Tagesarchiv: 15. Oktober 2010

ARGE unsachlich

Ob ich denn keine Angst hätte, dass die ARGE Duisburg hier mitlesen würde fragte man mich neulich. “Du schreibst ja doch ziemlich offen über das, was so mit Dir passiert, oder? Gibts da keine Nachteile?”

Nachteile?

Mal unter uns Klosterbrüdern: Was soll denn schon passieren? Als ARGE-Empfänger ist man doch schon ganz unten, noch tiefer fallen kann man nur wenn man Drogen nimmt oder die Wohnung verliert oder irgendwas sonstiges anstellt. Insofern: Was habe ich denn schon zu verlieren wenn ich offen und ehrlich sage – ohne konkrete Details zu nennen – was die mit mir anstellen? Das Schlimmste was passieren könnte wäre eine Kürzung – Sperren würden die mich nicht wegen eines kleinen Fehlers oder für das Recht der freien Meinungsäußerung, die hier in diesem unserem Lande immer noch gilt soweit ich weiß. Ehrenrühriges ist hier im Blog eh nicht zu finden also – was könnten die schlimmstenfalls tun? Mir Geld wegnehmen? Ja, na und?

Es gibt Wichtigeres als Geld.

Geld ist natürlich wichtig um die Nerven zu beruhigen, um sich Dinge leisten zu können, ja, aber im Endeffekt ist Geld nur eine Tauscheinheit. Man kann mit den richtigen Netzwerken tatsächlich auch so über die Runden kommen wenn man möchte. Oder in Notlagen ist. Und mit Netzwerken meine ich nicht unbedingt Twitter und Facebook – es reicht auch aktive Nachbarschaftshilfe, Tauschringe etc. pp.

Ich glaube, ich habe gerade die Unheilsgöttin Hekate, gerne bei Watzlawick erwähnt, in die Flucht geschlagen – es gibt nie nur ein entweder oder. Es gibt immer noch ein “anders”.

Arge unsachlich jedenfalls war heute der Mensch, der mit mir telefonieren wollte. Um 14.12. Wenn ich in der Maßnahme Unterricht habe, habe ich Unterricht. Klingelnde Handys mag ich als Vortragender in einem Vortrag auch nicht, also bin ich so nett und schalte das stumm – nach der Pause hatte ich das vergessen. Ich neugierig guck. Anonym.

Wäre ich sowieso nicht dranngegangen. Wer seine Rufnummer nicht preisgibt hat entweder was zu verbergen oder will mir was andrehen. Mein Handynummer kennen eigentlich auch nur Leute denen ich vertraue, von daher – schon seltsam. Mailbox also. Ich in er Pause raus, Anrufbeantworter abgehört – und für den Rest der Stunden war ich nicht mehr zu gebrauchen.

Mann, war ich sauer.

Sauer auf mich selbst zum Einen, sauer auf die ARGE. Auf mich selbst, weil ich die Stadtwerke Herne mit der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne vertauscht habe – aber das war die einzige Bibliothek auf die ich mich bisher dort, also in Herne halt, beworben hatte, man guckt ja auch eigentlich noch genauer hin, aber wenns hektisch ist… Jedenfalls: Ja. War mein Fehler. Da lag eine Verwechslung vor. Kann vorkommen, wir sind alle nur Menschen – ist aber auch, das muss ich betonen, das erste Mal, dass mir das passiert ist. Bisher war ich regelmäßig da, habe meine Termine wahrgenommen, war kooperativ wo es nur ging, Himmel, ich wäre nicht in der Maßnahme wenn ich nicht vorher mich um LWP in Essen gekümmert hätte, einen Termin mit dem Stellvertreter des Bearbeiters gehabt hätte – ihr wißt das ja alles.

Ich weiß bis heute nicht wer mein eigentlicher Sachbearbeiter ist – wir wurden uns nach der Neusortierung innerhalb der ARGE nicht vorgestellt. Falls das der Herr ist, der heute so cholerisch aus dem Telefon entgegenkam, dann werde ich Maßnahmen ergreifen müssen. “Wir sind doch nicht blöd” – so begann die Nachricht auf der Mailbox. Habe ich das behauptet? Nein. Persönlich habe ich ihn nie angegriffen – wie auch, ich kenne ihn nicht. Ich habe höflich meine Geschichte geschildert.

