Tagesarchiv: 7. Juli 2011

Sprechenden Menschen kann geholfen werden

Und dann sagst du dir im Stillen, dass du das nicht ändern kannst. Dass sachliche Kritik, etwas bissig zugespitzt, halt nicht persönlich genommen werden sollte. Dass Kritik überhaupt von dir eigentlich eher in die Richtung: “Sorry, Folks, das geht halt so nicht” als positiver Anreiz gedacht war. Aber gut, denkst du dir, dann ist das halt so. Wer die Sachebene verlässt und es auf sich persönlich bezieht, der ist selbst schuld.

Und dann denkst du noch so, dass man eigentlich wissen sollte, dass du immer ein offenes Ohr für alles hast. Wenn es dein Sachgebiet betrifft, dann kennt man dich eigentlich als nett und verständig. Als kommunikationsbereit. Als jemanden, der auch mal über den eigenen Schatten springt – sicherlich, ja, persönliche Motive schwangen da vielleicht mit, aber wenn du dich hättest verleiten lassen alles direkt in den Boden zu stampfen wäre das alles noch schärfer und bissiger ausgefallen. IST-Analyse halt. Die tut weh, ja. Manchmal. Und wenn man nur direkt das Ergebnis sieht für diejenigen, die etwas machen dann doppelt. Aber, so denkst du dir auch, da sind die halt selbst schuld. Hast denen ja vorgemacht wie es geht. Hast dich ins Zeug gelegt – nicht in der Hoffnung auf weitere Aufträge, aber immerhin vielleicht mal für ein “Danke”, ein “Gut gemacht”, ja, etwas Anerkennung wäre nett gewesen. Aber das ist nicht das Hauptmotiv gewesen.

Dich störte vielmehr, dass ein gutes Projekt ins Wasser fiel. Nicht mehr und nicht weniger. Und wer damit nicht klar kommt, dass man Kritik übt wo Kritik notwendig ist, der kann dir gestohlen bleiben. Ganz einfach, sagst du dir, die hätten den Mund auftun können, die hätten um Hilfe rufen können – aber nein – zu stolz dafür waren sie, zu hoch das Ross auf dem sie saßen. Der Sturz tut dann natürlich weh. Sehr weh. Aber manchmal ist ein Sturz notwendig. Um Dinge zu überdenken, neu zu denken. Scheitern ist nicht schlimm. Nichts daraus zu lernen ist schlimm.

Und, so denkst du dann achselzuckend, die Möglichkeit zu lernen hätten sie ja immer noch. Eigentlich hast du ja die Tür auch nicht zugeworfen, sondern nur vom Fenster ins Haus geblickt und die Unordnung betrachtet. Allerdings hast du auch deinen Preis – den möchtest du auch bezahlt bekommen. Wer weder dazu bereit ist, noch bereit ist zu fragen, der ist zu Recht von der Hybris gestürzt worden denkst du und wendest dich wieder deinem Tagesgeschäft zu, nachdem du nochmal hinzufügst: Das war echt nichts Persönliches. Aber es musste sein.


links for 2011-07-07


Blogposting 07/07/2011

  • “Der Anstieg der Fälle von “Cybercrime” (in der Statistik als IuK-Kriminalität bezeichnet) von +19% betrifft in absoluten Zahlen eine Zunahme der Fälle von 50.254 in im Jahr 2009 auf 59.839 Fälle in im Jahr 2010. Das ist ein Plus von 9.585 oder, wie gesagt 19%. Wenn ich nun eine Grafik mit den prozentualen Veränderungen baue, sieht das natürlich verdammt dramatisch aus. Wenn ich mir aber die absoluten Zahlen anschaue, so steht diesen Fällen eine Gesamtzahl von 5,933 Mio. angezeigten Delikten in im Jahr 2010 gegenüber. Wir sprechen hier also von 1% aller Kriminalitätsfälle im Jahr 2010.”

    tags: journalismus

  • “Zwei Folgen von Sorkins grandioser Präsidenten-Serie “West Wing” vermitteln ein besseres Gefühl für amerikanische Politik als hundert Pressekonferenzen und tausend Tweets vom Weißen Haus.” – Okay, EINMAL kann man Lobo ja mal verlinken.

    tags: google nachrichten

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