Monatsarchiv: November 2010

The Big Bang Theory – The Testees

Momentan schaue ich mir die ersten drei Staffeln von „The Big Bang Theory“ an – wie man am obigen Ausschnitt erkennen kann keine Serie über Naturwissenschaft oder so, sondern eine Sitcom über – nun – ihr kennt die IT-Crowd? Es geht noch schlimmer… ;-) Vermutlich mal wieder eine Serie, die alle üblichen Vorurteile von „normalen Leuten“ – hmm, das Verhalten von Fußballfans ist also normal? Echt? Aber die haben auch Uniformen, singen merkwürdige Lieder und haben seltsame Rituale… ;-) – über Nerds bestätigt. Wobei: Das ist eine Sitcom. Die Bundies waren ja auch nicht echt. Wobei… Jedenfalls: Momentan bin ich in der zweiten Staffel und es macht immer noch Spaß. (Wobei: Es lohnt sich nach dem Abspann kurz vor dem Warner-Brothers-Symbol auf Standbild zu drücken… Die Texttafeln!)

Offenbar gibts von „The Testees“ tatsächlich nur eine Staffel. Und offenbar lief die auch tatsächlich mal, bis auf zwei Folgen, bei Comedy Central. Erstaunlich. Denn „The Testess“ ist sarkastisch, ironisch, bitter und desöfteren bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Genau mein Fall. Und mich stört auch der Fäkalhumor nicht, der kritisiert worden ist. Das passt halt zu einer Serie, die das Leben von zwei Verlierern beschreibt, die als Testobjekte für eine Firma – nun – „arbeiten“. Nichts was für jeden, aber ich bin fasziniert davon wie man auf die diese Idee kommt und was man damit dann doch in 13 Folgen alles machen kann.


Edelfedern mit gespitzen Bleistiften

Irgendwie habe ich kein Verlangen ausführlich über meine ernüchternden Erfahrungen vom samstag zu schreiben. Muss ich auch nicht, ist mein Blog. Daher nur ein oder zwei Dinge.

Meine Abneigung gegen Sascha Lobo hat dessen persönliches Erscheinen auf dem Social Media Panel  nicht abgestellt sondern eher verstärkt. Gut, ihr müsst mich auch nicht mögen, aber ich lese jedenfalls auch nichts von ihm nur allenfalls mal was im Feuilleton über ihn. Also dann in der SZ.

Ansonsten war nach dem Tag bei mir eine allgemeiner Ernüchterung eingetreten. Außer Mercedes Bunz konnte mich da keiner so recht begeistern, noch nicht mal der Augstein. Auch wenn Social Media wohl mittlerweile nicht so unbedingt als böse angesehen wird hatte ich alles in allem das Gefühl einer großen Ratlosigkeit bei Journalisten was das Thema anbelangt. Das ist wohl jetzt irgendwie da und geht nicht weg, aber wenn die WAZ-Rechercheabteilung meint, sie nutze das Internet nicht zum Recherchieren von Storys – jedenfalls klang das so an – nun…

Die wirklich spannenden Themen – wie sichert man denn nun diesen ominösen Qualitätsjournalismus in Zeiten von sinkenden Werbeeinnahmen und wie schafft man lokale Berichterstattung wenn man die Redaktionen wegen ökonomischen Drucks zusammengestrichen wurden und überhaupt, was IST dieser Qualitätsjournalismus eigentlich, denn wenn ich mich als Blogger an einen wieauchimmergearteten Codex halte mache ich das doch auch oder etwas nicht – diese Fragen wurden zumindest in den Panels in denen ich war nicht beantwortet.

Stattdessen setzt man auf das Pferd der Applikationen und des iPad und verkennt, dass wir in Deutschland diese Phase der Entwicklung überspringen werden – mag ja sein, dass die FR eine tolle Applikation für Apple hat, wenn ich aber ein Android-basiertes Tablet zu Hause habe nutzt mir das nun reichlich wenig. Und welcher Jugendliche wird sich schon ein Tablett von Apple leisten können?