Was ich ja auch tun sollte.

Stellungnahme bis …

Schriftlich.

Wenn “diverse Dokumente” vorliegen liegt das daran, dass ich erstens zeige, dass ich nicht lange warte sondern per Mail eine Stellungnahme verschicke – und dann erneut nochmal einen Brief persönlich im Kasten der ARGE einwerfe, da die Post es öfters mal gerne versäumt Briefe VON der ARGE an MICH zuzustellen. Laut meinen Unterlagen kam ein Schreiben vom 25.03. erst am 01.04. an. Als ich in der alten Wohnung wohnte.

Ich hatte es auch schon, dass der Nachsendeservice mir Sachen der Leistungsabteilung zustellt, die an die alte Adresse gerichtet sind obwohl Stellenvorschläge an die neue kommen.

Kurz und gut: Ich denke, ich habe diesen Vorschlag um den es geht einfach nicht erhalten. Ich würde ihn sonst in der neu angelegten Cassei-Mappe finden. Oder im alten Ordner. Dinge von 2009 kommen nicht ins System. *g* Hab ich aber nicht. Da ich systematisch arbeite scheint die Post das verschlampt zu haben.

Aber ganz egal was war: Ich bin arbeitslos. Ich bin nicht doof. Ich bin nicht dumm. Ich habe Selbstbewußtsein. Ich gehe nicht ran wenn jemand die Rufnummer unterdrückt, das könnte Werbung sein. Ich weiß auch nicht wie die ARGE an meine Handynummer gekommen ist – entweder habe ich sie bem letzten Gespräch rausgerückt, aber das ist unwahrscheinlich – der Mensch am Telefon meinte, er hätte ja JETZT meine Nummer. Ich werde nachfragen. Meine Telefonnummer gebe ich nur der Verwandtschaft oder guten Freunden in die Hand.

Er rufe mich die Tage noch mal an, wünnsche mir aber ein “Schönes Wochenende” – ja, die Großbuchstaben konnte man hören. Dass der den Hörer nicht geknallt hat war nochmal alles.

Also echt: Da unterläuft einem ein Fehler, den man später entdeckt. Kann passieren. Wenn ich dann wie aufgefordert schriftlich Stellung nehme ruft mich ein Hansel aus der ARGE mitten im Unterricht – hey, die müssten wissen wann die Maßnahme auf hat, die kommen regelmäßig kontrollieren! – an und wagt es, auf meiner Mailbox in einem Ton daherzukommen als ob ich der größte Verbrecher der Welt wäre.

DAS ist eindeutig etwas, was nicht geht.

Deswegen werde ich am Mittwoch mal schauen was man dagegen tun kann. Ich lasse mich nicht von euch einschüchtern, ARGE, das lasst euch mal gesagt sein – und wer mit Menschen am Telefon so umgeht hat bei der ARGE selbst als persönlicher Fallmanager eh nichts verloren. Und ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, wenn das wirklich mein Manager war, den los zu werden. Verlasst euch drauf.


links for 2010-10-15

  • Nachdem man den ganzen Mailwechsel bei Felix gelesen hat sollte man sich diesen Blogartikel durchlesen.
    (tags: ebooks)
  • "Wenn "Strohfeuer" illegal herunterzuladen wäre, würde mich das ärgern. Was mich fast noch mehr ärgert, sind Behauptungen wie die von Cory Doctorow, unautorisiertes Verteilen in Tauschbörsen würde generell den Verkauf fördern (über seinen speziellen Fall hinaus). Das halte ich für eine anbiedernde Schutzbehauptung: er hat Angst, dass seine Nerd-Fans ihn sonst doof finden." – Damit hat sich Lobo meines Erachtens disqualifziert – denn es ist mir schon öfters passiert, dass ich Dinge, die ich kostenlos bekommen kann – legal natürlich, so habe ich drei kostenlose Ausgaben der Mosaik-Comics bei der iPhone App runterladen dürfen, ebenso bei Cory – runterlade, mir anschaue und mich dann dafür entscheide mir die Sachen zu kaufen. Das ist bei Allison Crowe übrigens auch genau so gewesen, ich wäre nicht auf sie aufmerksam geworen wenn sie nicht Tracks kostenlos auf ihre Homepage gestellt hätte. Und vorgestern habe ich das aktuelle Heft der Abrafaxe gekauft. So.
    (tags: dummfug)
  • "Fünf Termine hat sich der 55-Jährige geben lassen am vergangenen Freitag, ehe er zur Erholung in die Türkei aufbricht. Es sind günstige Gelegenheiten in überschaubaren Räumen. Kritiker sind nicht zu erwarten."

