Shakespeare“ bekannt. Und wer immer schon mal wissen wollte woher der Name für eine Kategorie beim Schockwellenreiter kommt, der stöhne zu Anfang des zweiten Aktes ebenfalls „It’s too darn hot“.

Murnau, F. W.: Faust – Da habe ich aus der Stadtbücherei doch tatsächliche eine englische Ausgabe eines deutschen Stummfilms von 1926 erwischt, mit englischen Zwischentafeln. Ts. Ich bin mir sicher, die Murnau-Stiftung hat davon längst eine wunderschöne DVD-Ausgabe rausgebracht – das Meiste von Murnaus gibts in wirklich sehr schönen DVD-Ausgaben mittlerweile, leider nur etwas hochpreisige. („Doktor Mabuse der Spieler“ etwa – 2 DVDs und jede Menge Extras.) Auf dieser Ausgabe gibts immerhin einen Kommentar des Wissenschaftlers Peter Spooner. Murnaus Version der Faust-Legende ist durchaus von Goethe inspiriert, ist aber sehr eigenständig und hat etliche wunderschöne Bilder. Man sollte öfter mal daran erinnern, dass die Nazis hierzulande eine blühende deutsche Filmkultur in den Boden gestampft haben…

Charlie and the Chocolate Factory – Tim Burtons Verfilmung des Kinderbuches von Roald Dahl, welches man unbedingt gelesen haben sollte aber Dahl sollte man eigentlich lesen oder vorlesen, ist einfach genial! Bonbonbunt zwar, aber Johnny Depp als durchaus sinisterer Willy Wonka passt ebenso wie die etwas erweiterte Hintergrundgeschichte um ihn sowie der Schluss des Films. (Das Buch endet ja ziemlich abrupt.) Und Danny Elfmann hat einen grandiosen Soundtrack hingelegt, wobei man gottseidank die Gedichte von Dahl nicht ersetzt hat – auf Deutsch machen die übrigens nicht so viel Spaß, wie auch einige Synchrosachen mir sehr quer aufgestoßen sind. Die ganzen Filmanspielungen allerdings wird man wohl nur als Erwachsener ganz verstehen, etwa die Begrüßung von Willy Wonka „Good Morning Starshine“ oder die Szene mit der Teleschokolade – relativ offensichtlich ;-)

Mit Quentin Tarantino aber leider auch mit Ashanti

Mit Quentin Tarantino aber leider auch mit Ashanti

Liebe Fans von Quentin Tarantino, da müsst ihr durch: Der Regisseur und Schauspieler hat einen Gastauftritt in der Muppets Version vom Zauberer von Oz. Ich verrate jetzt nicht was er macht weil das ja sonst den ganzen Spaß verdirbt – also mir macht es höllisch Spaß euch das NICHT zu verraten und ICH bin ja schließlich der führende Blogger in diesem Revier, also in meinem. ;-) Aber ja, er hat einen Gastauftritt und ich habe mich ganz köstlich amüsiert.

Ach, die Geschichte? Kennt jemand wirklich „Das Zauberhafte Land“ mit Judy Garland NICHT? Ts. Na schön, der Film peppt das Ganze natürlich etwas auf, insofern: Dorothy Gale – Ashanti – lebt bei ihrer Tante Em – Queen Latifa – und ihrem Onkel Henry – Edward Hibbert – in Kansas und arbeitet in einem Fastfood-Restaurant. Ihr Traum: Einmal eine ganz große Sängerin werden. (Der erwachsene Zuschauer denke sich jetzt bitte die innere, äußerst zwingende Logik weg, dass man für diesen Part des Films schon eine Sängerin gecastet hat, sonst funktoniert der Film nicht.) Dummerweise verpasst sie die Chance bei der Muppets Talentshow mitzuwirken, bekommt aber ihr Demo bei Kermit wenigstens unter. Wenig später kommt der Tornado, der sie und Toto – a prawn übrigens, schlagts mal nach – in das magische Land Oz wirbelt. Haus landet auf Hexe, Munchkins (Rizzo plus Ratten) sind glücklich, Glinda erscheint – Miss Piggy, die auch alle anderen Hexenrollen spielt – Dorothy wird auf dem Weg nach Oz auf der gelben Steinstraße geschickt und trift Vogelscheuche – Kermit – TIN-Mann – Gonzo – und den ängstlichen Löwen – Fozzy Bear – der irgendwie sehr mit seinen Locken seinem Vorbild aus dem MGM-Film gleicht. Nach diesem Bravoursatz können eure Augen erstmal Atem holen.