Auch ich kann noch nicht ahnen wie sich die Medienrevolution auswirken wird – aber ich glaube, ich bin mir wenigstens bewußt, dass eine Revolution stattfindet. Bei den meisten Journalisten bin ich mir da nicht soo sicher. (Der Postingtitel ist übrigens ein Ztiat aus der Eröffnungsrede… Doch. Wurde genau so gesagt.)


links for 2010-11-07

  • "It's all very exciting. It's also nonsense. There have been three previous editions of Twain's autobiography—published in 1924, 1940, and 1959—and each of them has selectively ignored Twain's 100-year embargo. This makes sense—first, because Twain's instructions remain confusing and contradictory; he wrote 50 years by some passages, 75 by others, and even, by the stuff he warned Howells about, 500 years. But it also makes sense from a marketing standpoint. In fact, each edition of Twain's autobiography, thanks in large part to Twain's embargo, has become a literary event, with scads of reviews, bestseller status, and a side-helping of scandal."

Ich übe keine Zensur aus – ich habe hier nur das Hausrecht

Wie putzig: Gerade den Spamordner des Blogs aufgeräumt und darin mehrere Kommentare vorgeworfen, die mir Zensur im Blog vorwerfen. Auch sowas, was immer wieder im Laufe des Jahres vorkommt. Nur kurz dazu: Wer im Impressum steht ist für das, was im Blog steht verantwortlich. Auch für Kommentare, die rassistisch, beleidigend oder halt nur herumprollend sind. Und deswegen kommen solche Kommentare nicht durch. Zudem gibts Leute, die hier nicht mehr kommentieren dürfen weil sie sich halt nicht so verhalten haben wie man sich verhalten sollte. In dem Fall: Selbst schuld. Ich bin immerhin noch so nett ein oder zweimal zu warnen. Außerdem kann ja jeder sein eigenes Blog aufmachen wenns ihm nicht passt. :-)


links for 2010-11-06

  • „Freie Wissenschaftsverlage“ – in welcher Welt lebt der Konstanzer Bibliothekar? Natürlich gibt es gerade in Deutschland zum Glück noch die vielen kleinen Verlage und Verleger, die mit viel Liebe und engem Kontakt zu ihren WissenschaftlerInnen schöne Bücher produzieren. Aber der für Wissenschaft zentrale Zeitschriftenmarkt wird zu über 90% von vier großen Verlagskonsortien (Elsevier, Thomson Springer, Wiley) kontrolliert. Diese werden wie Automobilkonzerne, Banken oder Pharmafirmen von Shareholder-Interessen gesteuert. Natürlich freie Marktwirtschaft, aber „frei“ hat hier eine ganz andere Bedeutung als in „freier Wissenschaft“.
  • ""BWR-med!a, ein Verlagsbereich des Verlags für die Deutsche Wirtschaft AG, hat in seinem Personal-Newsletter 11 Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch zusammengestellt." – Interessant, das mal aus der anderen Perspektive zu sehen. Man kann sich natürlich auch etwas besser als Bewerber vorbereiten. :-)

    So fühlen Sie Ihrem Bewerber laut BWR-med!a am effektivsten auf den Zahn:

    (tags: Job)

Marketingmix heißt genau dies: Marketing-Mix

Den Anstoß für diesen Artikel liefert eine Äußerung eines Vortragenden zum Thema Email-Marketing. Email, so die Behauptung, sei immer noch die direkteste, prompteste und überhaupt beste Art mit Relevanz an seine Kunden heranzutreten.

Ich habe nun nichts gegen Email-Marketing, um Gottes Willen, das ist ein sehr schönes und gutes Instrument im Marketing-Mix natürlich und hat seine Berechtigung – aber mit Verlaub: Wann haben Sie das letzte Mal ihre Mails gelesen? Gerade ebend? Vor einer Stunde? Doch schon länger als 6 Stunden her? Waren das bei Ihnen nun privaten Mails oder eher berufliche?

