Tagesarchiv: 7. September 2010

Scheißtag

Ich hätte nach der Stippvisite am Freitag in der EDV ahnen können, dass der Blockkurs heute für mich persönlich für die Katz gewesen ist. Aber ich dachte: “Okay. Vielleicht wirds ja nicht so schlimm” und ich lächelte. Und es kam schlimmer… Ich verstehe durchaus, dass bei Maßnahmen der ARGE Menschen dabei sind, die mit PCs keine Berührung gehabt haben. All kind of folks, you know. Ich bin wahrlich auch der Letzte, der dann auf diese Menschen herabsehen würde – ich denke das wißt ihr. Aber dann das – das war heute die Hölle.

Ja, ich weiß wie ein PC aufgebaut ist. Ich weiß sogar was ein BIOS ist und wie man das mit einem Passwort schützt. Also muss man mir persönlich nicht erklären, dass ein PC ein Betriebssystem braucht um zu funktionieren, auch nicht wie man Programme startet, ein Keyboard kenne ich in und auswendig und ich kann auch – wie ich heute immerhin befriedigend feststellte – immer noch gut blind Texte abtippen. Andere können das nicht. Kein Problem. Es ist auch schwierig immer wieder von vorne den gleichen Stoff zu vermitteln. Aber ich habe Antolin-Schulungen für Kinder abgehalten. Und die waren gehaltvoller als das, was ich heute gelernt habe. (Ich musste mich in Antolin ja auch selbst einarbeiten…)

Warum hat der Dozent nicht vorher gefragt WIE WEIT man mit den WORD-Kenntnissen ist? Und warum hat er dann nicht die Gruppe getrennt? Es gibt nämlich auf den Rechnern webbased training aka Lernprogramm, dass übers Netz Inhalte vermittelt. Anstatt mich also vier Stunden lang zu langweilen hätte ich gleich die Professional-Stufe anfangen können. (Wobei für meinen persönlichen Geschmack das Programm etwas zu textlastig ist, aber gut – immerhin gehts um einen Verlag, der Bücher verkauft und mit WORD die PR macht. Kicher.) Ich mach ja gerne erstmal alles mit und höre mir das an, aber es hat keinen Sinn wenn ich mich demonstrativ langweile – weder für die Gruppe an sich noch für mich persönlich. Ich hoffe, ich kann das morgen mit meiner Ansprech-Dozentin mal regeln.

Zweiter Punkt, der den Tag zum Scheißtag machte: Es gibt natürlich Leute, die keinen Bock auf das Ganze haben. Deren Sache. Wenn Sie meinen Browserspiele spielen zu müssen wenn andere was lernen wollen, deren Sache. Warum ich heute aber jemanden recht deutlich angefaucht habe hat den Grund, dass während der Pause dieser Jemand Pornobilder als Hintergründe bei einigen PCs einrichtete – während ich abwesend war. Was der Dozent glücklicherweise nicht gesehen hat bzw. bei mir nur kurz beim Herunterfahren als ich den PC – mal wieder – wechseln musste.

Erstens: Natürlich sind pornographische Bilder laut der Benutzungsordnung in No-Go. Ich und alle anderen kommen in Teufels Küche falls die Admins nachschauen was da passiert ist. Glücklicherweise war der Dozent ebenfalls wie ich in der Küche zum Essen… Zweitens: Jeder ist für sich selbst verantwortlich, wer allerdings Kollegen in Miskredit bringt hat mein Vertrauen und meinen Respekt für lange Zeit verspielt. Für sehr, sehr lange Zeit.

Und klar, dass die Maßnahmenteilnehmer “reaktiviert” werden um einige grundlegende Dinge zu lernen. Dazu gehört auch sich An- und Abmelden, sich an Anweisungen der Dozenten zu halten und mehr oder weniger als Team zu funktionieren. (Wobei ich bei einigen natürlich schon einen Ruf weghabe, aber ich bin es gewöhnt zur Arbeit mit Hemd und Anzug zu erscheinen – sofern ich nicht für die Küche eingeteilt bin natürlich. Komischerweise machen mir diese Tage am meisten Spaß, das liegt aber an der engagierten Dozentin, Haltung: Klare Ansage, aber wenns Probleme gibt herkommen bitte. Hat was mit meiner Schuldirektorin gemeinsam. Vermutlich auch, weil sie permanent auch Leute da hat, die sich wie kleine Kinder benehmen…)

Na ja. Mittlerweile habe ich mich abgereagiert – wozu ist man schließlich in sozialen Netzwerken? ;-) – und tröste mich jetzt mit Mahler. Bryn Terfel interpretiert die Kindertotenlieder momentan bei mir. Zum Niederknieen.


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