ARGE Wartezeiten

Auf der TODO-Liste Limibus steht seit längerem die ARGE. Diese kleine Liste enthält all die Dinge, die ich nicht beinflussen kann oder auf die ich warte – so zur Zeit auch die Uni Bochum, deren Auswahlverfahren für eine Stelle in der wissenschaftlichen Bibliothek sich noch etwas hinzieht. Aber man wolle mich sofort informieren wenn es was Neues gäbe. Ich bin gespannt, das hatte man mir schon vor meiner Nachfrage versprochen und man hat mich nicht darüber informiert, dass es noch dauern würde.

Seit knapp drei Wochen warte ich nun auf eine Reaktion der ARGE bezüglich meine Nebenjobs. Ich habe natürlich, nachdem das mit den Philharmonikern jetzt ja bezahlt wird, den Auftrag sowie die Rechnungen eingereicht. Reaktion der ARGE: Wir brauchen aber ein konkretes Datum ab wann sie da anstellig sind und bitte auch die Kontoauszüge. Nun, letztere kann ich nicht einreichen, weil die Philharmoniker etwas im Verzug sind und noch nichts überwiesen haben. Ebenso hat der Intendant tatsächlich vergessen auf das Schreiben draufzuschreiben ab wann ich tätig bin – das ist momentan wohl in Arbeit. Also habe ich das schriftlich geschildert und dieses Schreiben wollte ich eigentlich Donnerstags Nachmittags persönlich gegen Quittung abgeben.

Pustekuchen. Meine neue für mich zuständige Zweigstell in der City hat von 7.30 bis 12.30 auf wenn es um Dinge geht, die am Empfang abgegeben werden sollen. Warf also das Schreiben in den Briefkasten und photographierte das – nicht, dass es heißt, das Teil sei nicht angekommen. Vor knapp zwei Wochen kam dann das Schreiben für meinen anderen Nebenjob bei evangelisch.de und es war ebenfalls Zeit für die Rechnung, hier konnte ich immerhin die – geschwärzten, der Rest geht die ja nichts an – Kontoauszüge abgeben.

Die absolute Krönung dessen, was sie die ARGE momentan bei mir leistet ist aber der Vorwurf, ich hätte mich nicht auf eine vorgeschlagene Stelle beworben. Unsinn. Laut meinen Unterlagen habe ich mich “vorgestellt”, das heißt ich habe wie verlangt eine schriftliche Bewerbung losgeschickt und immerhin eine Absage erhalten. Das hat der stellvertretende Sachbearbeiter damals – der mich dann in die Maßnahme steckte – auch gesehen und er hat gefragt was aus den restlichen Vorschläge geworden wäre. (Offenbar kann die Post 500 Meter Luftlinie nicht überbrücken um die Feedback-Zettel der ARGE zurück zu transportieren.) Diese hat er dann am PC abgehakt. Ich nehme an er hat einfach ein Häkchen vergessen. Nichtsdestotrotz ist es unverschämt mir sofort mit Drohungen zu kommen.

Also habe ich erstens eine Mail geschrieben als ich den Brief der ARGE bekam, zweitens habe ich nochmal einen Brief nachgereicht. Mit Kopie der Absage. Und ich habe deutlich zu verstehen gegeben, dass Probleme der ARGE-Abteilungen untereinander nun wirklich nicht die meinen sind. Die ARGE Duisburg hat nicht zu Unrecht einen sehr schlechten Ruf – wer den Ombudsmann rausschmeißen lässt kann auch nicht ganz koscher sein. Falls sich das jetzt aber noch länger hinziehen sollte nachdem ich Montag persönlich vorstellig werde weiß ich ja, was ich tun kann. Dann werde ich eine nette Glosse bei Xtranews schreiben…


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