Sie sind auch ins Grübeln gekommen nicht wahr? So wie ich auch nachdem ich die Aussage, Email sei die direkteste Art und Weise an jemanden heranzutreten. Dies mag stimmen. Aber Emails sind kein Teil des Echtzeitwebs. Das heißt: Wenn ich als Verkäufer tatsächlich am Freitag Nachmittag feststelle, dass ich – hmm – fünfhundert Klassik-CDs zu viel gekauft habe und die alle für einen Riesenrabat loswerden möchte und am besten jetzt sofort – was würde ich tun?

Einen Email-Newsletter schreiben?

Wer sollte den denn am Freitag Abend noch lesen?

Erreiche ich damit meine Kunden noch?

Direkt sind Mails sicherlich. Sie sind aber für kurzfristige Nachrichten oder Verkaufsangebote vollkommen obsolet, weil man als Versender nicht genau weiß, ob die Mail auch noch punktgenau zu dem Zeitpunkt gelesen wird zu dem ich das Angebot mache. (Ja, ja, ich weiß, man kann „Tendenzen“ absehen… Womit wir aber wieder im Ungefähren sind.) Kann ja sein, dass die meisten Leute Freitag Abends besseres zu tun haben als ausgerechnet ihre privaten Mails zu lesen, dann lesen die die Mail erst am Samstag Morgen und unglücklicherweise ist das Geschäft aber Samstags zu. An den Haaren herbeigezogen und übertrieben? Mag sein, aber das Beispiel bringt zugespitzt das auf den Punkt, was mich bei solchen exklusiv gefärbten Aussagen stört. Also: NUR SEO ist toll. NUR Email-Marketing das Wahre. Und ja, NUR Twitter ist toll. Nicht zu vergessen: NUR Print wirkt.

Marketing-Mix heißt Marketing-Mix weil man aus den verschiedenen Tools für sein Geschäft das passende auswählt. Ein Email-Newsletter ist eine hervorragende Sache wenn dahinter eine Webseite steht, ein Blog, sogar wenn es nur eine Facebook-Seite sein sollte – gesehen habe ich das bisher nicht, aber die Aktualisierungen bei Facebook sind ja auch nichts anderes als Emailnewsletter im Grunde genommen – mit Inhalten, die etwas längerfristig angelegt sind. Ich kann natürlich tolle Angebote platzieren, ich kann natürlich auch Coupon-Aktionen integrieren oder halt eine Rabattaktion für Klassik-CDs machen – aber es kann sein, dass die Leute den Newsletter halt nicht zu dem Zeitpunkt lesen an dem die Rabatt-Aktion läuft. (Gut, normalerweise sollte man das ja wissen, dass man größere Aktionen eh mit einem gewissen Vorlauf plant, sollte man…) Aber NUR Email-Marketing als heiligen Gral anzupreisen ist meiner Meinung nach genau so verkehrt wie wenn man nur SEO macht oder nur dies oder nur das.

Marketing-Mix heißt genau ebend dieses: Man nimmt sich das passende Werkzeug hervor. Ein Goldschmied würde vermutlich nicht mit der Dampfwalze daherkommen. Ebensowenig wie ein Schuster Stacheldraht benötigt. Jedes Werkzeug hat seine Vor- und seine Nachteile. Ich kann natürlich nur eines verwenden, aber ich sollte dann auch das passende für die Aufgabe heraussuchen. Eine Mail für kurzfristige Angebote? Wäre da Twitter nicht geeigneter? Nur Google-Ads? Wäre es aber nicht besser auch gleichzeitig bei Facebook zu werben? SEO ist natürlich wichtig, aber sollte man darüber hinaus nicht auch noch eventuell schauen warum es im Shop-System hakt?

Wissen Sie, ich könnte natürlich den ALDI-Newsletter abonnieren damit ich weiß welche Angebote in der nächsten Zeit zu finden sind. Das tue ich aber nicht, weil ich zwei Mal die Woche am Schaukasten vorbeilaufe wenn ich einkaufe. Und weil ich mir die iPhone-Applikation von ALDI installiert habe. Wozu brauche ich dann persönlich noch den Newsletter?


links for 2010-11-01


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.