Nach allerlei Gefahren landen sie in der Emerald City, wo der Zauberer höchst ungnädig ist: Dorothy soll ihm das allsehende Auge – nein, nicht das Schwarze – der bösen Hexe des Westens bringen. Diese greift mit ihrer Rockerbande aus fliegenden Affen auf fliegenden Motorrädern Dorothy an, natürlich singen die Affen den Walkürenritt, seufz, und will natürlich die silbernen Schuhe, die Dorothy trägt. Nachdem Dorothy die böse Hexe derbe ins Gesicht getreten hat – weil, wir sind ja immer noch in einem Familien-Kinderfilm und Schwerter und Flammen und so, nee – landet sie im Pool, sie schmilzt dahin – natürlich – und Dorothy kehrt mit dem allsehenden Auge zurück nach Oz. Dort entpuppt sich der Zauberer als Schwindler, der dennoch versucht sein Versprechen wahrzumachen: Ein Gehirn für Kermit, ein Herz für Gonzo und Courasche – sorry – Courage für Fozzy. Allerdings: Dorothy nach Kansas zurückzubringen gelingt ihm nicht, dazu muss sie wieder zu den Munchkins. Was wir alle natürlich schon immer geahnt haben: Dorothys Manolos können sie an jeden Ort der Welt bringen. (Man fragt sich dann natürlich, warum Dorothy eigentlich die ganze Zeit durch Oz latscht, aber gut, es gibt Dinge, die weiß man und es gibt Dinge, die weiß man nicht.) Hacken dreimal aneinandergeschlagen, voila, Dorothy ist wieder in Kansas. Ohne Toto, der lieber in Oz bleibt. (Gut, okay, wenn ich eine Prawn wäre und feststellen würde, dass ich auf einmal sprechen kann – Pepe spielt Toto – dann würde ich mir auch überlegen ob ich in ein doofes kleines Aquarium – ähm – eine Glaskugel – zurückkehren möchte oder nicht. Vermutlich – nein.) Dort stellt sich natürlich heraus: Dorothy hat den Wert der Familie kennengelernt, aber kann dennoch mit den Muppets touren, weil Kermit – mit dem Regisseur am Tisch übrigens – keine bessere Sängerin gefunden hat. Happy-End.

Sehen wir man von der Tatsache ab, dass Ashanti nicht schauspielern kann – ihr Gesichtsausdruck changiert meistens zwischen „Oh – ich bin ja sooo erfreut“ und „Uargh – das ist ja sooo furchtbar“ – und ich Queen Latifa  – was macht die eigentlich momentan? – auch nicht so besonders prall finde, aber gut, immerhin macht sie einen besseren Job als Ashanti… Gut, es ist keine Kunst besser als Ashanti zu sein, selbst David Hasselhoff ist besser als Ashanti in diesem Film. Sehen wir mal von der Rahmenahndlung also ab und nehmen wir Ashanti einfach als Debakel hin so macht der Film doch Spaß. Denn: Es sind Muppets drin. Das mag keine ernsthafte Begründung sein, ich bin aber auch nicht die Variety.

Gut, die computergenerierten Szenen beim Zauberer haben sichtlich schon einige Zeit auf dem Buckel – was sich in knapp zwei Jahren so alles ändern kann, doch, enorm, vielleicht reichte das Budget auch nicht für mehr, was wohl eher denkbar ist. Aber Miss Piggy in schwarzen Lederklamotten macht enorm viel Spaß, Kermit als Vogelscheuche und die Gags von Fozzy – nun – ich möchte nicht wissen wie sie die auf Deutsch übersetzt haben, ich kanns nochmal gegenchecken aber sowas wie „I’m playing the mane character“ GEHT einfach nicht auf deutsch. Bis auf Rowlf sind alle Muppets vertreten und ich liebe den Auftritt von Sam. Dann hätte ich auch gerne eine magische Make-Over-Machine.

Besonders nett sind die Extras: Ein Blick hinter die Kulissen mit Pepe und ein etwas ausführlicheres Interview mit Quentin Tarantino mit Pepe. Recht witzig die Antwort auf die Frage, welche Muppets sich Quentin in welcher seiner Filmrollen vorstellen könnte – an der Stelle muss man sich natürlich fragen ob es wirklich so geschickt ist eine Anspielung auf die Filme von Tarantino – „Reservoir Frogs“ oder „Kill Swill“, bwahahahah – auf einen Film mit draufzunehmen, der eine FSK 0 hat. Nicht, dass die lieben Kleinen demnächst etwa nach der DVD von „Pulp Fiction“ fragen… (Gut, man sollte die Kleinen auch nicht unbeobachtet bei Youtube Dinge eintippen lassen. Es gibt da Dinge – die vier Ponys der Apokalypse sind ja noch harmlos, aber das Ding mit Kermit als Vigilant, oi, oi, oi…) Na schön, die älteren Zuschauer werden sicherlich wissen wer Tarantino ist und was er gemacht hat.

Falls ihr also mal 96 Minuten lang Zeit habt, die Muppets mögt und der Neffe zu Besuch sein sollte oder die lieben Kleinen am Sonntag sich langweilen – mit dem Film macht ihr nichts verkehrt. Allerdings sollte man doch vorher besser die richtige Variante mit Judy Garland vorziehen und dann erst den Muppets-Film. Einige Anspielungen versteht man sonst nicht so ganz. Aber ansonsten macht das Teil schon Spaß. (Allerdings ist der Weihnachts-Film noch einen Tacken besser. Wie, ihr guckt keine Weihnachtsfilme im Sommer?)

Da hat Derjenige ja noch Glück gehabt – offenbar hat Amazon die DVDs, die man mir geschenkt hat just aus dem Programm genommen. Jedenfalls finde ich die Dinger nicht mehr, obwohl sie auf meinem Wunschzettel standen. Seltsam.

