Vielleicht sehe ich nur Ähnlichkeiten dort, wo keine sind, aber bei der Sichtung der Kritiken zur “Tristan”-Aufführung stolperte ich über den Artikel in der RP und den der dpa. Bei der RP ist als Verfasserin Regine Müller genannt – und irgendwie – also – stellen wir doch mal einige Passagen untereinander…
RP: “Wäre diese klassische Guckkastenbühne nicht von der majestätischen Weite der Industriehalle umgeben, könnte man von einer normalen Bühnensituation sprechen. Was zunächst fast ein bisschen enttäuscht, wurde man doch bei der Ruhrtriennale spätestens seit David Pountneys Inszenierung von Bernd Alois Zimmermanns “Die Soldaten” an diesem Ort regelmäßig mit spektakulären Raumlösungen überrascht, mit fahrenden Podien, mobilen Orchestern und multimedialer Optik.”
DPA: “Wäre diese klassische Guckkastenbühne nicht von der majestätischen Weite der Industriehalle umgeben, könnte man fast von einer normalen Bühnensituation sprechen. Was an diesem Ort erstaunt, ist man doch von der RuhrTriennale spätestens seit David Pountneys Inszenierung von Bernd Alois Zimmermanns «Die Soldaten» an spektakuläre Raumlösungen mit fahrenden Podien, mobilem Orchester und multimedialer Optik gewöhnt. Doch mit dem Ende des Vorspiels weitet sich dann der Blick: zwei massive weiße Platten markieren den Bühnenraum.”
Und das ist nicht die einzige Passage im RP-Bericht, die ähnlich wie die offizielle DPA-Meldung klingt. Auffallend oft ähneln sich Passagen inhaltlich und zumindest bei einem weiteren Absatz wurde ein Satz aus der DPA-Meldung fast wörtlich übernommen:
DPA: “Das Ergebnis ist ein Wagner-Klang, der weniger auf Überwältigung als auf Struktur setzt. Die Duisburger Philharmoniker folgen Petrenko auf der Stuhlkante sitzend und glänzen mit leuchtendem Ton und makellosen Bläsersoli.”
RP: “Die Duisburger Philharmoniker folgen Petrenko auf der Stuhlkante sitzend, spielen mit leuchtendem Ton und zeigen makellose Bläsersoli.”
Wenn die Rheinische Post geschrieben hätte: Artikel von Frau Regine Müller mit Material von DPA – so wie der Spiegel es macht unter anderem – könnte man das als Leser durchgehen lassen. Aber wenn es so aussieht, als hätte die Journalistin die DPA-Meldung zur Grundlage gewählt und umgeschrieben anstatt selbst an dem Abend in der Bochumer Aufführung gewesen sein, dann fühle ich mich als Leser drastisch geschrieben doch arg verarscht…