Richard III.

Was mich ein wenig beunruhigt ist die Angabe, dass bei dieser Verfilmung von 1955 „textual alterations“ von Statten gingen. (Laut der englischen Wikipedia, die deutsche kann man bei sowas echt vergessen, hat man die letzte Szene von Henry VI, Part III dazugenommen und einige andere Dinge gekürzt. Und ich wunderte mich schon, dass der Film nicht mit dem Prolog von Richard beginnt…) Laurence Olivier als Richard III. ist jedenfalls ein Erlebnis – und da anders als beim „Hamlet“ von ihm die englische Tonspur vorhanden ist, kann ich das mit Fug und Recht auch schreiben. Die Verfilmung selbst hat mich zwiespältig hinterlassen – einerseits bewundere ich durchaus die Meisterschaft mit der zwischen den einzelnen Szenen gewechselt wird genauso wie das Spiel mit den Schatten, ebenso die sehr schöne Idee dass Richard sich direkt an den Zuschauer wendet bei seinen Monologen und es gibt einige Einfälle, die durchaus hybsch sind – andererseits krankt die Verfilmung dann wiederum daran, dass es erstens einen furchtbaren Soundtrack gibt, der mich als musikalischen Menschen einfach irritiert und stört – nichts gegen Bühnenmusik, aber das was da erklingt ist typische Hollywood-Film-Soße ohne einen Funken von Inspiration… Zweitens ist das letzte Drittel des Films einfach zu lang – die Schlacht hätte man durchaus kürzen können, denn allzu inspiriert ist die nicht. Mehr als ein dumpfes „Wir schlagen dann mal aufeinander ein“ ist da nicht zu sehen. Die Geisterszene vorher ist allerdings recht wirkungsvoll – falls jetzt jemand Querverweise ziehen möchte, der überlege sich mal wo er „Tomorrow in the battle think of me“ schon mal anders gelesen hat. (Wenn ich das auf deutsch aufschreiben würde, wäre das zu einfach…)
Alles in allem dann doch eine respektable Verfilmung, aber mit Schwächen – wenngleich man im Kopf haben sollte, dass das Ganze 1955 verfilmt wurde, vielleicht ist da einfach auch der heutige Geschmack mehr als anders…

Na sowas – Marlon Brando als Markus Antonius? Sachen gibts… Ich hab bisher nur die ersten fünfzehn Minuten gesehen – diese doppelt wegen der Synchro und ich gebe zu, es ist verdammt schwer Shakespeare-Verfilmungen auf deutsch lippensynchron zu machen aber dennoch bevorzuge ich das Original. Dass ich übrigens durchaus verstehe, so ist es ja nicht. (Gut, ich hätte Probleme die Stücke in Form der Portfolios zu lesen, aber seien wir ehrlich: Wer versteht heutzutage noch Walther von der Vogelweide im Original? Ebend.)
Immerhin: Der Film war für etliche Oscars nominiert und hat sogar einen gewonnen – für Brando übrigens die dritte Oscar-Nominierung in Folge, wenn er auch leer ausging damals. Und Rozsa zeichnete für den Soundtrack verantwortlich. Ich bin gespannt, was ich bisher gehört habe war aber erfreulich. Noch erfreulicher ist natürlich, wenn man im Netz direkt auf die Kritik der NYT von 1953 zugreifen kann. Der Kritiker damals ergötzte sich übrigens an dem wunderbaren Sound und vermerkte, wo man im Kino am Besten den Film genießen konnte – wie sich die Zeiten ändern:

The wide screen upon which the picture is projected twice a day at the Booth enhances somewhat its scenic grandeur, but exaggerates the size of its close views. Pan shots are blurred in many instances, and some slight distortion does occur for those who happen to be seated forward of the middle of the house. The stereophonic sound is an improvement, especially for a short symphonic film wherein the Metro-Goldwyn-Mayer symphonic orchestra plays Tchaikowsky’s „Capriecio Italien.“ This comes as a suitable introduction to a stirring and memorable film.

Jetzt frage ich mich natürlich, was damals wohl als Vorfilm gezeigt worden sein mag… ;-)

Das hatte ich total vergessen: Anfang des Jahres hatte ich doch die Special-Edition von „Sweeney Todd“ bei CD-WOW vorbestellt – zwei DVDs zum Preis von knapp 16,- Euro. Und heute war die DVD-Variante mit dem asiatischem Region-Code in meiner Box. Auf der einen DVD ist der komplette Film auf Englisch, Französisch und auf Thai – Untertitel gibts dann auch noch – auf der anderen sind viele, viele, viele Extras versammelt. Ich habe gerade bei Amazon nachgeschaut, aber diese spezielle Variante scheint es in Deutschland einfach nicht zu geben. (Ebensowenig wie die wunderschöne Spezialausgabe von „The Corpse Bride“ mit Wechselcover und Büchlein. Steht bei mir als Schmuckstück im Wohnzimmerschrank. Tscha. Das Zauberwort heißt: Codefree DVD-Player…)

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